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Krankenhausverband: "Unser System ist nicht krank"
Paul Junck, der Präsident der "Féderation des hopitaux", war am Dienstagmorgen bei RTL im Interview.

Krankenhausverband: "Unser System ist nicht krank"

Foto: Chris Karaba
Paul Junck, der Präsident der "Féderation des hopitaux", war am Dienstagmorgen bei RTL im Interview.
Politik 2 Min. 04.06.2019

Krankenhausverband: "Unser System ist nicht krank"

Sarah CAMES
Sarah CAMES
Ist das luxemburgische Gesundheitssystem krank? Das ließ zumindest der Präsident der Ärzte-Föderation vor kurzem verlauten. Doch der Präsident der "Fédération des Hôpitaux luxembourgeois" Paul Junck widerspricht dem.

In einem Interview mit RTL äußerte sich der Präsident der FHL deutlich zu der heftigen Kritik der Ärzte-Föderation. Das System "sei nicht krank", dieses Wort wolle er nicht unangefochten im Raum stehen lassen, so Junck am Dienstag. "Sicher gibt es Herausforderungen und manchmal auch kleinere Probleme, aber das System an sich ist nicht krank."


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Fakt ist: In Luxemburg mangelt es an Ärzten. Luxemburg ist das europäische Schlusslicht bei der nationalen Ärztedichte. Ein Problem, das sich über die nächsten Jahre wohl eher verschlimmern als verbessern wird. Aktuell gibt es auf 1.000 Einwohner 2,35 aktive Ärzte, doch diese Zahl wird sich durch Renteneintritte bis 2028 in etwa halbieren. Gleichzeitig wird in Zukunft mehr in die Krankenhausinfrastruktur investiert.

Der Präsident der FHL freut sich über die geplanten Investitionen, doch seitens der Ärzte wird kritisiert, dass selbst modernste Infrastrukturen nur nützlich sind, wenn es auch genügend Menschen gibt, die in ihnen arbeiten.

Paul Junck von der FHL wehrte sich am Dienstag auch gegen die Anschuldigung, dass Krankenhäuser in den letzten Jahren zu "bürokratischen Wasserköpfen" geworden wären. Durch die "höchst notwendige" Fusionierung der Krankenhäuser vor etwa 20 Jahren hätte sich der Alltag im Krankenhaus etwas geändert. Trotzdem hätten die meisten Angestellten nach wie vor regelmäßigen Patientenkontakt.

Von 6.400 Vollzeitangestellten im Sektor hätten nur rund 500 Mitarbeiter einen administrativen Bürojob. Der Großteil, rund 4.500 Angestellte, stehe regelmäßig im direkten Kontakt mit Patienten.


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Demnach ist Paul Junck auch nicht der Meinung, dass Krankenhäuser zu "groß und schwerfällig" geworden wären. Eine gewisse Zentralisierung, wie sie durch die Krankenhaus-Fusionen der letzten 20 Jahre erfolgt sei, sei notwendig um den Patienten die bestmögliche Versorgung zu garantieren.

Der Präsident der FHL äußerte sich zur "Virage ambulatoire"-Debatte und sprach sich für eine vermehrt dezentralisierte, ambulante Pflege aus. Neben den vier großen Krankenhäusern könnte man sich mehrere kleine "Satelliten-Pflegestellen" vorstellen, wo der Patient schneller und vor allem "vor Ort" verpflegt werden kann. Dies müsste trotzdem immer noch unter dem Dach eines Krankenhauses passieren.

Abschließend drückte Paul Junck den Wunsch aus, die Ärztevertreter würden sich trotz Meinungsdivergenzen wieder mit der Nomenklatur-Kommission an einen gemeinsamen Tisch setzen. Die luxemburgische Krankenhaus-Föderation will ihren Sitz in der Nomenklatur-Kommission auf jeden Fall verteidigen. Im Idealfall sollte es in der aktuell "veralteten" Nomenklatur eine faire Sitzverteilung geben, die jeder Interessensgruppe die nötigen Stimmen gäbe.


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