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Jahresbericht der Caritas: Hilfe in schwierigen Zeiten
Politik 31.05.2017 Aus unserem online-Archiv

Jahresbericht der Caritas: Hilfe in schwierigen Zeiten

Die Caritas setzt auf Kontinuität. V.l.n.r. Michaël Feit, Marie-Josée Jacobs und François Large.

Jahresbericht der Caritas: Hilfe in schwierigen Zeiten

Die Caritas setzt auf Kontinuität. V.l.n.r. Michaël Feit, Marie-Josée Jacobs und François Large.
Foto: Dani Schumacher
Politik 31.05.2017 Aus unserem online-Archiv

Jahresbericht der Caritas: Hilfe in schwierigen Zeiten

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Die Verantwortlichen der Caritas blicken auf ein schwieriges Jahr zurück. Vor allem die humanitäre Hilfe und die Entwicklungszusammenarbeit wird immer komplizierter und gefährlicher.

(DS) - "Wenn sich die internationale Lage zuspitzt, dann bekommen wir dies in Luxemburg sofort zu spüren", so das Fazit der Vorsitzenden der Caritas, Marie Josée Jacobs am Mittwoch bei der Vorstellung des Jahresberichts 2016.

International bleibt natürlich Syrien weiter im Blickfeld. Die Caritas engagiert sich in dem Konflikt auf mehreren Ebenen. Zum einen ist sie nach wie vor in Syrien selbst vor Ort. Etwa 70 lokale Mitarbeiter versuchen unter schwierigsten Bedingungen, den Menschen in dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Land zu helfen. Für europäische Helfer sei der Einsatz in Syrien zu gefährlich geworden. Das Risiko, von einer der zahlreichen Milizen entführt zu werden, sei einfach zu hoch, erklärt François Large, der die Syrien-Projekte koordiniert. Die Hilfsorganisation betreibt auch Projekte in Jordanien, im Libanon oder in der Türkei. Die drei Länder tragen weiter die Hauptlast des Flüchtlingsstroms.

Auf nationaler Ebene

Die Syrien-Hilfe der Caritas schreibt sich auch in Luxemburg fort. In den von ihr geführten  Unterkünften kann die Hilfsorganisation 1.159 Flüchtlinge betreuen. Mit der Unterbringung allein sei es aber nicht getan, warnt Marie-Josée Jacobs: "Die Menschen brauchen Perspektiven. Sie brauchen einen Arbeitsplatz und sie brauchen eine Wohnung." Die diversen Projekte der Caritas sind daher darauf ausgerichtet, dass die Flüchtlinge so schnell wie möglich auf eigenen Beinen stehen können. 

Die Arbeit der Caritas beschränkt sich aber nicht auf die Asylbewerber. Die Hilfsorganisation kümmert sich um alle Benachteiligten, die Hilfe benötigen.  Von der  "Wanteraktioun" konnten im vergangenen Jahr 522 Obdachlose profitieren. 128 Personen fanden eine Bleibe im Rahmen des "logement encadré". 119 Kinder und Jugendliche konnten in speziellen Auffangstrukturen untergebracht werden.

Dem Jahresbericht der Caritas ist auch zu entnehmen, dass im letzten Jahr 2.496 Kinder in den "Maisons relais" und den Kindertagesstätten betreut wurden. 5.725 Kinder und Jugendliche haben an den Aktivitäten der Jugendhäuser oder an den Ferienkolonien teilgenommen.

2016 gingen bei der Caritas Spenden in Höhe von 2,8 Millionen Euro ein. Hinzu kamen noch einmal 1,4 Millionen Euro aus den Nachlässen (legs). Die Zahl der Mitarbeiter bezifferte sich im vergangenen Jahr auf 589, 59 mehr als noch im Vorjahr.






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