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Krankenschwestern, Pfleger und Erzieher demonstrieren : Massive Teilnahme an Großdemo
Politik 18 2 Min. 04.06.2016

Krankenschwestern, Pfleger und Erzieher demonstrieren : Massive Teilnahme an Großdemo

Die Gewerkschaften schätzten die Teilnahme auf 9.000 Menschen. Die Polizei sprach von rund 6.500 Personen.

Krankenschwestern, Pfleger und Erzieher demonstrieren : Massive Teilnahme an Großdemo

Die Gewerkschaften schätzten die Teilnahme auf 9.000 Menschen. Die Polizei sprach von rund 6.500 Personen.
Foto: Anouk Antony
Politik 18 2 Min. 04.06.2016

Krankenschwestern, Pfleger und Erzieher demonstrieren : Massive Teilnahme an Großdemo

Bérengère BEFFORT
Bérengère BEFFORT
Ein Meer aus Flaggen und Spruchbändern: Mehr als 6.500 Mitarbeiter des Gesundheits-, Pflege- und Sozialsektors nahmen am Samstag an der Großdemo in der Hauptstadt teil. Sie forderten eine bessere Anerkennung ihrer Arbeit in den Kollektivverträgen.

(BB) - Mit bunten Flaggen, Spruchbändern und einer massiven Mobilisierung haben die Krankenschwestern, Pfleger und Erzieher am Samstag in den Straßen der Hauptstadt auf ihre Erwartungen aufmerksam gemacht. Mehr als 6.500 Personen marschierten vom Campus Geesseknäppchen bis zum Rousegärtchen im Bahnhofsviertel. Sie legten den Verkehr rund um den Autobahneingang in Richtung Esch/Alzette für lange Minuten lahm.

"Wir wollen das, was uns zusteht. Wir wollen Respekt und Anerkennung für unsere Arbeit", schildern die jungen Erzieher Fränz und Claude. Ihr Beruf verlange viel Einsatz, gute Menschen- und Sachkenntnisse. Nicht jeder sei dafür gemacht. "Wir haben dafür studiert, aber unsere Diplome werden nicht entsprechend honoriert", bedauern die beiden. Ihren Unmut aber auch ihre Solidarität mit anderen Beschäftigten des Gesundheits- und Sozialsektors wollten sie in der Demo zum Ausdruck bringen.

"Es geht um unsere Zukunft"

In den Reihen der Demonstranten waren viele junge Leute mit Freunden und Verwandten zugegen. Die Stimmung war gut und gelassen. Beim Thema Zukunft kochten aber die Emotionen hoch. So wie bei Elida und Sejla, zwei Studentinnen, die gerade ihre Ausbildung als Krankenschwester fertigmachen. "Wie wollen gute Arbeitsbedingungen. Wir wollen gute Arbeitsverträge. Es geht um unsere Zukunft", sagen sie.

Die Erwartungen der Beschäftigten werden von den Gewerkschaften LCGB und OGBL verteidigt. Nach der Reform des öffentlichen Diensts werden gleiche Verbesserungen und Lohnerhöhungen für den Gesundheits- und Sozialbereich verlangt. Dabei drängen die Gewerkschaften besonders auf eine Aufwertung der Karrieren in den Gehältertabellen.

"Danke für eure Präsenz"

Die große Mobilisierung bestärkt und bestätigt die Gewerkschaften in den Verhandlungen mit den Arbeitgebervertretern. "Es ist die größte Demo, die wir je im Gesundheits- und Sozialsektor hatten. Danke, für eure massive Präsenz", rief OGBL-Gewerkschafterin Nora Back der Menschenmenge in ihrer Ansprache am Rousegärtchen zu.

Die Gewerkschaften haben die Teilnahme auf 9.000 Menschen geschätzt. Die Polizei relativierte diese Zahl allerdings und sprach von rund 6.500 Personen.

Der Protestmarsch führte vom Campus Geesseknäppchen zum Rousegärtchen im Bahnhofsviertel.
Der Protestmarsch führte vom Campus Geesseknäppchen zum Rousegärtchen im Bahnhofsviertel.
Foto: B. Beffort

"Jetzt hören sie uns"

Für den LCGB und den OGBL war die Demo jedenfalls ein voller Erfolg. Die Arbeitgeber hätten nicht seriös verhandeln wollen, nun müssten sie zuhören, sagte Nora Back. "Jetzt hören sie uns", so die Gewerkschafterin an die jubelnden Demonstranten.

"Die Arbeitgeber müssen beim neuen Berechnungsmodell Mut zeigen", mobilisierte ebenfalls Céline Conter vom LCGB. Verantwortung müsse auch die Regierung übernehmen.

Für Nora Back steht jedenfalls fest: "Wir machen weiter, bis dass die Ungerechtigkeiten aus der Welt geschaffen sind. Wir werden den Druck aufrechterhalten."


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