Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Kirchberg: Staat plant 7.000 Wohnungen
Politik 2 Min. 17.07.2020

Kirchberg: Staat plant 7.000 Wohnungen

Kuebebierg (blau, 33 Hektar) und Laangfur (rot, 24 Hektar): Hier werden in den kommenden 20 Jahren 3.678 Wohnungen gebaut.

Kirchberg: Staat plant 7.000 Wohnungen

Kuebebierg (blau, 33 Hektar) und Laangfur (rot, 24 Hektar): Hier werden in den kommenden 20 Jahren 3.678 Wohnungen gebaut.
Illustration: Fonds du Kirchberg
Politik 2 Min. 17.07.2020

Kirchberg: Staat plant 7.000 Wohnungen

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Auf Kirchberg sollen in den kommenden zehn bis 20 Jahren 7.000 Wohnungen entstehen. Der Staat besitzt den Großteil der Flächen und will dort vor allem erschwingliche Wohnungen bauen.

Kirchberg zählt 4.000 Einwohner und 42.000 Arbeitsplätze. „Das sind zehn  Arbeitsplätze pro Einwohner und aus landesplanerischer Sicht eine Katastrophe“, sagte Infrastrukturminister François Bausch (Déi Gréng) am Freitag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Wohnungsbauminister Henri Kox (Déi Gréng). Sie wollen aus dem Geschäfts- und Bankenviertel Kirchberg ein lebendiges Viertel machen, wo Wohnen, Einkaufen, Freizeit und Arbeiten ein Gleichgewicht bilden. 


Kiem 2050: Pilotprojekt in Kirchberg
Das neue Projekt vom Fonds Kirchberg entsteht nach dem Share-living-Konzept. Bedeutet: Die Bewohner teilen sich Gemeinschaftsräume und Gärten.

In Zusammenarbeit mit dem Fonds du Kirchberg, der für die Entwicklung des Kirchberger Plateaus zuständig ist, plant die Regierung 7.000 Wohnungen auf einer Gesamtfläche von 100 Hektar. Davon sind 70 Hektar im Besitz des Fonds du Kirchberg. In etwa 20 Jahren, so die Berechnung der Regierung, zählt das Viertel Kirchberg 27.500 Einwohner und 66.700 Arbeitsplätze und man käme dem gewünschten Verhältnis von zwei Arbeitsplätzen pro Einwohner schon näher. 

Damit es sich auf Kirchberg gut leben lässt, werden nicht nur Wohnungen geschaffen, sondern auch Einkaufsmöglichkeiten, Parkanlagen, Spielplätze und Schulen.  

In Zeiten von Wohnungsknappheit und schwindelerregenden Immobilienpreisen liegt die Priorität beim Bau von erschwinglichen Wohnungen, sowohl im Verkaufs- als auch im Mietsegment. Erschwinglicher Wohnraum bedeutet aber nicht ausschließlich Sozialwohnungen. „Wir wollen einen Bevölkerungsmix“, sagte Henri Kox. Verkaufswohnungen werden ausschließlich mit Erbpacht angeboten. Der Staat bleibt Eigentümer des Grundstücks und hat ein Vorkaufsrecht. Die Preise richten sich nach dem Budget der Käufer und sind in zwei Kategorien eingeteilt. Die Verkaufspreise liegen je nach Einkommen 40 bis 60 Prozent unter dem Marktpreis

Auch bei den Mietwohnungen werden zwei Preiskategorien angeboten. Je nach Einkommen bezahlen Mieter zwischen fünf und zehn Euro pro Quadratmeter oder aber - wenn sie etwas mehr Geld zur Verfügung haben - zwischen zehn und 20 Euro pro Quadratmeter. Dazu muss man wissen, dass der derzeitige Quadratmeterpreis in der Hauptstadt im Schnitt bei 30 Euro liegt. Ziel ist es, dass die Haushalte nicht mehr als 30 Prozent ihres Einkommens fürs Wohnen ausgeben müssen. 

Zum jetzigen Zeitpunkt zählt ein Drittel des Wohnraums auf Kirchberg zum erschwinglichen Segment. Der private Wohnraum macht zwei Drittel aus. Auf lange Sicht sollen zwei Drittel der Wohnungen auf Kirchberg im erschwinglichen Segment liegen. Der Staat kann das so umsetzen, weil der Großteil der Flächen in staatlichem Besitz (70 Prozent) sind. Der staatliche Fonds du Kirchberg arbeitet sowohl mit öffentlichen als auch mit privaten Bauträgern zusammen.

Bis 2023 sollen 757 Wohnungen entstehen (Réimerwee Est et Ouest, Domaine Kiem, JFK Sud Zone A).

Bis 2026 kommen 1.038 Wohnungen dazu (JFK Sud Zone B, Grünewald Ouest, Boulevard Konrad Adenauer, Laangfur, Site Eurocontrol).

Bis 2030 kommen 1.360 Wohnungen dazu (JFK Sud Zone B, Grünewald Ouest, Laangfur, Rue Tony Rollman, Kuebebierg). 

Nach 2030 entstehen weitere 3.880 Wohnungen, auf dem Kuebebierg (2.642), Laangfur (138) und auf dem Gelände der Luxexpo (1.100). Das Projekt Kuebebierg zeichnet sich François Bausch zufolge durch seine Nachhaltigkeit aus, sowohl was die Energie- und Wasserversorgung als auch die Mobilität (Car-Sharing, Sammelparkhäuser, Tramverbindung) betrifft.

Die Wohnungen werden prioritär an Personen verkauft oder vermietet, die in der Stadt Luxemburg oder in einer der Randgemeinden arbeiten, die sie problemlos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen können.


Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

"Öffentliche Hand muss mehr bauen"
Die Regierung steht vor einem Mammutproblem: Sie muss und will bezahlbaren Wohnraum schaffen. Im Interview erklärt die Wohnungsbauministerin, wie sie das Problem anpacken möchte.
Das Mietwohnprojekt "Miwwelchen" des Fonds du logement in Differdingen.
(K)ein Dach über dem Kopf
In Deutschland protestieren die Menschen gegen zu hohe Mieten und für mehr bezahlbaren Wohnraum. In Luxemburg finden zwar keine Proteste statt, doch auch hier setzt die Wohnungsnot die Regierung zunehmend unter Druck.
Der Fonds du logement baut in den kommenden fünf Jahren 300 Mietwohnungen.