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Keine Lust auf Beleidigungen
Juncker ist kein Fan von sozialen Medien.

Keine Lust auf Beleidigungen

Foto: AFP
Juncker ist kein Fan von sozialen Medien.
Politik 14.06.2019

Keine Lust auf Beleidigungen

Teddy JAANS
Teddy JAANS
In einem Interview äußerte sich der scheidende EU-Kommissionschef, warum er soziale Netzwerke meidet.

Jean-Claude Juncker hat keine Lust, beleidigende Kommentare über sich selbst zu lesen. Zudem will er nicht Tag für Tag lesen, dass er betrunken sei. Dies sagte der noch amtierende EU-Kommissionschef diese Woche in einem Interview in dem europäischen Politikmagazin "Politico".  Aus diesem Grund nehme er die zahlreichen Tweets des US-Präsidenten auch kaum zur Kenntnis.


President of the European Commission Jean-Claude Juncker gestures as he arrives for a European Union (EU) summit at EU Headquarters in Brussels on May 28, 2019. (Photo by EMMANUEL DUNAND / AFP)
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Ganz abgeschirmt ist er jedoch nicht.   "Meine Mitarbeiter geben mir die interessanten Sachen", so Juncker, "also stört mich das nicht allzu sehr". Auch die in den Netzwerken kursierenden Gerüchte über Korruption will er nicht Tag für Tag lesen. Selbst nach Jahren in der Politik seien solche Stiche immer noch schmerzhaft, so Juncker, der immer noch verärgert ist über das Video, das ihn scheinbar betrunken am Rande eines Nato-Gipfeltreffens zeigt.

"Ich stand unter großen Schmerzen bei diesem Treffen, hatte Krämpfe in den Beinen und bin natürlich hingefallen", so Juncker, der meint, dies habe besonders den britischen Medien gefallen. Solche Beleidigungen seien nicht wünschenswert, besonders für die Menschen, die von ihnen betroffen sind.

Nachfolger gesucht

In Sachen Nachfolger verteidigte der Mann den Spitzenkandidatenprozess. Dieser besagt, dass der Kandidat der stärksten Fraktion im EU-Parlament Kommissionspräsident wird. Persönlich wünschte er sich also Manfred Weber als Nachfolger. Egal, wer den Posten bekommen wird - Juncker ist der Meinung, dieser müsse auch mal "Nein" sagen können, wolle er nicht "im Nebel schlecht organisierter Beziehungen zwischen den Institutionen verschwinden".

Unerwartete Aufgabe


President of the European Commission Jean-Claude Juncker speaks to the press as he arrives for a European Union (EU) summit at EU Headquarters in Brussels on May 28, 2019. (Photo by Kenzo TRIBOUILLARD / AFP)
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Juncker wird wohl nach dem Ablauf seines Mandats seinen Führerschein erneuern müssen. Auch dies hat er diese Woche bekanntgegeben. Seine Fahrerlaubnis ist seit mehr als sechs Jahren abgelaufen, weshalb eine Kontrollprüfung notwendig wird. Seit er in Brüssel tätig ist, habe er sich nicht mehr selbst hinter das Steuer eines Fahrzeugs gesetzt, so der Mann.

Abgesehen davon, will er nach dem 31. Oktober "aufatmen" und Bücher schreiben. Wobei seine Zeit in Brüssel ihm besonders am Herzen liegt.


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