Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Jean Asselborn: "Steuer-Tricksereien nicht mehr dulden"
Der Luxemburgische Außenminister Jean Asselborn.

Jean Asselborn: "Steuer-Tricksereien nicht mehr dulden"

Foto: Marc Wilwert
Der Luxemburgische Außenminister Jean Asselborn.
Politik 10.11.2014

Jean Asselborn: "Steuer-Tricksereien nicht mehr dulden"

In einem Interview mit deutschen Medien, kündigt der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn an, in Luxemburg sei kein Platz mehr für Firmen, die keine Steuern zahlen wollen.

(L.E.) - In Luxemburg sei kein Platz mehr für Firmen, die keine Steuern zahlen wollen. Die Regierung werde nicht mehr mit solchen Unternehmen zusammenarbeiten. Das sagte Außenminister Jean Asselborn in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Das Magazin berichtet, Asselborn habe die jüngsten Enthüllungen über die Steuersparmodelle für ausländische Unternehmen einen "Schlag, der den Ruf Luxemburgs hart trifft“, genannt.

Die Aussage ist eine Reaktion auf die Medienberichte zur Luxemburger "Tax Ruling", die international Aufsehen erregt hatten und Luxemburg in ein schlechtes Licht gerückt hatten. Dazu waren 28.000 Seiten geheimer Dokumente von einem Konsortium investigativer Journalisten ausgewertet worden. Dadurch sei belegt, dass die Luxemburger Behörden Finanzstrukturen genehmigt hatten, die von PricewaterhouseCoopers entwickelt worden waren und durch die manche Firmen mit teilweise unter einem Prozent besteuert worden waren.

Hier finden Sie das Interview auf Spiegel Online.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

LuxLeaks-Affäre: PwC: "Es ist alles legal"
Die Unternehmensberatung PwC Luxembourg reagiert auf die LuxLeaks-Enthüllungen: Sie habe ihren Kunden Ratschläge erteilt, die das geltende Recht respektieren. Die nun veröffentlichten Unterlagen stammten wahrscheinlich aus dem eigenen Haus.
PwC Luxemburg sagt, die Unternehmensberatung habe geltendes Recht beachtet.
#Luxleaks: Stellungnahme der Regierung: "Luxemburg hat nichts Falsches getan"
Bei einer eilig einberufenen Pressekonferenz versuchte die Regierung am Donnerstagvormittag, die wachsende internationale Kritik gegen Luxemburg  zu entkräften. Die geheimen Steuerabkommen seien nicht illegal, sagte Bettel. Der Finanzausschuss wird sich am Freitag in Anwesenheit von Finanzminister Gramegna mit den Enthüllungen  befassen.
Premier und Vizepremier, Finanz- und Justizminister traten zur gemeinsamen Pressekonferenz an, nachdem die Regierung am Freitagmorgen zunächst keine Stellungnahme abgeben wollte.
"Luxembourg Leaks": Luxemburg am Pranger
Der luxemburgische Finanzplatz steht im Zentrum einer weltweiten Recherche von 80 Journalisten. Geheimdokumenten zufolge sollen internationale Großkonzerne ihre Steuerlast mit Hilfe Luxemburger Behörden drastisch gedrückt haben.
Geballte Ministerkraft: Bettel, Gramegna, Schneider, Braz.