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Jugendgarantie: Hilfe zur Selbsthilfe
Politik 2 Min. 19.12.2015 Aus unserem online-Archiv

Jugendgarantie: Hilfe zur Selbsthilfe

Die Jugendgarantie hilft den Jugendlichen bei ihrem Weg in die Berufswelt.

Jugendgarantie: Hilfe zur Selbsthilfe

Die Jugendgarantie hilft den Jugendlichen bei ihrem Weg in die Berufswelt.
Anouk Antony
Politik 2 Min. 19.12.2015 Aus unserem online-Archiv

Jugendgarantie: Hilfe zur Selbsthilfe

Die Jugendgarantie ist ein Erfolg. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass nur die Jugendlichen von dem im Sommer 2014 eingeführten Programm profitieren, die bereit sind, sich selbst einzubringen.

(DS) - Zwölf Prozent der Arbeitslosen in Luxemburg sind jünger als 25 Jahre. Unter den 17.530 Erwerbslosen, die im Oktober bei der Adem gemeldet waren, befanden sich 2.161 junge Menschen unter 25 Jahren.

An sie wendet sich die Jugendgarantie. Das Programm hat zum Ziel, Jugendlichen, die weder die Schulbank drücken, noch einen Job haben, wieder eine Perspektive zu bieten. Die Jugendlichen unter 25 Jahren, die sich bei der Adem einschreiben, werden speziell betreut und bekommen innerhalb von vier Monaten ein Angebot: Entweder sie bekommen gleich einen Job in Aussicht gestellt und sie erhalten die erforderlichen Weiterbildungsangebote, um fit für den Arbeitsmarkt zu sein.  Eine andere Alternative ist die Rückkehr in die Schule, damit sie doch noch ein Diplom erhalten. Möglich sind aber auch weiterführende Praktika oder der Beginn einer Lehre.

Erste Erfolge nach einem Jahr

Die Jugendgarantie war im Juni 2014 gemeinsam von Beschäftigungsminister Nicolas Schmit und Bildungsminister Claude Meisch  aus der Taufe gehoben. Nach einem Jahr waren erste Erfolge sichtbar. Im ersten Jahr waren 2.654 Jugendliche länger als vier Monate bei der Adem eingeschrieben, mehr als 2.000 von ihnen wurde eine Offerte unterbreitet.

Fast drei Viertel der Teilnehmer, die bis zum Schluss des Programms durchhalten, bekommen auch in der Tat einen Arbeitsplatz, eine Ausbildungsstelle oder einen Job in einer Beschäftigungsmaßnahme.

Hohe Absprungrate

Eine Erfolgsquote von 74 Prozent klingt zwar gut, doch man muss sich vor Augen halten, dass die Absprungrate sehr hoch ist. Im Sommer mussten die Verantwortlichen der Adem zugeben, dass von den 2.654 Kandidaten etwa 1.000 frühzeitig das Handtuch geworfen hatten und aus dem Programm ausgeschieden waren, noch bevor ihnen geholfen werden konnte.

Die Ursachen sind vielfältig. Die Jugendgarantie ist als Hilfe zur Selbsthilfe angelegt, das heißt, die Jugendlichen müssen bereit sein, sich selbst einzubringen. Das Programm fordert ihnen schon einiges ab. Dazu sind aber einige erst gar nicht bereit und springen schon nach dem ersten Gespräch wieder ab. An sie kommen die Mitarbeiter der Adem kaum heran.

Dann gibt es aber auch welche, die zwar mit dem Programm beginnen, sich dann aber nicht an die Spielregeln halten, etwa indem sie nicht an den Kursen teilnehmen, die ihnen angeboten werden. Wieder andere kommen mit falschen Vorstellungen zur Arbeitsagentur. Sie wollen eigentlich noch nicht auf den Arbeitsmarkt und haben keine genauen Vorstellungen, wie sie ihre Zukunft gestalten wollen. In dem Fall haben es die Berater der Adem natürlich besonders schwer.


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