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Klage wegen Artikels: Journalistenverband: "Einschüchterungsversuch" durch Gerard Lopez
Politik 22.11.2017

Klage wegen Artikels: Journalistenverband: "Einschüchterungsversuch" durch Gerard Lopez

Geschäftsmann Gerard Lopez versucht in den Augen der ALJP, die Presse "mundtot zu machen".

Klage wegen Artikels: Journalistenverband: "Einschüchterungsversuch" durch Gerard Lopez

Geschäftsmann Gerard Lopez versucht in den Augen der ALJP, die Presse "mundtot zu machen".
Foto: Nicolas Bouvy/LW-Archiv
Politik 22.11.2017

Klage wegen Artikels: Journalistenverband: "Einschüchterungsversuch" durch Gerard Lopez

Michel THIEL
Michel THIEL
Eine Klage des luxemburgischen Geschäftsmanns Gerard Lopez gegen das "Luxemburger Wort" und einen seiner Journalisten ruft nun den Journalistenverband ALJP auf den Plan. Es handele sich um einen Versuch, die Presse "mundtot zu machen".

(mth/chl) -  Die erst im Oktober gegründete «Association Luxembourgeoise pour Journalistes professionnels» (ALJP) verurteilt in einer öffentlichen Mitteilung das Vorgehen des luxemburgischen Geschäftsmanns Gerard Lopez gegen das "Luxemburger Wort" und den Journalisten Pierre Sorlut als "Einschüchterungsversuch".

Konkret geht es um die am 10. September auf Paperjam.lu und am 11. September auf wort.lu der Öffentlichkeit bekannt gewordene Verleumdungs- und Schadensersatzklage von Gerard Lopez gegen Pierre Sorlut, Wirtschaftsjournalist beim Luxemburger Wort, Jean-Lou Siweck, damaliger Chefredakteur des Luxemburger Wort, den Generaldirektor Paul Peckels von Saint Paul Luxembourg und das Medienhaus Saint Paul Luxembourg. Sorlut hatte im Wort über die Verbindungen zwischen dem saudi-arabischen Geschäftsmann Tarek Obaid und Gerard Lopez berichtet.

Die Klage wertet die Luxemburger Journalistenvereinigung als "deutliches Zeichen die Luxemburger Presse mundtot machen zu wollen". Gerard Lopez sei "eine Person des öffentlichen Lebens", sowohl in Luxemburg als auch auf internationaler Ebene. Es bestehe somit ein öffentliches Informationsinteresse an der Person, über die selbstverständlich berichtet werden könne und müsse.

In den Augen der ALJP gehe es Gerard Lopez in seiner Klage, die gleichzeitig in Frankreich, der Schweiz und Luxemburg eingereicht wurde, nicht wie behauptet um die Wiederherstellung seines Rufes. Ziel sei es offenbar vielmehr, "künftig Journalisten und Medienhäuser davor abzuschrecken, investigativ über den einflussreichen Geschäftsmann mit internationalen Verflechtungen zu berichten".

Die ALJP kritisiere dieses Vorgehen scharf und wolle sich als neu gegründeter Verband für die Wahrung der Grundrechte der Journalisten in Luxemburg einsetzen. Medien in Luxemburg müssten auch weiterhin ungehindert über solche Fälle berichten könnten.


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