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Juncker kritisiert seine eigene Partei in der Affäre Engel
Politik 17.04.2021

Juncker kritisiert seine eigene Partei in der Affäre Engel

Jean-Claude Juncker war fünf Jahre lang CSV-Präsident, 18 Jahre luxemburgischer Premierminister und fünf Jahre lang EU-Kommissionspräsident.

Juncker kritisiert seine eigene Partei in der Affäre Engel

Jean-Claude Juncker war fünf Jahre lang CSV-Präsident, 18 Jahre luxemburgischer Premierminister und fünf Jahre lang EU-Kommissionspräsident.
Foto: Lynn Theisen
Politik 17.04.2021

Juncker kritisiert seine eigene Partei in der Affäre Engel

Roland ARENS
Roland ARENS
Die Situation um den Arbeitskontrakt des Ex-CSV-Parteichefs hätte sich laut Juncker anders klären lassen. Aber auch Frank Engel habe Fehler gemacht.

Der frühere Staats- und Premierminister Jean-Claude Juncker hat seine Partei für ihr Verhalten in der Affäre um den „Freundeskreis“ und die Bezahlung von Ex-Parteichef Frank Engel kritisiert. Dass die CSV ihren eigenen Parteipräsidenten anzeigte, habe ihn traurig und zornig gemacht, sagte Juncker am Samstag in der RTL-Radiosendung „Background“. Das sei nicht richtig gewesen und der größten Partei des Landes nicht angemessen. Jedoch habe auch Frank Engel Fehler gemacht. Juncker bezeichnete Engel als hochintelligent, er stehe sich jedoch mitunter selbst im Wege. 

Die CSV sei „eine erwachsene Person, die nicht frei ist von postpubertären Reflexen“, so Juncker. Der Streit sei eigentlich unnötig und ein großes Missverständnis gewesen. Die Situation hätte sich im Gespräch anders klären lassen, ohne etwas unter den Teppich zu kehren. „Partei und Land sind wichtiger als solche Spielereien.“


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Die CSV stellt sich komplett neu auf. Der ehemalige Parteipräsident kommentiert die Kandidaturen und spricht über seine politische Zukunft.

Ein eigenes Comeback im Zuge der Neuordnung seiner Partei schloss Juncker aus. Er stehe jedoch mit seinem Rat zur Verfügung, wenn er gefragt werde. Die CSV will sich auf dem Parteikongress am 24. April neu aufstellen. Claude Wiseler will bis dahin ein neues Führungsteam mit Nachwuchspolitikern zusammenstellen. Der CSV-Europaabgeordnete Christophe Hansen, der seine Kandidatur als Generalsekretär gestellt hat, ist in den Augen Junckers eine der großen Hoffnungen der Luxemburger Politik. Auch Elisabeth Margue sei eine sehr tüchtige Frau.

Der blau-rot-grünen Regierung stellte der Ehrenstaatsminister in der Pandemiebekämpfung ein insgesamt gutes Zeugnis aus. Premier Bettel mache unter den gegebenen Umständen vieles richtig. Der Koalition warf Juncker dagegen vor, dass sie die Covid-Maßnahmen systematisch nur mit den 31 Stimmen der Regierungsmehrheit und ohne jede Berücksichtigung der Vorschläge der Opposition im Parlament absegnen lasse. Das sei eine Sache der Unmöglichkeit, so Juncker.

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