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Klimaabkommen: Reaktionen aus Luxemburg: Dieschbourg glücklich und zufrieden
Umweltministerin Carole Dieschbourg (r.) war Europas Stimme beim Klimagipfel in Paris.

Klimaabkommen: Reaktionen aus Luxemburg: Dieschbourg glücklich und zufrieden

Foto: Lex Kleren
Umweltministerin Carole Dieschbourg (r.) war Europas Stimme beim Klimagipfel in Paris.
Politik 2 Min. 13.12.2015

Klimaabkommen: Reaktionen aus Luxemburg: Dieschbourg glücklich und zufrieden

Die EU war beim Klimagipfel in Paris durch die Luxemburger Umweltministerin Carole Dieschbourg vertreten. Dem LW gegenüber erklärt sie, wie sie die Verhandlungen erlebt hat und was nun auf Luxemburg zukommt. Der Mouvement écologique spricht von einem "Meilenstein".

(mig/C.) - Die historische Einigung der Weltgemeinschaft auf ein verbindliches Klimaabkommen fand während dem Luxemburger EU-Ratsvorsitz statt. Vertreten war die EU demnach von der Luxemburger Umweltministerin Carole Dieschbourg. Sie war, wie Spiegel online vor wenigen Tagen schrieb, "Europas Stimme auf dem Klimagipfel".

Zwei Wochen lang hat Carole Dieschbourg mit den anderen europäischen Ministern um ein ehrgeiziges Klimaabkommen gerungen. Dem Luxemburger Wort sagte sie am Sonntagmorgen, sie sei erleichtert, glücklich und zufrieden, und auch etwas müde. Es waren harte Verhandlungen. Sie wurden um einen Tag verlängert und zogen sich bis in den gestrigen Samstagabend.

Carole Dieschbourg spricht von einem "soliden Abkommen, das ambitiös genug ist, um die Ziele auch tatsächlich zu erreichen. Europas Hauptforderungen, die Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad und die Überprüfung der Klimaziele alle fünf Jahre, seien erfüllt worden. Über diese und weitere Errungenschaften wie z. B. die Verpflichtung der Staaten, ab 2050 nicht mehr Treibhausgase zu produzieren als das Ökosystem aufnehmen kann, sei sie mehr als zufrieden. "Die europäischen Minister haben hart gekämpft, sie sind alle sehr glücklich, dass die ehrgeizigen Ziele während der zweiwöchigen Verhandlungen nicht verwässert wurden", sagte die Ministerin.

Europa muss seine Treibhausgasemissionen bis 2030 um 40 Prozent senken. Wie die Verteilung auf die einzelnen Staaten aussieht, bleibt abzuwarten. Sicher aber ist, dass auf Europa und somit auch Luxemburg weitere Herausforderungen zukommen. "Jedes Land muss weitere Anstrengungen machen, sei es im Bereich der Energieeffizienz, der erneuerbaren Energien oder der Treibhausgasreduktion, wenn wir die Ziele erreichen wollen", so Carole Dieschbourg. Sie ist überzeugt, dass die Anstrengungen nicht zu Lasten der Wirtschaft gehen, sondern dass sie "ein Gewinn vor allem für die grünen Wirtschaftsbereiche sind, die ohnehin ein starkes Wachstum aufweisen".

Mouvéco: "Ein Meilenstein"

Der Mouvement écologique meldete sich noch am Samstagabend per Pressemitteilung zu Wort und sprach von einem großen Fortschritt und einem Meilenstein, auf den es aufzubauen gelte.

Für die Umweltschutzorganisation steht fest, dass die aktuellen Klimaziele der EU "für 2030 absolut unzureichend sind und umgehend nächstes Jahr nachgebessert werden müssen". Weder bei der Verbesserung der Energieeffizienz oder dem Anteil der erneuerbaren Energien am Energiemix noch was die Reduktion der Treibhausgase anbelangt, seien die EU-Ziele vereinbar mit dem 1,5°-Ziel.

Europa brauche dringend eine grundlegende Reform des Emissionshandels, und auch die schwindelerregende Subventionierung der fossilen Energien müsse endlich aufhören.

Die hiesige Klima- und Energiepolitik müsse nun für die Luxemburger Regierung eine Toppriorität bleiben, schreibt der Mouvéco weiter.

Claude Turmes: "Aufbruchstimmung"

Der Klimagipfel hat für Aufbruchstimmung gesorgt, schreibt der grüne Europaabgeordnete Claude Turmes in einer Pressemitteilung. Erneuerbare Energien und Energieeffizienztechnologien stünden vor dem Durchbruch.

Sechs wertvolle Jahre seien seit dem gescheiterten Gipfel in Kopenhagen verloren gegangen. Umso wichtiger sei es nun, "dass die internationale Staatengemeinschaft schnell handelt und die Versprechen von Paris in konkrete Aktionen umsetzt. Auch die EU und die Mitgliedstaaten müssen jetzt ihre Verantwortung übernehmen und ambitiöse Politiken und Instrumente schaffen, um das 1,5°C-Ziel zu erreichen!“


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