Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Kein durchschlagender Erfolg
Politik 2 Min. 17.02.2017 Aus unserem online-Archiv
Mietzuschuss

Kein durchschlagender Erfolg

Geringverdiener haben jede Mühe, auf dem Luxemburger Mietwohnungsmarkt eine dezente und bezahlbare Wohnung zu finden.
Mietzuschuss

Kein durchschlagender Erfolg

Geringverdiener haben jede Mühe, auf dem Luxemburger Mietwohnungsmarkt eine dezente und bezahlbare Wohnung zu finden.
Foto: Anouk Antony
Politik 2 Min. 17.02.2017 Aus unserem online-Archiv
Mietzuschuss

Kein durchschlagender Erfolg

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Seit dem 1. Januar 2016 können einkommensschwache Familien auf einen staatlichen Mietzuschuss zurückgreifen, doch die Bilanz ist recht mager. In einem Jahr sind nur 4.000 Anfragen eingegangen, die Hälfte der Anträge wurde abgelehnt.

(mig) - Familien mit einem geringen Einkommen, vor allem auch Alleinerziehende haben es in Luxemburg schwer, eine geeignete und bezahlbare Mietwohnung zu finden. Um ihnen unter die Arme zu greifen, hat die Regierung Anfang 2016 den Mietzuschuss eingeführt. Je nach Einkommen und Haushaltszusammensetzung erhalten Haushalte eine monatliche Beihilfe zwischen 124 und maximal 300 Euro.

Um in den Genuss der Beihilfe zu kommen, muss die Miete mindestens 33 Prozent des Haushaltseinkommens verschlingen. Die Regierung hat zudem Referenzmieten festgelegt. So darf beispielsweise das verfügbare Nettoeinkommen bei einem Haushalt mit zwei Kindern 3.713 Euro nicht überschreiten. 

Andrang hält sich in Grenzen

Die Regierung ging davon aus, dass rund 19.000 Haushalte in den Genuss der "Subvention loyer" kommen könnten, doch der Andrang hält sich in Grenzen. In zwölf Monaten sind beim Wohnungsbauministerium 4.000 Anfragen eingegangen, 1.000 Anträge wurden bewilligt, weitere 1.000 hängen noch in der Warteschleife, "in erster Linie wegen fehlender Dokumente", wie der Vorsitzende des zuständigen parlamentarischen Ausschusses Max Hahn (DP) auf LW-Nachfrage erklärt. Die Hälfte der Anträge wurde abgelehnt.

Mangel an Information

Dass insgesamt nur 4.000 Anträge eingegangen sind, führt Max Hahn auf Unwissenheit zurück, bei den potenziellen Empfängern, aber auch bei den Behörden.  "Trotz Informationskampagnen in einheimischen und ausländischen Medien ist es nicht gelungen, die Menschen zu erreichen", stellt Hahn fest. Deshalb wolle man künftig stärker auf die Schulung der Beamten in den "Offices sociaux" und auf eine engere Zusammenarbeit mit den kommunalen Sozialämtern setzen.

2.000 Anträge abgelehnt

Handlungsbedarf besteht aber auch in Bezug auf die hohe Zahl an abgelehnten Anträgen. Bei vielen Antragstellern hat sich herausgestellt, dass die Miete weniger als 33 Prozent des verfügbaren Nettoeinkommens beträgt und sie deshalb kein Recht auf das Wohngeld hatten.

"Bei 30 Prozent der abgelehnten Antragsteller machte die Miete zwischen 30 und 33 Prozent aus, bei 40 Prozent der Antragsteller waren es zwischen 25 und 30 Prozent", erklärt der DP-Abgeordnete. Im zuständigen Parlamentsausschuss wird nun über eine Senkung der Mindestgrenze diskutiert.

Des Weiteren steht eine Anpassung der maximalen Einkommensgrenze an, "weil sich herausgestellt hat, dass viele Antragsteller abgelehnt wurden, weil ihr verfügbares Nettoeinkommen die Obergrenze um einen bis 100 Euro überstieg". Angedacht wird nun, die Sozialleistungen bei der Berechnung auszuklammern.

Mietpreise steigen weiter

Wohnen wird in Luxemburg immer teurer. Laut dem Observatoire de l'habitat sind die Mietpreise zwischen dem 3. Trimester 2015 und 2016 in den meisten Regionen gestiegen, im Norden um elf Prozent, im nördlichen Zentrum um 7,4, im südlichen Zentrum um 4,2 und im Süden um 0,5 Prozent. Lediglich im Osten (-2,2 Prozent) und im Westen (-0,7 Prozent) sind die Preise für Mietwohnungen leicht zurückgegangen.

Insgesamt sind die Mietpreise in einem Jahr um über drei Prozent gestiegen. Am stärksten gestiegen sind die Mieten für Wohnungen mit mindestens vier Zimmern (+7,5 Prozent), die Preise für Ein-Zimmer-Mietwohnungen sind um 6,4 Prozent gestiegen. Im Schnitt betrug die Miete für eine Wohnung im 3. Trimester 2016 1.430 Euro.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Als Anfang 2016 der Mietzuschuss eingeführt wurde, ging die Regierung von 19.000 potenziellen Beziehern aus. Tatsächlich gingen kaum Anträge ein. Die Regierung ändert jetzt die Bedingungen, um mehr Menschen zu erreichen.
Der Mietzuschuss wird neu geregelt, damit mehr Menschen für die Beihilfe in Frage kommen.
Einkommensschwache Haushalte werden durch eine staatliche Wohnhilfe entlastet, die Renten werden um 0,5 Prozent angepasst und Raser müssen sich vor Radargeräten in Acht nehmen.
Am 1. Januar treten eine Reihe von Änderungen in Kraft.
Parlament stimmte über Beihilfe ab
Die Miete für eine Zwei-Zimmer-Wohnung beläuft sich landesweit im Schnitt auf 1.543 Euro. Für einkommensschwache Haushalte ist das viel Geld. Ein neuer staatlicher Mietzuschuss soll hier weiterhelfen. Das Parlament gab seine Zustimmung.
Geringverdiener, die mehr als ein Drittel ihres Nettoeinkommens für die Miete aufbringen, können einen Mietzuschuss beantragen. Für eine Familie mit zwei Kindern liegt die Einkommensobergrenze bei 3.713 Euro.
Der Wohnungsmarkt in Luxemburg
In puncto Wohnen ist das Großherzogtum bekanntlich ein teures Pflaster. Und die Preise steigen weiter an. Das geht aus den aktuellen Zahlen des „Observatoire de l'habitat“ hervor.
Ob kaufen oder mieten: Wohnungen und Häuser werden im Großherzogtum weiterhin teurer. Für eine Wohnung muss man im Schnitt 458.500 Euro zahlen – oder 1.385 Euro Miete ohne Nebenkosten.
Wohngeld kommt am 1. Januar
Ärmere Familien und Privatleute müssen zum Teil einen stattlichen Teil ihres Einkommens für die Miete ausgeben. Eine Mietbeihilfe soll ab 1. Januar für Erleichterung sorgen.
Vor allem ärmere Haushalte bringen die Wohnungsmieten an den Rand ihrer finanziellen Möglichkeiten.