Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Kompletterneuerung des Fuhrparks der Armee steht an
Politik 2 Min. 02.06.2021

Kompletterneuerung des Fuhrparks der Armee steht an

Die aktuell im Einsatz befindlichen Humvees seien veraltet, so Verteidigungsminister François Bausch bei der Präsentation.

Kompletterneuerung des Fuhrparks der Armee steht an

Die aktuell im Einsatz befindlichen Humvees seien veraltet, so Verteidigungsminister François Bausch bei der Präsentation.
Gerry Huberty
Politik 2 Min. 02.06.2021

Kompletterneuerung des Fuhrparks der Armee steht an

Morgan KUNTZMANN
Morgan KUNTZMANN
Die bisher eingesetzten Dingos und Hummer werden komplett ersetzt. Die Neuanschaffung der Spähfahrzeuge soll 367 Millionen Euro kosten.

Luxemburg gilt unter NATO-Kreisen als Trittbrettfahrer-Land. Schlusslicht in den NATO-Verteidigungsausgaben, mit 0,57 Prozent des Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2020, profitiert das Großherzogtum von den Vorzügen der strategischen Partnerschaft. Erklärtes Ziel der Regierung ist deshalb, die Militärausgaben bis zum Jahre 2024 auf 0,72 Prozent des BIP anzuheben. Zur Erinnerung: Der Nordatlantikpakt sieht seit dem Gipfel 2002 in Prag eine Zwei-Prozent-Vorgabe vor. Diesen Rückstand versucht die Regierung mit erhöhten Ausgaben für Rüstungsgüter, wie dem Militärflugzeug A400M, wettzumachen. 

Die Ausgaben steigen

Mittlerweile hat Luxemburg dadurch zumindest einen Spitzenplatz bei einer anderen NATO-Statistik erhalten. Mindestens 20 Prozent der Verteidigungsausgaben sollen in „neues Großgerät“, welches die damit zusammenhängende Forschung und Entwicklung mit einschließt, fließen. Mit 52,5 Prozent belegt Luxemburg für 2020 den ersten Platz, Ungarn folgt mit 34,7 und die Türkei mit 34,2 Prozent des BIP. 


Politik, Etienne Schneider, Vizepremierinister,Minister für Wirtschaft und Gesundheit. Pressekonferenz zum Abschied in der Regierung. Foto: Guy Wolff/Luxemburger Wort
Etienne Schneiders umstrittene Bilanz
Am Ex-Minister scheiden sich die Geister. Während die einen seinen Tatendrang loben, kritisieren die anderen sein intransparentes Vorgehen.

In diesem Kontext versteht sich die Pressekonferenz am Mittwoch des Verteidigungsministers François Bausch (Déi Gréng), der das Projekt zur Neuanschaffung von Armeefahrzeugen vorgestellt hat. 80 gepanzerte Verbindungs- und Aufklärungsfahrzeuge (CLRV) sollen die Dingos und Hummer der luxemburgischen Armee ersetzen. Bausch bestätigte die Genehmigung des Gesetzentwurfs durch den Regierungsrat. Dieser erlaube die Anschaffung der neuen Ausrüstung „zur Modernisierung des bestehenden Fuhrparks“. „Die derzeitigen Fahrzeuge Armee sind veraltet“, beschrieb Bausch die Situation. Es sei Zeit diese zu ersetzen, um „den besten Schutz für das Personal zu gewährleisten“ und „die Interoperabilität mit verbündeten Ländern zu verbessern“

Für den Erwerb dieser 80 CLRVs stehen maximal 367 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Kosten beinhalten die Anschaffung der Fahrzeuge sowie der Waffen- und Kommunikations-Systeme. In Bezug auf den Lebenszyklus sollen die Fahrzeuge 15 bis 20 Jahre lang betriebsbereit sein. 

Keine Prototypen – nur Bewährtes

Im Gegensatz zu früheren Militäranschaffungen wolle man „keinen Prototypen kaufen“, so Generalstabschef Steve Thull. „Wir möchten etwas Zuverlässiges. Nichts, dass extra auf uns zugeschnitten ist.“ Damit die Fahrzeuge den NATO-Anforderungen gerecht werden, hat Luxemburg in Zusammenarbeit mit der NATO Support and Procurement Agency (NSPA) einen Forderungskatalog aufgestellt. „Per Ausschreibungsverfahren wird dann geschaut, für welches Modell und Hersteller wir uns entscheiden“, so Bausch.

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

In Findel wurde der Öffentlichkeit am Freitagnachmittag der erste von zwei neuen Polizeihubschraubern vorgestellt. Es handelt sich dabei um Militärhelikopter der neuesten Generation.
Lokales,Cérémonie d'Acceuil du premier des deux hélicopteres Airbus H145M,Polizeihubschrauber,Polizeihelicopter. Armee, Foto: Gerry Huberty/Luxemburger Wort
Etienne Schneider beim Nato-Gipfel in Warschau
Verteidigungsminister Etienne Schneider nimmt am Nato-Gipfel in Warschau teil. Dort soll eine neue Abschreckungsstrategie gegenüber Russland definiert werden. Luxemburg plädiert dabei für Stärke, gleichzeitig aber auch für Dialog.
Im Juni hatten das Verteidigungsbündnis in Polen ein Manöver abgehalten.
Die Nato reagiert auf den Ukraine-Konflikt mit verstärkter Militärpräsenz in Osteuropa. An einem Militärmanöver in Litauen wird auch Luxemburg beteiligt sein. Auch sonst fordern die Nato-Partner mehr Engagement von der luxemburgischen Regierung.
30 Soldaten und acht Dingos sollen zum Nato-Militärmanöver in Litauen: Nur ein Teil der steigenden internationalen Verpflichtungen des Großherzogtums.