Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Jahresbericht der Katholischen Kirche: Erzbistum schreibt wieder schwarze Zahlen
Politik 2 Min. 18.06.2015

Jahresbericht der Katholischen Kirche: Erzbistum schreibt wieder schwarze Zahlen

Erzbischof Jean-Claude Hollerich will zwei Flüchtlingen ein neues Zuhause bieten.

Jahresbericht der Katholischen Kirche: Erzbistum schreibt wieder schwarze Zahlen

Erzbischof Jean-Claude Hollerich will zwei Flüchtlingen ein neues Zuhause bieten.
Serge Waldbillig
Politik 2 Min. 18.06.2015

Jahresbericht der Katholischen Kirche: Erzbistum schreibt wieder schwarze Zahlen

Seit Jahren hat die Katholische Kirche in Luxemburg Defizite hinnehmen müssen. 2014 fällt die Jahresbilanz erstmals wieder positiv aus. Generalvikar Leo Wagener gab dies bei der Präsentation der Jahresbilanz bekannt.

(DS) – Die Katholische Kirche schreibt endlich wieder schwarze Zahlen. Zum ersten Mal seit Jahren konnte ein Geschäftsjahr mit einem leichten Plus abgeschlossen werden. Dank deutlicher Einsparungen auf allen Ebenen und dank einer Umsatzsteigerung bei den Unternehmen Saint-Paul Luxembourg, Lafayette und Maria-Rheinsheim habe man 2014 einen Überschuss von 2,62 Millionen Euro erwirtschaftet, betonte Generalvikar Leo Wagener im Rahmen der Pressekonferenz.

Dem standen zum 31, Dezember letzten Jahres Verbindlichkeiten in Höhe von 45,7 Millionen Euro gegenüber. Dem „Rapport 2014“ mit der konsolidierten Bilanz  ist ferner zu entnehmen, dass das Eigenkapital bei 93,9 Millionen Euro liegt, die Gesamtbilanzsumme beträgt 155,4 Millionen. 

Verhaltener Optimismus

Trotz des positiven Resultats, zeigte sich der Generalökonom des Erzbistums, Marc Wagener, allerdings vorsichtig, was die weitere Entwicklung anbelangt. Wegen der Konventionen im Zusammenhang mit der Trennung von Kirche und Staat rechnet man im Bistum in den nächsten Jahren mit deutlich höheren Kosten. Geistliche und Mitarbeiter des Erzbistum werden laut dem Abkommen vom Januar dieses Jahres in Zukunft nicht mehr vom Staat bezahlt. 

Es ist übrigens erst das dritte Mal, dass die Katholische Kirche ihre Konten offenlegt. Die erste Jahresbilanz hatte der ehemalige Generalvikar Erny Gillen im Jahr 2012 vorgestellt.  

Laien-Teams halten Trauerfeier

Neben den Zahlen kündigte Generalvikar Wagener auch noch einige Neuerungen in der Katholischen Kirche an. So ist man im Erzbistum dabei, so genante „équipes funérailles“ auf die Beine zu stellen. Die Mitarbeiter erhalten eine spezifische Ausbildung und sind nach dem erfolgreichen Abschluss berechtigt, sowohl die Trauerfeier als auch das Begräbnis der Verstorbenen abzuhalten. Weil es sich um Laien handelt, können sie allerdings keine reguläre Messe lesen. Stattdessen ist ein Wortgottesdienst geplant. Die ersten 30 Mitarbeiter haben ihre Ausbildung soweit abgeschlossen, einige stehen bereits den Pfarrern bei Begräbnissen zur Seite.

Erzbischof Hollerich nimmt Flüchtlinge auf

In der Flüchtlingsfrage will die Katholische Kirche mit gutem Beispiel vorangehen. Im Herbst startet sie deshalb das Projekt „Reach a Hand“. Zwar wollte der Generalvikar am Donnerstag noch keine Details bekannt geben, doch die Kirche will sich bei der Betreuung von Flüchtlingen stärker engagieren.

Den Anfang macht Erzbischof Jean-Claude Hollerich. Wenn nicht doch noch etwas dazwischen kommt, wird er kommende Woche zwei Flüchtlinge bei sich im Bischofspalast aufnehmen. 

Die Kirche im Umbruch

Die Katholische Kirche befindet sich zur Zeit in einer Umbruchphase. Neben der  Trennung von Kirche und Staat vollzieht sie auch eine interne Reorganisationen. So werden die Pfarreien neu aufgestellt. Heute gibt es noch 274 Pfarreien, die in 57 Pfarrverbänden zusammengeschlossen sind. Nach der Reorganisationen sollen es weniger als 40 sein. 

Dem neuen Faltblatt, das am Mittwoch ebenfalls vorgestellt wurde, ist ferner zu entnehmen, dass das Erzbistum zur Zeit 249 "ministre du culte" beschäftigt, 102 Geistliche und 147 Laien. 93 davon sind Frauen. In der Grundschule gibt es 227 Religionslehrer, im Sekundarunterricht 49.

In der Grundschule nehmen übrigens 70,2 Prozent der Kinder am Religionsunterricht teil. Im Sekundarunterricht sinkt der Anteil allerdings auf 53,3 Prozent.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Neujahrsempfang im Bistum
Am Mittwoch hatte Erzbischof Jean-Claude Hollerich die Mitglieder des Klerus und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Erzbistums zum traditionellen Neujahrsempfang in das Bischofshaus eingeladen.
Politik-Neujahrsempfang Bistum, Jean-Claude Hollerich, Leo Wagener, foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
Bistum: Es geht voran
Die katholische Kirche hat ein turbulentes Jahr hinter sich. 2017 wurden die neuen Pfarreien aus der Taufe gehoben und die Katechese ausgebaut. Generalvikar Leo Wagener zeigt sich bei der Vorstellung des Jahresberichts optimistisch.
Das Jahr 2017 läutet für die katholische Kirche neue Zeiten ein, betonte Generalvikar Leo Wagener am Donnerstag bei der Vorstellung des Jahresberichts.