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Investitionspolitik des Rentenkompensationsfonds: Votum Klima fordert Umdenken
Politik 20.04.2015 Aus unserem online-Archiv

Investitionspolitik des Rentenkompensationsfonds: Votum Klima fordert Umdenken

Premier Bettel kann nicht einerseits das Aus von Cattenom fordern, während der Kompensationsfonds andererseits die Nuklearindustrie unterstützt, meint Votum Klima.

Investitionspolitik des Rentenkompensationsfonds: Votum Klima fordert Umdenken

Premier Bettel kann nicht einerseits das Aus von Cattenom fordern, während der Kompensationsfonds andererseits die Nuklearindustrie unterstützt, meint Votum Klima.
Foto: Serge Waldbillig
Politik 20.04.2015 Aus unserem online-Archiv

Investitionspolitik des Rentenkompensationsfonds: Votum Klima fordert Umdenken

Die Mitgliederorganisationen des Bündnisses Votum Klima fordern, dass der Rentenkompensationsfonds nicht länger in Unternehmen aus den Bereichen der fossilen oder nuklearen Energie investiert.

(jm) - Aus ökologischen, moralischen und finanziellen Gründen soll der "Fonds de compensation commun au régime général de pension" (FDC) kein Geld mehr in Unternehmen aus den Bereichen der fossilen oder nuklearen Energie investieren, forderten die Vertreter von "Votum Klima" am Montag bei einer Pressekonferenz.

Am Mittwoch wird sich der zuständige Parlamentsausschuss mit der Investitionsstrategie des Fonds befassen. Da deren Ausrichtung von der Politik bestimmt wird, erwartet sich das Bündnis aus 26 Nichtregierungsorganisationen eine klare Stellungnahme von Parlament und Regierung.

"Premier Bettel kann nicht einerseits von François Hollande einen Stopp von Cattenom verlangen und in Belgien für die Einstellung von Tihange plädieren, während andererseits der Rentenkompensationsfonds die Hersteller- beziehungsweise Betreiberunternehmen der beiden Werke unterstützt. Eine kohärente Politik sieht anders aus", sagte Paul Polfer von Greenpeace.

Sieben Millionen für die Atomindustrie

Laut Votum Klima investiert der Fonds rund eine halbe Milliarde Euro in Erdölfirmen, was in etwa 4,4 Prozent des Gesamtinvestitionsvolumens entspricht. Sieben Millionen Euro würden an die Atomindustrie fließen. Mit wieviel Geld die Kohleindustrie unterstützt werde, gehe nicht eindeutig aus dem Geschäftsberichts des FDC hervor, der zwar auch in erneuerbare Energien investiere, aber nur zu einem geringfügigen Teil, betont man bei Votum Klima.

Wenn Luxemburg es mit dem Klimaschutz ernst meint, wenn während des EU-Ratsvorsitzes in der zweiten Jahreshälfte glaubhafte Fortschritte im Kampf gegen den Klimawandel erzielt werden sollen, dann muss der Fonds seine Investitionsstrategie überdenken, fordert Votum Klima.

Ein Umdenken sei auch finanziell notwendig: Internationale Finanzexperten seien sich sicher, dass Kohle- und Erdölunternehmen mittelfristig kaum noch Rendite erbrächten. Und in Frankreich seien Unternehmen wie Areva und EdF so gut wie bankrott. Der erneuerbaren Energieindustrie stehe hingegen eine blühende Zukunft bevor.


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