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Kommentar: Interessenkonflikt
Kommentar Politik 03.11.2019

Kommentar: Interessenkonflikt

Corinne Cahen macht sich Sorgen um das Familienunternehmen und nutzt dabei ihre offizielle Mail-Adresse vom Familienministerium.

Kommentar: Interessenkonflikt

Corinne Cahen macht sich Sorgen um das Familienunternehmen und nutzt dabei ihre offizielle Mail-Adresse vom Familienministerium.
Foto: Guy Wolff
Kommentar Politik 03.11.2019

Kommentar: Interessenkonflikt

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Corinne Cahen beschwert sich als Familienministerin beim Geschäftsverband. Dabei sind auch private Interessen im Spiel.

Dass sich Corinne Cahen (DP) wegen der Trambaustelle große Sorgen um das Familienunternehmen in der Avenue de la Liberté macht, ist absolut verständlich. Dass die frühere Geschäftsführerin eines alteingesessenen Traditionshauses der Meinung ist, die Union commerciale würde die Interessen der Geschäftsleute im Bahnhofsviertel nicht hinreichend wahrnehmen, ist auch nachvollziehbar. Dass sie sich deshalb beim Geschäftsverband beschwert, ist ihr gutes Recht.

Es zeugt zwar von schlechtem Stil, wenn die frühere UCVL-Präsidentin ihrem Nachfolger in guter Schwiegermuttermanier Ratschläge erteilt, wie man es besser machen könnte. Verboten ist es aber nicht.

Nicht akzeptabel ist hingegen die Tatsache, dass Corinne Cahen ihrem Ärger und ihrem Frust wegen der Auswirkungen der Trambaustelle in ihrer Funktion als Familienministerin Luft macht, und zwar in einem Brief, den sie von ihrer offiziellen Mail-Adresse vom Ministerium aus verschickt hat. Hinzu kommt, dass sie in dem Schreiben auch noch Bezug nimmt auf die schwierige Situation im eigenen Betrieb. Das geht nicht. Hier liegt ein klarer Fall von Interessenkonflikt vor.


PK Koalitionsverhandlungen - Corinne Cahen - Foto : Pierre Matgé/Pierre Matgé
Corinne Cahen beschwert sich als Familienministerin beim Geschäftsverband
Als Familienministerin nutzt Corinne Cahen ihre offizielle Mail-Adresse der Regierung, um sich beim Geschäftsverband wegen der Trambaustelle zu beschweren. In dem Brief geht sie auf die schwierige Situation im eigenen Familienunternehmen ein.

Ob sie ihr Amt wirklich missbraucht hat, um Druck auf den Geschäftsverband auszuüben, sei einmal dahin gestellt. Doch ein Regierungsmitglied muss über jeden Verdacht erhaben sein, sein Amt für die Wahrung oder die Verteidigung von Privatinteressen zu missbrauchen. Die Aktion der DP-Politikerin mag zwar nicht strafbar sein, deontologisch verwerflich ist sie aber allemal.


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