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Klimaschutz: Landwirte fordern Regierung zum Handeln auf
Politik 2 Min. 27.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Klimaschutz: Landwirte fordern Regierung zum Handeln auf

Der Klimawandel und die daraus resultierenden Dürren stellen die Landwirtschaft vor neue Herausforderungen.

Klimaschutz: Landwirte fordern Regierung zum Handeln auf

Der Klimawandel und die daraus resultierenden Dürren stellen die Landwirtschaft vor neue Herausforderungen.
Foto: Guy Jallay
Politik 2 Min. 27.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Klimaschutz: Landwirte fordern Regierung zum Handeln auf

Glenn SCHWALLER
Glenn SCHWALLER
Der luxemburgische Bauernverband bemängelt die Konzeptlosigkeit der Regierung in Punkto Klimaschutz. Die Politik müsse die Zusammenarbeit mit den Landwirten ausweiten, um so gemeinsam Lösungen ausarbeiten zu können, so der FLB.

"Es geht uns darum, die reellen Herausforderungen in der Luxemburger Landwirtschaft aufzuzeigen", beschreibt Aloyse Marx, Präsident des Fräien Lëtzebuerger Bauernverbands (FLB), den Anlass der Pressekonferenz am Dienstaggmorgen. Dabei fordert er eine klare Trennlinie zu bewussten PR-Aktionen. Das Beispiel der Atlantiküberkreuzung der jungen Klimaaktivistin Greta Thunberg zeige, dass öffentlichkeitswirksame Aktionen zwar eine Diskussion einleiten und die Aufmerksamkeit für das jeweilige Thema steigern können, sachliche Politik müsse sich dieser Logik jedoch entziehen und auf belastbaren und vernetzten Fakten beruhen. 

An Kritik an der aktuellen Politik der Regierung spart der FLB nicht. Es fehle derzeit ein klar erkennbares Konzept bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele, fuhr Marx fort. Das zeige sich auch aktuell am Beispiel des Mercosur-Abkommens zwischen der EU und mehreren südamerikanischen Staaten, gegen das sich die Bauern schon seit Jahren aussprechen. Grund hierfür sind die unterschiedlichen Rahmenbedingungen für die Lebensmittelproduktion auf beiden Kontinenten. So fordert der FLB sowohl das nationale als auch das europäische Parlament dazu auf, diesen Vertrag nicht zu ratifizieren. 

Kein Verbot ohne Alternativen 

Ein weiteres Anliegen der Landwirte liegt im geplanten Glyphosat-Verbot. Die Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters endet im nächsten Jahr. Die Landwirte seien Alternativen zu Glyphosat gegenüber zwar durchaus aufgeschlossen, solange es diese aber noch nicht gebe, könne ein Verbot die Landwirte vor erhebliche Probleme stellen. So bringt der Verband auch eine mögliche Übergangsphase zur Nutzung des Mittels über 2020 hinaus in Aussicht. 

Zudem bedauert der FLB den mangelnden Willen der Regierung zur Kooperation mit den Landwirten, dies zeige sich sowohl beim Thema Glyphosat, als aber auch bei der Zielsetzung im Bereich der Biolandwirtschaft. Das Ziel, 20 Prozent der Fläche bis 2025 auf Bio umstellen zu wollen, sei vorher nicht mit den betroffenen Landwirten abgestimmt worden. Aktuell werden nur knapp vier Prozent der luxemburgischen Flächen biologisch bewirtschaftet. Die Bauern verlangen von der Regierung daher klare Angaben darüber, wie dieses Ziel erreicht werden soll. 


Nur Mut, Herr Landwirtschaftsminister
Bio fördern, für die, die es jetzt können und wollen.

Konkurrenzdruck aus dem Ausland

Ein weiters Problem liegt auch darin, dass die nationale Biolandwirtschaft dem Preisdruck aus dem Ausland nicht gewachsen sei, erläutert Louis Boonen, Mitglieds des FLB: "Durch höhere Löhne und kleinere Betriebsstrukturen werden Produkte aus Luxemburg immer teurer sein als die aus dem Ausland". Daher müssten die Konsumenten auch bereit sein, für Bioprodukte tiefer in die Tasche zu greifen. Eine finanzielle Entlastung des Endkonsumenten könnte diesem Problem entgegenwirken. 

Weiterhin fordert der Bauernverband die Einführung eines Nachhaltigkeitsmonitorings für alle Betriebe, das eine präzise Auskunft über den aktuellen Zustand sowie Möglichkeiten zur Verbesserung geben könnte. 

Viele Lösungen, wenig politischer Wille

Zu den weiteren Lösungsvorschlägen des FLB gehören unter anderem eine finanzielle Unterstützung zur Verringerung der Emissionen in Form eines Kreditsystems. Zudem müsse eine Reduktion des Einsatzes mineralischer Stickstoffe sowie der Ammoniakemissionen anvisiert werden. Des Weiteren könnte das Programm zur Reduzierung der Düngung ausgebaut werden. 

Auch müsste die Förderung der regionalen Absatzmärkte sowie die Entwicklung alternativer Lebensmittelproduktionen zur Tierhaltung Teil der Lösung sein. Allein der politische Wille fehle aktuell noch, so die Kritik der FLB.




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