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Kinderbetreuung: Rush auf Chèques-Service blieb aus
Die befürchteten Engpässe in den Luxemburger Betreuungseinrichtungen blieben aus.

Kinderbetreuung: Rush auf Chèques-Service blieb aus

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Die befürchteten Engpässe in den Luxemburger Betreuungseinrichtungen blieben aus.
Politik 24.11.2016

Kinderbetreuung: Rush auf Chèques-Service blieb aus

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Seit diesem Herbst haben Grenzgänger Zugang zu den Chèques-Service. Das Interesse ist weitaus geringer als vom Bildungsministerium erwartet.

(mig) - Seit der Rentrée 2016/17 ist das System der Chèques-Service auch für Grenzgänger zugänglich. 364 Grenzgänger-Familien nutzen das Angebot, davon 261 Franzosen, 68 Belgier und 35 deutsche Familien. Diese Zahlen gehen aus der Antwort von Bildungsminister Claude Meisch (DP) an eine parlamentarische Frage von Françoise Hetto und Martine Hansen (beide CSV) hervor.

Keine Engpässe

Die Befürchtung, die Neuzugänge könnten zu Engpässen in den Betreuungseinrichtungen führen, teilt der Minister nicht. Zum einen liege die Zahl der Neuanmeldungen weit unter den Prognosen des Ministeriums, zum anderen sei Luxemburg bisher immer in der Lage gewesen, seine Kapazitäten anzupassen. So sei die Zahl der Zulassungen für Strukturen des konventionierten und nicht-konventionierten Sektors zwischen 2014 und 2015 von 443 auf 771 gestiegen.

Claude Meisch hält es im Übrigen für sehr unwahrscheinlich, dass der Zugang zu den Chèques-Service Grenzgänger dazu verleiten könnte, ihre Kinder im luxemburgischen Schulsystem anzumelden, allein schon, weil sie wollen, dass ihre Kinder in ihrem direkten Umfeld und nach den dortigen Traditionen und Werten aufwachsen, von den langen Anfahrten einmal ganz abgesehen. Derzeit besuchen 69 Kinder mit Wohnsitz in der Grenzregion eine luxemburgische Schule, die meisten, weil sie im Laufe ihre Schulzeit aus Luxemburg weggezogen sind.

Ab der Rentrée 2017/18 werden auch ausländische Betreuungsstrukturen Zugang zum System der Chèques-Service haben, unter der Bedingung, dass sie bestimmte Qualitätskriterien erfüllen, darunter die Förderung der luxemburgischen und französischen Sprache. Bislang liegt dem Ministerium eine einzige offizielle Anfrage vor.

22 Kontrollagenten

Von den 22 regionalen Agenten, die für die Kontrolle der Strukturen zuständig sein werden, wurden bereits elf rekrutiert, neun haben ihren Dienst im Oktober aufgenommen, zwei werden zum Jahresbeginn ihre Arbeit aufnehmen. Sie müssen eine fünfwöchige Weiterbildung beim Service national de la jeunesse (SNJ) und am Ifen (Institut de formation de l'éducation nationale) absolvieren.

Die Einrichtungen erwarten zwei Kontrollbesuche pro Jahr. Beim ersten Besuch wird die Einhaltung der Qualitätskriterien kontrolliert. Bei der zweiten Kontrolle wird die pädagogische Arbeit kontrolliert und überprüft, ob die Weiterbildungspflicht eingehalten wird.



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