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Jede vierte Frau fühlt sich benachteiligt
Politik 08.04.2015 Aus unserem online-Archiv
Studie über Gleichberechtigung

Jede vierte Frau fühlt sich benachteiligt

Luxemburg hat in Sachen Geschlechtergerechtigkeit noch Nachholbedarf.
Studie über Gleichberechtigung

Jede vierte Frau fühlt sich benachteiligt

Luxemburg hat in Sachen Geschlechtergerechtigkeit noch Nachholbedarf.
Shutterstock
Politik 08.04.2015 Aus unserem online-Archiv
Studie über Gleichberechtigung

Jede vierte Frau fühlt sich benachteiligt

Wie steht es um die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau in Luxemburg? Dieser Frage ist das Statec in einer Studie nachgegangen. Frauen fühlen sich vor allem im beruflichen Alltag benachteiligt, Männer eher im Falle einer Scheidung.

(mig) - In Sachen Geschlechtergleichheit bleibt in Luxemburg noch einiges zu tun. Diese Meinung vertritt ein Großteil derer, die im vergangenen Jahr an einer entsprechenden Statec-Umfrage teilgenommen haben. Um Ungerechtigkeiten aus der Welt zu schaffen, ist nach Meinung der Befragten in erster Linie der Staat zuständig, wenngleich auch die Gemeinden, Schulen, Betriebe, Gewerkschaften und die Medien ihren Teil zur Geschlechtergerechtigkeit beitragen sollten. Lediglich für die 15-bis 24-Jährigen ist die Gleichheit zwischen Mann und Frau schon heute Realität.

Die Ungleichheit macht sich nach Ansicht der Befragten vor allem bei den Gehältern, beim Zugang zu Führungspositionen, in der Politik sowie bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bemerkbar, vorwiegend zum Nachteil der Frauen.

Nachteil durch Scheidung

Jede vierte Frau fühlt sich aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt. Bei den Männern liegt diese Quote bei 1:16. Zwei Drittel der befragten Frauen und Männer sehen sich jedoch nicht durch ihr Geschlecht benachteiligt. Frauen fühlen sich vor allem im beruflichen Bereich benachteiligt, Männer eher im Falle einer Scheidung.

Bezüglich der Aufteilung der häuslichen Aufgaben finden beide Geschlechter, dass sich ein gewisses Gleichgewicht eingestellt hat.

(Vor)-gelebte Gleichheit

In der Vermittlung des Gleichheitsprinzips spielen nach Ansicht der Umfrageteilnehmer vor allem die Schulen eine große Rolle. Die Mehrheit der Befragten ist der Meinung, dass die jungen Menschen im schulischen Alltag am meisten lernen.  Uneinig sind sich Befragten bei der Vermittlung von Rollenbildern in den Familien.

Ein Drittel gegen Frauenquote

Die Einführung einer zeitlich befristeten 40-prozentigen Frauenquote in Verwaltungsräten, börsennotierten Unternehmen und auf Wählerlisten stößt bei den Befragten auf breite Zustimmung. Lediglich ein Drittel der Befragten lehnt die Frauenquote ab. Je höher der Bildungsgrad, desto größer die Ablehnung.

Die Umfrage wurde zwischen dem 22. September und  dem 2. Oktober 2014 durchgeführt. Befragt wurden 506 Personen ab 15 Jahre. 2006, 2008, 2010 und 2012 fanden vergleichbare Studien statt.