Jahresbericht Universität: Auf dem digitalen Vormarsch
(müs) - Der Rücktritt des Rektors Rainer Klump im Mai, wenige Wochen später auch der des Verwaltungschefs Alfred Funk und Kritik an der Forschungsausrichtung: Wie steht die Universität Luxemburg nach turbulenten Monaten da? Und was für eine Universität braucht Luxemburg in Zukunft?
Am Montag wurde nun der Jahresbericht veröffentlicht.
Die Universität gehört, wie auch im vergangenen Jahr, zu den 200 besten der Welt und belegt Platz 178 von 800 gelisteten Hochschulen. Ludwig Neyses, Vizerektor für Forschung und Rektor in Vertretung, spricht in diesem Zusammenhang von einem "soliden Fundament".
Außerdem hebt die Universität in ihrem Bericht ihre internationalen Bedeutungen und Beziehungen im Bereich Forschung hervor. Neun der 13 Forschungseinheiten und -zentren wurden als international führend bewertet. Die Universität steigerte die eingeworbenen Drittmittel für Forschungsprojekte von rund 41 Millionen Euro im Vorjahr auf 43 Millionen Euro.
Auch die Zahl der Studenten hat sich kaum verändert: 6153 Studenten sind eingeschrieben, 2015 waren es 6172. Mehr als die Hälfte von ihnen kommt aus dem Ausland. Ingesamt sind 113 Nationaliäten an der Universität vertreten. Damit hat die Universität ihr Ziel, "keine Massenuniversität zu werden", wie Romain Martin im vergangenen Jahr betonte, erreicht.
Gröβte Fakultät bleibt die Fakultät für Rechts-, Wirtschafts- und Finanzwissenschaften mit rund 2500 Studierenden. Auf Belval wurde ein neues Wohnheim eröffnet, sodass die Universität nun über mehr als tausend Zimmer verfügt.
Das Gesamtbudget der Universität belief sich auf 215,2 Millionen Euro, im Jahr zuvor waren es 204,7 Millionen Euro. Den größten Teil, nämlich 150,5 Millionen, steuerte der Staat bei.
Wie sich die Situation an der Spitze der Universität weiter entwickeln wird, geht aus dem Bericht nicht konkret hervor. Die Rekrutierung eines neuen Rektors laufe, heißt es. Eine konkrete Entscheidung soll aber erst im Herbst fallen - also voraussichtlich ein knappes halbes Jahr nach dem Rücktritt von Rainer Klump.
Aktuell wird der neue Rektor per Stellenanzeige gesucht. Diese war auch Anlass einer parlamentarischen Frage des ADR-Abgeordneten Roy Reding, der kritisierte, dass in der Anzeige nur zwei und nicht drei Sprachen vorausgesetzt werden.
Ziele setzt sich die Universität unter anderem im digitalen Bereich. Eine neue Strategie für das Lernen im digitalen Zeitalter soll her. Zuletzt stand die Universität wegen ihrer unklaren Forschungsausrichtung in der Kritik. Die Zusammenarbeit mit öffentlichen Forschungszentren in Luxemburg soll vor allem in Bezug auf die Dokotorandenbetreuung weiter ausgebaut werden.