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Konflikt im Gesundheits- und Sozialsektor: Zaghafte Fortschritte für Pfleger und Erzieher
Politik 2 Min. 18.11.2016

Konflikt im Gesundheits- und Sozialsektor: Zaghafte Fortschritte für Pfleger und Erzieher

"Unsere Diplome werden in den Gehaltstabellen nicht entsprechend honoriert", hatten Teilnehmer der Demo im Juni 2016 beklagt.

Konflikt im Gesundheits- und Sozialsektor: Zaghafte Fortschritte für Pfleger und Erzieher

"Unsere Diplome werden in den Gehaltstabellen nicht entsprechend honoriert", hatten Teilnehmer der Demo im Juni 2016 beklagt.
Foto: Anouk Antony
Politik 2 Min. 18.11.2016

Konflikt im Gesundheits- und Sozialsektor: Zaghafte Fortschritte für Pfleger und Erzieher

Bérengère BEFFORT
Bérengère BEFFORT
In Juni hatten mehr als 6.500 Krankenschwestern, Pfleger und Erzieher in der Hauptstadt für eine Aufwertung ihrer Karrieren demonstriert. Fünf Monate später gibt es kleine Lichtblicke für die Beschäftigten.

(BB) - Das Tauziehen für eine Aufwertung der Karrieren im Gesundheits- und Sozialsektor hält an. Im Juni waren mehrere Tausend Pfleger und Erzieher auf die Straße gegangen. Damals steckten die Verhandlungen fest. Fünf Monate später sitzen die Sozialpartner zumindest wieder am gemeinsamen Verhandlungstisch. "Wir kommen Millimeter für Millimeter voran. Von einer Übereinkunft kann allerdings noch nicht die Rede sein", bilanziert OGBL-Zentralsekretärin Nora Back.

Wichtige Etappensiege könnten nun kommende Woche am Donnerstag und Freitag verbucht werden. Die kommenden Verhandlungsrunden sind von entscheidender Bedeutung.

Doch zunächst zur Erinnerung: Ziel der Verhandlungen ist es, sowohl im Kollektivvertrag für Gesundheitsberufe (FHL) als auch für den Sozialsektor (SAS) Lohnverbesserungen und Karriereaufwertungen zu verankern. Die Gewerkschaften berufen sich dabei auf eine Angleichung an den öffentlichen Sektor. Ein Passus des Kollektivvertrags (Artikel 28) besagt, dass die Mitarbeiter die gleichen finanziellen Verbesserungen erhalten sollen wie Staatsbedienstete. Als Knackpunkt der Gespräche galt bislang allerdings die entsprechende Lohnmasse.

Nach langen Monaten scheint es in dieser Geldfrage nun ein paar Lichtblicke zu geben.

Kleine Fortschritte im Spitalsektor

Für den Krankenhausbereich scheint die Frage eines Gesamtbudgets in den großen Zügen geklärt, heißt es vonseiten des OGBL. Die Finanzmittel sollen sowohl die Auszahlung einer einmaligen Prämie von 0,9 Prozent, eine Punktwerterhöhung von 2,2 Prozent und eine allgemeine Aufwertung der Karrieren decken. "Nun geht es darum, wie die Mittel auf die jeweiligen Berufe verteilt werden", erklärt Nora Back.

Der OGBL erwartet, dass alle Mitarbeiter in den Genuss von Lohnverbesserungen kommen. Am nächsten Donnerstag soll die Frage der Aufteilung so denn mit der Krankenhäuserföderation zur Diskussion stehen.

Knapp 24 Stunden später, am 25. November, sitzen die Gewerkschaften wiederum am Verhandlungstisch. Diesmal allerdings, um die Anliegen im Sozialsektor zu verteidigen. Hier sieht die Lage anders aus. Ein Gesamtbudget ist derzeit noch nicht erstellt worden. In der ASFT-Kommission sind die Verhandlungspartner am Freitag aufgerufen, sich in der Geldfrage zu einigen. Der gemeinsame Vorschlag - oder ein Dokument mit einzelnen Vorstellung, sollte eine Übereinkunft ausbleiben -  wird anschließend der Regierung unterbreitet. Erst wenn das Budget steht, geht es in die weitere Phase der Aufteilung auf die jeweiligen Berufe.

Keine Ergebnisse vor dem Jahresende

Es steht also noch enorm viel Arbeit bevor. Bis zum Jahresende sind die Änderungen in den Kollektivverträgen nicht mehr zu schaffen. Auch Nora Back zeigt sich wenig zuversichtlich. "Das Gesamtbudget ist nur eine Etappe, auf die noch viele Berechnungen für die einzelnen Gehaltstabellen folgen müssen", gibt die Gewerkschafterin zu bedenken.

Und was passiert, wenn die Vorstellungen zwischen Patronats- und Gewerkschaftsvertreter in ein paar Monaten immer noch weit auseinander liegen? "Wir werden nicht nachgeben", stellt die OGBL-Vertreterin klar. Eine weitere Demo werde es nicht mehr geben. Es könnte zum Streik kommen.



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