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Jean Asselborn: Iranischer Raketenangriff eher "Deeskalation"
Politik 08.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Jean Asselborn: Iranischer Raketenangriff eher "Deeskalation"

Jean Asselborn: Iranischer Raketenangriff eher "Deeskalation"

Foto: Anouk Antony
Politik 08.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Jean Asselborn: Iranischer Raketenangriff eher "Deeskalation"

Asselborn beschrieb den iranischen Angriff auf einen US-Stützpunkt im Irak als eine "dosierte Antwort" und sagte er bezweifele, dass die USA eine "große Strategie" für den Nahen Osten haben.

(dpa/SC) - Außenminister Jean Asselborn hat den Raketenbeschuss des Irans auf US-geführte Militärstützpunkte im Irak als eher deeskalierendes Zeichen gewertet. "Es scheint ja, wie wenn es eine dosierte Antwort des Irans gewesen wäre. Die Amerikaner haben auch nicht direkt zurückgeschlagen", sagte Asselborn am Mittwoch im Interview des Deutschlandfunks auf die Frage, ob ein direkter militärischer Schlagabtausch zwischen den USA und dem Iran bevorstehe.

Vielleicht habe der Iran tatsächlich nicht Soldaten treffen, sondern zeigen wollen, "dass sie natürlich imstande sind, amerikanische Basen anzugreifen", so Asselborn. "Das könnte, wie ich sage, noch einmal ein Zeichen der Entspannung sein."


Conference de presse, Asselborn / Cahen, Refugiés, le 16 Janvier 2018. Photo: Chris Karaba
«Effrayant et lamentable»: Asselborn face à la crise irano-américaine
Le drone qui a tué le général iranien a pulvérisé aussi les efforts que l’Europe a consentis pour une levée de la menace nucléaire iranienne selon le ministre des Affaires étrangères du Luxembourg. Interview.

Asselborn sieht für die Europäische Union "in dieser Phase des Konflikts" einen klaren Auftrag zur Deeskalation. Aus europäischer Sicht sei Irans Reaktion als Warnung zu verstehen, die ernst genommen werden sollte.

"Ich bin auch überzeugt, dass es in Amerika auch noch Menschen gibt, die an eine kultivierte Diplomatie glauben", sagte Asselborn dem Sender weiter. Europa könne weder die Agenda der US-Politik bestimmen, noch den Iran militärisch zügeln, aber als diplomatischer Partner beider Länder ein Aufschaukeln des Konflikts verhindern.

Weiter pflichtete Asselborn auch der Sprecherin des US-Repräsentantenhauses Nancy Pelosi bei, die kürzlich gesagt hatte, die Welt könne sich "keinen Krieg zwischen Amerika und dem Iran leisten". Eine Eskalation sei außerdem auch nicht im Interesse des Iran.

Die vorangegangene Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani im Irak durch einen US-Drohnenangriff wertete Asselborn als "etwas, was sehr nahe an einem Fehler ist". Ein weiterer Fehler der USA sei gewesen, sich von dem Atomabkommen mit dem Iran abzuwenden. Zu der Frage nach der Strategie der Amerikaner sagte Asselborn schlicht: "Ob sie eine große Strategie haben, das bezweifele ich."

Asselborn sagte dem Deutschlandfunk gegenüber, seit Präsident Trump in den USA am Ruder ist, gäbe es eine "sehr flexible Auslegung des internationalen Rechts". Stärke zähle unter Trump mehr als das internationale Gesetz - hier müsse Amerika wieder zu sich und seinen Werten finden.


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