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Katholische Kirche in Luxemburg: Entschuldigung und null Toleranz
Generalvikal Leo Wagener, Erzbischof Jean-Claude Hollerich, Martine Jungers und Patrick Hubert (vlnr).

Katholische Kirche in Luxemburg: Entschuldigung und null Toleranz

Chris Karaba / Luxemburger Wort
Generalvikal Leo Wagener, Erzbischof Jean-Claude Hollerich, Martine Jungers und Patrick Hubert (vlnr).
Politik 1 28.02.2019

Katholische Kirche in Luxemburg: Entschuldigung und null Toleranz

Marc SCHLAMMES
Marc SCHLAMMES
Erzbischof Jean-Claude Hollerich und Generalvikar Leo Wagener sprachen am Donnerstag bei einer Pressekonferenz über die Ergebnisse des Treffens im Vatikan zum Thema Missbrauch. Die Pressekonferenz können Sie hier nachsehen.

Zwischen 2011 und 2018 wurden 24 Missbrauchsfälle bei der Kontaktstelle des Erzbistums gemeldet „Ich entschuldige mich aus ganzem Herzen bei allen Opfern. Sie haben schreckliches Leid erfahren.“ Erzbischof Jean-Claude Hollerich ist sichtlich bewegt, als er das traurige Kapitel des sexuellen Missbrauchs innerhalb der katholischen Kirche anspricht.

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Auch Luxemburg ist Bestandteil dieses Kapitels. Zwischen 2011 und 2018 wurden der Kontaktstelle der Erzdiözese 24 Fälle sexueller Gewalt gemeldet; in 21 Fällen waren Minderjährige betroffen. In einer ersten Phase, 2010, hatten 39 Gesprächspartner über sexuelle Übergriffe geklagt. Damit die „Null-Toleranz-Politik“, die der Erzbischof seinem Bistum verschrieben hat, greift, setzt die katholische Kirche in Luxemburg auf Prävention. Dazu gehört beispielsweise, dass über angehende Priester ein psychologisches und psychiatrisches Gutachten erstellt wird. 


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„Wir meinen es ernst mit dem Kampf gegen Missbrauch“, betont Generalvikar Leo Wagener. Oberstes Ziel der Prävention sei es, sexuelle Gewalt zu verhindern. Sollten sich dennoch derartige Fälle zutragen, werden repressive Maßnahmen ergriffen; zum einen wird den Opfern nahegelegt, Klage einzureichen und zum anderen wird das kirchliche Strafrecht angewandt, das keine Konkurrenz zum Rechtsstaat sei, so Patrick Hubert. Mit Blick auf die rezente Vatikan-Konferenz meint Mgr Hollerich, dass er „Momente großer emotionaler Ergriffenheit“ erlebt habe. Als „traurig“ empfindet er, dass sich die Opferverbände, die den Verlauf der Tagung im Nachhinein kritisierten, nicht direkt einbringen konnten. „Das hätte diesen Menschen gut getan.“