Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Internationale Konferenz zum Kampf gegen sexuelle Gewalt in Kriegsgebieten: Wenn Politik und Show-Business sich zusammen tun
Politik 2 Min. 13.06.2014

Internationale Konferenz zum Kampf gegen sexuelle Gewalt in Kriegsgebieten: Wenn Politik und Show-Business sich zusammen tun

Großherzogin Maria Teresa und Außenminister Jean Asselborn zusammen mit der Sonderbotschafterin im Kampf gegen die sexuelle Gewalt, Zainab Hawa Bangura. Foto: MAE

Internationale Konferenz zum Kampf gegen sexuelle Gewalt in Kriegsgebieten: Wenn Politik und Show-Business sich zusammen tun

Großherzogin Maria Teresa und Außenminister Jean Asselborn zusammen mit der Sonderbotschafterin im Kampf gegen die sexuelle Gewalt, Zainab Hawa Bangura. Foto: MAE
Foto: MAE / Thomas Barbancey
Politik 2 Min. 13.06.2014

Internationale Konferenz zum Kampf gegen sexuelle Gewalt in Kriegsgebieten: Wenn Politik und Show-Business sich zusammen tun

Bei der internationalen Konferenz in London kämpfen Politik und Show-Business gemeinsam gegen die  sexuelle Gewalt in bewaffneten Konflikten. Luxemburg wird von Großherzogin Maria Teresa und Außenminister Jean Asselborn vertreten. 

(DS) - „Wir können es schaffen, den Einsatz von sexueller Gewalt als Waffe in Kriegen zu beenden“, so die US-Schauspielerin und Sonderbotschafterin des UN-Flüchtlingshilfswerks Angelina Jolie in ihrer Eröffnungsrede der internationalen Konferenz zum Kampf gegen sexuelle Gewalt in Kriegsgebieten. „Die Politik oder das Show-Business können allein nichts ausrichten. Wenn sie sich aber zusammen tun, können sie einen Mentalitätswechsel herbeiführen“, so Außenminister Jean Asselborn am Rand des Treffens auf ministerieller Ebene. Neben dem Außenminister nahm auch Großherzogin Maria-Teresa in ihrer Funktion als Botschafterin des guten Willens der Unesco an der Konferenz teil.

„Wir dürfen uns nichts vormachen“

Asselborn verurteilt die sexuelle Gewalt in Krisengebieten auf Schärfste. „Sexuelle Gewalt als Kriegswaffe ist eine Greueltat, die rational nicht nachvollziehbar ist“, erklärte der Außenminister. „Wir dürfen uns aber nichts vormachen“, so Asselborn weiter. Man werde das Problem der sexuellen Gewalt in bewaffneten Konflikten nicht von heute auf morgen lösen. Eine Patentlösung gebe es nicht. Deshalb hätten die Konferenzteilnehmer auch keine Resolution verabschiedet.

Das einzig wirksame Mittel sei die Vermeidung von Konflikten insgesamt, so der luxemburger Diplomatiechef. Deshalb dürften die Länder auch nicht bei der Entwicklungshilfe sparen.

Keine Straffreiheit

„Die Täter müssen wissen, dass sie nicht unbestraft davon kommen“, betonte Asselborn und forderte, dass es keine Straffreiheit für die Täter geben dürfe. „Die Täter müssen vor den internationalen Strafgerichtshof.“

Der Minister sieht aber nicht nur die internationale Staatengemeinscahft in der Pflicht. Die Staaten müssen die sexuelle Gewalt in den Krisengebeiten gemeinsam mit der Zivilgesellschaft und den Hilfsorganisationen bekämpfen.

117 Nationen

An der viertägigen Konferenz in London nehmen Vertreter von 117 Nationen sowie von Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen teil. Am Freitag wird auch US-Außenminister John Kerry erwartet. Ziel sei es, ein Protokoll zu erarbeiten, das internationale Standards bei der Dokumentation von Übergriffen und deren Strafverfolgung in Konfliktgebieten definiert, sagte der britische außenminister William Hague. Zudem sollten die Armeen in aller Welt gezwungen werden, ihre Soldaten zu Gewaltfreiheit gegen Frauen zu erziehen.

Der britische Außenminister bezeichnete die Vergewaltigung von Frauen durch Soldaten als „eines der großen Massenverbrechen des 20. und 21. Jahrhunderts“. Hunderttausende Frauen würden in Kriegsgebieten vergewaltigt oder anderweitig sexuell missbraucht. Allein in Bosnien seien 50 000 Frauen betroffen gewesen. Auch in den Bürgerkriegen in Syrien und im Kongo sind Vergewaltigungen als Waffe, unter anderem um die Moral des Gegners zu schwächen, überliefert.

Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.