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Kersch: "Lassen Sie uns arbeiten!"
Politik 03.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Überführung der Kirchen und Vermögenswerte

Kersch: "Lassen Sie uns arbeiten!"

Bei vielen Kirchen erweist sich die Klärung der Besitzverhätnisse als schwierig.
Überführung der Kirchen und Vermögenswerte

Kersch: "Lassen Sie uns arbeiten!"

Bei vielen Kirchen erweist sich die Klärung der Besitzverhätnisse als schwierig.
Foto: Guy Jallay
Politik 03.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Überführung der Kirchen und Vermögenswerte

Kersch: "Lassen Sie uns arbeiten!"

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Bis zum 1. Oktober sollten die Gemeinden die Besitzverhältnisse mit den Kirchenfabriken klären. Nur wenige Kommunen scheinen dem Aufruf gefolgt zu sein. Minister Dan Kersch zeigt sich sehr zugeknöpft.

(ml) - In einem Rundschreiben, das im August vom Ministerium ausgestellt worden war, wurden die Gemeinden aufgefordert, bis zum 1. Oktober die Besitzverhältnisse der Kirchengebäude und Vermögenswerte  mit den Kirchenfabriken zu klären. Wie viele Gemeinden das erste Stichdatum eingehalten haben, war auf Nachfrage hin nicht in Erfahrung zu bringen.

"Ich beziehe dazu überhaupt keine Stellung mehr! Lassen Sie uns unsere Arbeit verrichten", sagte Innenminister Dan Kersch. Demnächst sei eine Unterredung mit Vertretern des Bistums vorgesehen. Ein genaues Datum nannte der Minister allerdings nicht.

Geringe Beteiligung

"Luxemburger Wort"-Informationen zufolge zeichnet sich ab, dass nur wenige Gemeinden dem Aufruf von Dan Kersch Folge geleistet haben. In Bettemburg und in Niederanven z. B. gelang den Gemeindeverantwortlichen und den lokalen Kirchenfabriken kein Durchbruch. Oft sind die verworrenen Besitzverhältnisse der Kirchengebäude nur schwer zu überprüfen. Sogar Kommunen, die von sozialistischen Bürgermeistern angeführt werden, wie z. B. Weiler-la-Tour, konnten die festgeschriebene Frist nicht einhalten. Die entsprechende Konvention wird erst in den kommenden Tagen unterschrieben.

"Das Datum des 1. Oktober ist nicht verbindlich", stellte Minister Kersch vor wenigen Tagen in seiner Antwort auf eine dringende parlamentarische Anfrage klar. Ziel sei es, möglichst früh alle Angaben einzusammeln, um die Besitzverhältnisse besser einzuordnen. Er sei sich bewusst, dass diese Vorgehensweise einige Politiker irritieren möge, betonte Kersch damals.

"Angespannte Atmosphäre"

Das Syndikat der Kirchenfabriken (Syfel) rief dazu auf, keine Konventionen mit den Gemeinden zu unterschreiben, bevor das Gesetz gestimmt sei. Dieser Aufruf habe teilweise für eine angespannte Atmosphäre gesorgt, sagte am Samstag Generalvikar Leo Wagener am Sonntag gegenüber Radio 100,7. Es mache keinen Sinn die Konventionen zwischen den Kirchenfabriken und Gemeinden nicht zu unterschreiben.

Kirchengebäude könnten vor einer Desakralisierung geschützt werden, so Wagener. Der Generalvikar geht davon aus, dass sich die Gemüter in den kommenden Wochen beruhigen werden. Derzeit wird ein Team gebildet, das die Statuten des künftigen Kirchenfonds ausarbeiten soll. Aufgabe des Kirchenfonds wird es sein, die Finanzierung zum Unterhalt der Kirchegebäude zu gewährleisten.

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