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Jean-Claude Juncker: "Ech hu meng Mëllech ginn"
Politik 17.01.2020

Jean-Claude Juncker: "Ech hu meng Mëllech ginn"

Jean-Claude Junckers letzte Stunden als Präsident der Europäischen Kommission in Brüssel.

Jean-Claude Juncker: "Ech hu meng Mëllech ginn"

Jean-Claude Junckers letzte Stunden als Präsident der Europäischen Kommission in Brüssel.
Foto: Guy Wolff
Politik 17.01.2020

Jean-Claude Juncker: "Ech hu meng Mëllech ginn"

Jean-Claude Juncker über seine Lebenseinstellung, seinen politischen Stil, seine lange Karriere und seine Zukunftspläne.

(SC) - Am 1. Dezember begann für Jean-Claude Juncker ein neuer Lebensabschnitt. Nach rund 40 Jahren in der Politik, 18 Jahren als Premierminister von Luxemburg und fünf Jahren als EU-Kommissionspräsident zog sich Juncker aus der Politik zurück. In der RTL-Sendung "Kloertext" blickte Jean-Claude Juncker am Donnerstag auf seine lange Karriere zurück - und sprach über seine Zukunftspläne.

Kein Interesse an Firlefanz

Vor dem Amt des Premierministers habe er keine große Angst gehabt, so Juncker am Donnerstag: "Wenn man mit den Großen abhängt, dann merkt man recht schnell, dass die auch nur mit Wasser kochen." Das sei dann der Moment, in dem man nicht mehr ausschließt, auch ein größeres Amt zu übernehmen, falls es auf einen zukommen sollte.


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Charakter gewinnt
Juncker war immer zu Kompromissen bereit, hatte aber auch rote Linien.

Seine Arbeit habe er stets sehr ernst genommen: "Man wird nicht Minister, um etwas geschenkt zu bekommen." Er habe schon immer die Angewohnheit gehabt, seine Dossiers genau zu studieren. An "Firlefanz" habe er kein Interesse gehabt. Das habe er auch Brüssel so gehandhabt. Seine Arbeitsmoral habe er von seinem Vater, so Juncker am Donnerstag.

"Ich wäre gerne Staatsminister geblieben"

Nach den Wahlen 2013 verlor Juncker die Macht in Luxemburg - und das, obwohl die CSV mit den stärksten Ergebnissen aus den Wahlen hervorging. "Wenn man mit Abstand die stärksten Resultate erzielt, hat man die Wahlen nicht verloren", so Juncker am Donnerstag. Er sei in der Zeit von einigen Leuten sehr enttäuscht gewesen. "Ich wäre gerne Staatsminister geblieben, ich wollte ja nicht Kommissionspräsident werden."


Politik, Jean Claude Juncker, letzte Stunden als Präsident der Europäischen Komission in Brüssel, Foto: Guy Wolff/Luxemburger Wort
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Trotzdem - Jean-Claude Juncker ist nicht nachtragend. "Ich habe mir im Alter abgewöhnt, richtig böse zu werden". Soziale Netzwerke beachte er nicht: "Um jeden Tag zu hören, ich habe getrunken, ich täte meine Arbeit nicht - das brauche ich nicht."

Auf das Thema Zukunftspläne angesprochen, erklärte Juncker am Donnerstag, er habe die Arena der Politik nun endgültig verlassen. "Ech hu meng Mëllech ginn", so Juncker. Komplett von der Politik abnabeln will er sich dennoch nicht. Er könne sich beispielsweise gut vorstellen, in Zukunft als politischer Kommentator aufzutreten.

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IPO , Niederanven , am Sand , Neujahrsempfang CSV , Pot Nouvel An , Jean Claude Juncker Foto: Guy Jallay/Luxemburger Wort
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