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Jahresbericht 2014 von Caritas: Mehr Solidarität
Weltweit befinden sich über 50 Millionen Menschen auf der Flucht.

Jahresbericht 2014 von Caritas: Mehr Solidarität

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Weltweit befinden sich über 50 Millionen Menschen auf der Flucht.
Politik 01.06.2015

Jahresbericht 2014 von Caritas: Mehr Solidarität

"Es reicht nicht, Flüchtlingsdramen im Mittelmeer zu beklagen“, sagt Caritas-Präsidentin Marie-Josée Jacobs. Bei der Präsentation des neuen Jahresberichts ging die Hilfsorganisation besonders auf die Aufnahmebedürfnisse und Unterstützung für Flüchtlinge ein.

(BB) - Mit 111 Projekten in 30 Ländern setzte sich Caritas Luxemburg voriges Jahr für hilfsbedürftige Menschen ein. Die Mitarbeiter leisteten Hilfe in asiatischen Katastrophengebieten, verteilten Mahlzeiten in Krisenregionen in und rund um Syrien, halfen Straßenkindern in Haiti und kämpften weltweit gegen Armut, Unterernährung und Gewalt.

Insgesamt brachte die Organisation 11,5 Millionen Euro für internationale Einsätze auf. Besonders besorgt ist Caritas vom wachsendem Ausmaß an Verfolgungen und Terror, welche Millionen Menschen in die Flucht treiben. In Syrien haben mehr als 6,5 Millionen Personen ihr Zuhause verlassen müssen. Für viele geht es ums schlichte Überleben. Caritas Luxemburg konnte 2014 für ihren Teil dazu beitragen, rund 10.000 syrische Familien täglich mit Nahrungsmitteln zu versorgen.

Nun hat sich die Luxemburger Regierung dafür ausgesprochen, im Rahmen einer europäischen Quotenlösung zusätzliche Flüchtlinge aufzunehmen. Das begrüßt die Hilfsorganisation ausdrücklich. „Es reicht nicht, Flüchtlingsdramen im Mittelmeer zu beklagen“, so Caritas-Präsidentin Marie-Josée Jacobs.

Mehr Solidarität bedeute allerdings auch, dass man die Herkunft und Kultur der Flüchtlinge verstärkt berücksichtige. Caritas weist dabei auf den Bedarf an Sprach- und Kulturvermittlern hin, sowie angebrachte Unterkünfte, damit Familien mit mehreren Kindern zusammenleben können.


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