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Interessante Idee oder Taschenspielertrick?
Politik 20.11.2014 Aus unserem online-Archiv
Religionenunterricht

Interessante Idee oder Taschenspielertrick?

Acht Glaubensgemeinschaften plädieren für einen gemeinsamen Religionenunterricht und die Wahlfreiheit.
Religionenunterricht

Interessante Idee oder Taschenspielertrick?

Acht Glaubensgemeinschaften plädieren für einen gemeinsamen Religionenunterricht und die Wahlfreiheit.
(Foto: Guy Jallay)
Politik 20.11.2014 Aus unserem online-Archiv
Religionenunterricht

Interessante Idee oder Taschenspielertrick?

Bildungsminister Claude Meisch erteilte der Idee eines Religionenunterrichtes, wie ihn acht Glaubensgemeinschaften vorschlagen, direkt eine Absage. Ein solcher Kurs sei nicht vereinbar mit dem Regierungsprogramm. Die Vereinigung der Religionslehrer spricht indes von einer "interessanten und fundierten Lösung".

(mas) - Die Association luxembourgeoise d'enseignants d'éducation religieuse et morale dans l'enseignement fondamental (Alerf) sagt der Initiative der acht Glaubensgemeinschaften, einen gemeinsamen Religionenunterricht zu schaffen, ihre Unterstützung zu. In einem Schreiben spricht die Vereinigung der Religionslehrer von einer "interessanten und fundierten Lösung", die die multikulturelle und multireligiöse Dimension der luxemburgischen Gesellschaft umfasse. Die Alerf weist auch darauf hin, dass der in einer Absichtserklärung verankerte Vorstoß der Meinung jener Bürger Rechnung trage, die sich in der Petition "Fir de choix" für die Wahlfreiheit ausgesprochen hätten.

Keine Chance erhält das Memorandum bei der Allianz vun Humanisten, Atheisten und Agnostiker. Die AHA bezeichnet die Idee des Religionenunterrichtes als "verzweifelten Vorstoß der Religionsgemeinschaften" und als "Taschenspielertrick".

Am Dienstag hatten acht in Luxemburg vertretene Glaubengemeinschaften eine Absichtserklärung unterzeichnet, in der sie sich für die Schaffung eines gemeinsamen Religionenunterrichtes und für den Erhalt der Wahlfreiheit zwischen Religions- und Werteunterricht aussprechen. Die blau-rot-grüne Regierung ihrerseits will einen einheitlichen Werteunterricht einführen.


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