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Kollektivvertrag im Krankenhauswesen: Verhandlungen stecken in der Sackgasse
Für die rund 8000 Beschäftigten im Krankenhauswesen besteht weiterhin Ungewissheit.

Kollektivvertrag im Krankenhauswesen: Verhandlungen stecken in der Sackgasse

Foto: Shutterstock
Für die rund 8000 Beschäftigten im Krankenhauswesen besteht weiterhin Ungewissheit.
Politik 29.04.2016

Kollektivvertrag im Krankenhauswesen: Verhandlungen stecken in der Sackgasse

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Das Tauziehen um einen neuen Kollektivvertrag im Krankenhauswesen nimmt kein Ende. Die Gewerkschaften lehnen die Vorschläge der "Fédération des hôpitaux" ab. Das Schlichtungsamt wird sich nun mit dem Dossier beschäftigen.

(ml) - Die Verhandlungen über die Erneuerung des Kollektivvertrags sind gescheitert. Ein letzter Versuch, der am Donnerstag gestartet wurde, um aus der festgefahrenen Situation herauszukommen, scheiterte.  Das Dossier wird nun an das Schlichtungsamt weiter geleitet. Dies berichtet der Sender 100,7. Die Verhandlungen liefen seit Monaten schleppend.

Vor einem Monat hatte die Föderation der Krankenhäuser den Gewerkschaften einen Vorschlag unterbreitet. Die FHL erklärte sich dazu bereit, die Löhne der rund 8000 Mitarbeiter, die im Spitalwesen beschäftigt sind, rückwirkend auf  Januar 2016 um 2,2 Prozent zu erhöhen. Des Weiteren schlug die Arbeitgeberseite vor, die einmalige Prämie von 0,9 Prozent, die den Staatsbeamten gestattet wurde, ab Sommer auf das Personal der Krankenhäuser auszudehnen.

Aufwertung der Laufbahnen

Eine Aufwertung der Laufbahnen kommt hingegen für die FHL bis auf Weiteres nicht infrage. Die "Fédération des hôpitaux" brauche mehr finanzielle Vorhersagbarkeit über den Haushalt, den die Regierung ihr für die Aufwertung zur Verfügung stelle, heißt es. Deshalb bevorzugt es die Föderation, die Aufwertung der Laufbahnen während 18 Monaten einzufrieren und die laufenden Verhandlungen über einen neuen Kollektivvertrag im Pflegebereich abzuwarten, der 18.000 Menschen betrifft.

Für die Gewerkschaften ist die Haltung der FHL untragbar. Der Kollektivvertrag beinhalte einen Artikel, der vorsieht, dass sich die Gehälter der Beschäftigen in den Krankenhäusern in dem gleichen Maß entwickeln müssen als die der Staatsbeamten, sagte OGBL-Verhandlungsführerin Nora Back dem "Luxemburger Wort".

Dieser Artikel habe eine symbolische Bedeutung, da die Parallelität zum Staat keineswegs infrage gestellt werden dürfe. Die FHL habe sich jedoch lediglich dazu bereit erklärt, einen minimalen Teil des Gehälterabkommens im öffentlichen Dienst umzusetzen. Die wesentlichen Punkte seien hingegen ausgeklammert worden.

Gemeinsame Protestkundgebung

Seit Jahren habe der OGBL einen großen Kollektivvertrag für den gesamten Pflege-, Sozial- und Gesundheitsbereich gefordert. Beide Patronatsvereinigungen hätten dies stets verweigert. Dass die FHL nun zunächst die Verhandlungen im Pflegebereich abwarten wolle, sei unverständlich, so Back, da keinen Zusammenhang zwischen beiden Kollektivverträgen bestehen würde.

OGBL und LCGB wollen künftig gemeinsam Druck ausüben. Beide Gewerkschaften werden demnächst im Rahmen einer Pressekonferenz weitere Einzelheiten über ihre Vorgehensweise nennen. Geplant ist u.a. eine gemeinsame Protestkundgebung. Man sei bereit, bis aufs Äußerte zu gehen.

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