Wählen Sie Ihre Nachrichten​

JO.16 mobilisiert die Wähler
Politik 11.05.2015 Aus unserem online-Archiv
Herabsetzung des Wahlalters

JO.16 mobilisiert die Wähler

Die Facebook-Seite JO.16 spricht sich für das fakultative Wahlrecht ab 16 aus.
Herabsetzung des Wahlalters

JO.16 mobilisiert die Wähler

Die Facebook-Seite JO.16 spricht sich für das fakultative Wahlrecht ab 16 aus.
Screenshot: Facebook
Politik 11.05.2015 Aus unserem online-Archiv
Herabsetzung des Wahlalters

JO.16 mobilisiert die Wähler

Luxemburg hat derzeit die älteste Wahlbevölkerung in ganz Europa. Deshalb sei eine Absenkung des Wahlalters notwendig, heißt es auf einer neuen Facebook-Seite.

(ml) - Die Senkung des Wahlalters auf 16 Jahren stößt bei den Wählern auf wenig Zustimmung. Laut Politmonitor von "Luxemburger Wort" und RTL lehnen 68 Prozent der Stimmberechtigten diese Idee ab. Sogar die 18-bis 24-Jährigen sprechen sich mehrheitlich dagegen aus.

Patrick Weymerskirch, der aufgrund von Meinungsverschiedenheiten als Präsident des Jugendparlaments abgesetzt worden war, und Alexander Frisch, betrachten die ungünstigen Umfragewerte jedoch nicht als schicksalhaft. Um das Thema in den kommenden Wochen vor dem Referendum verstärkt in den Mittelpunkt zu rücken, haben die beiden nun eine Facebook-Seite mit dem Namen JO.16 gestartet.

Öffnet man die Seite, stößt man sofort auf ein Zitat von Johann W. Goethe: "Das Schicksal jedes Volkes und jeder Zeit hängt von den Menschen unter 25 Jahren ab." Ziel der Initiatoren ist es, bis zum Urnengang eine Dynamik zu erzeugen und möglichst viele Menschen davon zu überzeugen, für die Herabsetzung des Wahlalters einzutreten.

Derzeit hat Luxemburg die älteste Wahlbevölkerung in ganz Europa. Die Generation 65 plus stellt allerdings lediglich 14 Prozent der Gesamtbevölkerung dar. 25 Prozent der Einwohner sind nicht älter als 19 Jahre. Die Mehrheit von ihnen ist nicht stimmberechtigt, unterstreichen die Gründer von JO.16. 

Da die Gefahr bestehe, dass die Politik zu sehr auf die Wünsche älterer Wählerschichten eingeht und die jüngeren Generationen außen vor bleiben, mache die Einführung des fakultativen Wahlrechts ab 16 Jahre durchaus Sinn, heißt es weiter. Kritiker sind der Meinung, die 16- und 17-Jährigen hätten zu wenig politisches Interesse, und würden über ein zu geringes Wissen verfügen. Deshalb könnten sie keine vernünftige Wahlentscheidung treffen.

JO.16 hält dem entgegen, dass der Gesetzgeber jungen Menschen im Alter von 16 Jahren gewisse Rechte zugestehe (Alkoholkonsum, Motorrad-Führerschein, Wahl des Berufswunsches). Demnach sei das Wahlrecht ab 16 eine "logische Konsequenz, wenn man der Entwicklung der Lebensumstände von Jugendlichen im 21. Jahrhundert Rechnung trage."



Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Laut einer neuen von der Jugendkonferenz in Auftrag gegeben TNS-Ilres-Umfrage geben nur noch 43 Prozent der Wähler an, gegen das fakultative Wahlrecht für 16-Jährige zu sein.
Wählen mit 16
Politmonitor zum Referendum
Die meisten Wähler sind nicht mit der Marschrichtung der Regierung einverstanden. Den neusten Zahlen des Politmonitors nach geht die Zustimmung zu den drei Referendumsfragen zurück.
Illustration Referendum 7 juin 2015, 'Approuvez vous l'idee que les residents non Luxembourgeois aient le droit de s'inscrire de maniere facultatives sur les listes electorales' Photo: Chris Karaba
Die Jugendkonferenz befürwortet eine Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre. Junge Menschen würden dadurch von der Politik mehr wahrgenommen werden.
PolitMonitor zum Referendum
Die Hälfte der Wähler hat kein Verständnis dafür, dass die Frage zur Trennung von Kirche und Staat entfällt. Eine Sonderausgabe des "PolitMonitors" zum Verfassungsreferendum.
Knapp 48 Prozent der Wähler befürworten das Ausländerwahlrecht.