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Kinderbetreuung: 20 Gratisstunden in den Kitas
Politik 2 Min. 21.07.2016

Kinderbetreuung: 20 Gratisstunden in den Kitas

Alle Kinder zwischen eins und vier Jahre werden ab der Rentrée 2017 von 20 kostenlosen Betreuungsstunden in den Kitas verfügen können. Damit will die Regierung eine mehrsprachige Frühförderung bestärken.

Kinderbetreuung: 20 Gratisstunden in den Kitas

Alle Kinder zwischen eins und vier Jahre werden ab der Rentrée 2017 von 20 kostenlosen Betreuungsstunden in den Kitas verfügen können. Damit will die Regierung eine mehrsprachige Frühförderung bestärken.
Foto: Reuters
Politik 2 Min. 21.07.2016

Kinderbetreuung: 20 Gratisstunden in den Kitas

Bérengère BEFFORT
Bérengère BEFFORT
Zur Rentrée 2017 kommt die mehrsprachige Frühförderung in den Kitas. Der Staat finanziert wöchentlich 20 Betreuungsstunden in den Einrichtungen, die Partner des Chèques-service sind.

(BB) - "Wenn die Kinder noch ganz klein sind, saugen sie neue Kenntnisse regelrecht auf. Dieses Zeitfenster im Alter zwischen eins und vier Jahren muss man für die Förderung der Sprachkenntnisse nutzen", sagt Minister Claude Meisch zum neuen Konzept der mehrsprachigen Frühförderung in den Kitas.

Ab der Rentrée 2017 sollen die kleinen Kitabesucher mehrsprachig betreut werden. Auf Luxemburgisch, weil das "die Integrationssprache" ist, wie Claude Meisch betont. Auf Französisch, weil das die "Lebenssprache" sei, besonders im Hinblick auf die Erfordernisse auf dem Arbeitsmarkt. Und darüber hinaus soll die Muttersprache jedes Kindes in die Aktivitäten der Kita integriert werden .

Für alle Kinder, in allen Kitas

Die Eltern sollen demnach im Rahmen der Chèques-service über 20 kostenlose Betreuungsstunden pro Woche in den Kitas verfügen. Die folgenden Stunden werden je nach Einkommen der Eltern berechnet. Minderbemittelte Haushalte sollen ihrerseits noch zusätzliche Gratisstunden erhalten.

Die Kosten der Kinderbetreuung für die Familien dürften somit erheblich zurückgehen. Hier zwei Beispiele, dass das Ministerium für eine Familie mit zwei Kindern berechnet hat:

Die neuen kostenlosen Stunden senken die Kosten für die Familien.
Die neuen kostenlosen Stunden senken die Kosten für die Familien.
Illustration: Ministerium für Kindheit

Das Konzept der Regierung ist es, alle Kinder bestens auf das Bildungssystem vorzubereiten. Weil die Mehrsprachigkeit den Kindern Schwierigkeiten bereiten kann, sollen die Sprachen von klein auf spielerisch erlernt werden. Verschiedene Sprachen zu beherrschen soll eine Chance sein, betont der Minister für Kindheit. Die Kitas wurden demnach herangezogen, um eine mehrsprachige Frühförderung anzubieten.

Die Sprache soll für die Kinder eine Chance sein, und nicht eine Falle. Deshalb müssen wir bei der Sprachförderung früh ansetzen.

Erste Weichen hat die Regierung schon mit dem neuen Jugendgesetz gestellt. Hier wurden Qualitätskriterien definiert, die schon ab der Rentrée 2016 gelten. Ab Oktober 2017 soll dann die multilinguale Betreuung in allen Kitas Realität sein.

"Alle Kitas machen mit. Wir haben als Ministerium den Rahmen gesteckt und Ziele vorgegeben. Die Betreuungseinrichtungen erstellen dann ihrerseits ein konkretes Konzept, wie sie die Mehrsprachigkeit der Kleinen im Alltag fördern wollen", erklärt Minister Claude Meisch. Sollte eine Einrichtung den Erwartungen des Ministeriums nicht nachkommen, droht ihr der Zugang zu den Chèques-service entzogen zu werden.

Die Kontrollen in den Einrichtungen werden ihrerseits von 22 Agenten des SNJ durchgeführt.

Insgesamt bringt der Staat für die neue Frühförderung und Änderungen bei den Chèques-service ein zusätzliches Budget von 80 Millionen Euro pro Jahr auf.




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