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Konflikt im Sozial- und Pflegewesen : Einigung in Sicht
Nach derzeitigem Stand der Verhandlungen gilt ein Arbeitskampf im Pflege- und Sozialsektor als eher unwahrscheinlich.

Konflikt im Sozial- und Pflegewesen : Einigung in Sicht

Foto Anouk Antony
Nach derzeitigem Stand der Verhandlungen gilt ein Arbeitskampf im Pflege- und Sozialsektor als eher unwahrscheinlich.
Politik 2 Min. 14.06.2017

Konflikt im Sozial- und Pflegewesen : Einigung in Sicht

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Anders als im Spitalwesen, wo ein Streik noch nicht ausgeschlossen ist, stehen die Zeichen im Sozial- und Pflegesektor auf Einigung.

(ml) -  Der Konflikt im Sozial- und Pflegesektor könnte unter Umständen noch im Laufe dieser Woche beigelegt werden. Am Mittwochmorgen haben sich Gewerkschaften und Arbeitgebervertreter erneut an einen Tisch gesetzt. Nach einer beinahe sechsstündigen Verhandlungsrunde war die Erleichterung im Gewerkschaftslager spürbar.

In einigen Bereichen seien wesentliche Fortschritte erzielt worden, sagte LCGB-Vertreterin Céline Conter dem "Luxemburger Wort" gegenüber. Sowohl bei der Aufwertung der Laufbahnen als auch bei den Lohnverbesserungen hätten sich beide Seiten aufeinander zubewegt.

Wenig Klärungsbedarf

Auch bei der Arbeitsorganisation scheinen die Zeichen auf Einigung zu stehen. Seit Jahren fordern die Arbeitnehmervertreter, dass die neuen Modalitäten, die im Zuge des Gehälterabkommens für den öffentlichen Dienst gelten, auch im Sozial- und Pflegesektor angewendet werden.

Derzeit bestehe nur noch bei wenigen Punkten Klärungsbedarf, so Conter, ohne jedoch weitere Einzelheiten zu nennen.  Einzelne Textpassagen müssten noch verbessert werden, um Missverständnisse zu vermeiden. Nach dem jetzigen Stand der Dinge könnte noch im Laufe dieser Woche ein Durchbruch erzielt werden.

Treffen vor dem Schlichter abgesagt

Beim OGBL äußert man sich derweil etwas vorsichtiger. "Wir bewegen uns Millimeter für Millimeter", unterstreicht Nora Back. Die Gespräche seien jedoch konstruktiv  und die Tonlage deutlich weniger aggressiv als bei den Verhandlungen mit der Krankenhausföderation. Dennoch will die OGBL-Vertreterin den Tag nicht vor dem Abend loben. Zu oft habe man in der Vergangenheit im Vorfeld ein sehr gutes Gefühl gehabt, um im Nachhinein festzustellen, dass eine Einigung nicht möglich sei.

Dass eine baldige Einigung in Sicht ist, gab am Mittwoch auch der Copas-Präsident am Rande von Feierlichkeiten zum 20. Jubiläum des Dachverbandes zu verstehen. "Wir sind recht nah dran, die Gespräche abzuschließen", so Marc Fischbach zuversichtlich.

Bereits am Donnerstagmittag findet eine neue Unterredung mit den Gewerkschaften statt. Das für Donnerstag geplante Treffen vor dem Schlichter sei im gegenseitigen  Einvernehmen abgesagt worden, fügt Céline Conter (LCGB) hinzu. Gewerkschaften und Patronat würden nun die Zeit nutzen, um weiter zu verhandeln.

Ob ein Abkommen im Sozialsektor auch zur Beruhigung im Spitalwesen beitragen könnte, bleibt abzuwarten. In den Krankenhäusern sollte es voraussichtlich ab dem 19. Juni zu Urabstimmungen kommen, sollte eine Einigung mit der Krankenhäuserförderation FHL ausbleiben.


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