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Innovationsstrategie für Luxemburg
Politik 2 Min. 25.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Innovationsstrategie für Luxemburg

Die luxemburgische Gesellschaft soll nach dem Willen von Forschungsminister Claude Meisch zunehmend auf Daten basieren.

Innovationsstrategie für Luxemburg

Die luxemburgische Gesellschaft soll nach dem Willen von Forschungsminister Claude Meisch zunehmend auf Daten basieren.
Illustration: Shutterstock
Politik 2 Min. 25.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Innovationsstrategie für Luxemburg

Marc HOSCHEID
Marc HOSCHEID
Das Großherzogtum will weiter massiv in Recherche und Forschung investieren. Ressortminister Claude Meisch (DP) nennt Digitalisierung, Diversifizierung und Nachhaltigkeit als wichtigste Bereiche.

Bis 2023 will Luxemburg ein Prozent seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) in die Recherche und Innovation investieren. Von diesem Ziel ist man laut Hochschul- und Forschungsminister Claude Meisch (DP) allerdings noch ein ganzes Stück entfernt. Bei der Präsentation der nationalen Forschungs- und Innovationsstrategie am Dienstag gab er an, dass 2018 0,65 Prozent des BIP, was 327 Millionen Euro entspricht, in die Forschung fließen. Trotzdem seien die Investitionen zwischen 2018 und 2021 mit 1,5 Milliarden Euro beachtlich. Zudem könne „es nicht das Ziel sein, möglichst viel Geld auszugeben“. 

Die Strategie fußt auf vier Säulen: Transformation der Wirtschaft, personalisierte Gesundheitsversorgung, nachhaltige und verantwortungsvolle Entwicklung sowie Bildungspolitik des 21. Jahrhunderts. Diese unterteilen sich wiederum in 19 Forschungsbereiche, in denen zahlreiche Projekte realisiert werden.

Forschungsinstitute sollen Autonomie behalten 

Am Anfang des Ausarbeitungsprozesses habe die Frage gestanden, wie Luxemburg 2030 aussehen soll. „Das Land hat sich als Wissensgesellschaft gefunden. Diese soll nachhaltig sein, Diversität als eine Chance begreifen und wird wohl noch digitaler werden.“ Bedingt durch seine industrielle Vergangenheit sei Luxemburg bei der Materialforschung schon immer besonders stark gewesen. Hier soll zukünftig vor allem in den Bereichen IT und Kommunikation geforscht werden.


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Im Gesundheitswesen sollen künftig mithilfe von Daten Profile der Patienten im Labor erstellt und die Behandlung darauf ausgerichtet werden. Außerdem stelle die Prävention einen wichtigen Aspekt dar. In der Bildung soll mit allen Akteuren daran gearbeitet werden, das E-Learning Realität werden zu lassen. In allen Bereichen soll die ethische Frage nach dem Umgang mit Daten eine Rolle spielen. 

Bachelorstudiengang für Musikpädagogik

Meisch war es wichtig zu betonen, dass die Autonomie der Forschungsinstitute erhalten bleibt. „Die Strategie ist kein Diktat, sondern ein Lenkmittel, die Institute sollen frei darüber entscheiden, in welche Bereiche das Geld fließt.“ Nur auf diese Weise könne die Qualität garantiert werden. „Wir brauchen eine Forschung, die einfach gut und wettbewerbsfähig ist und mit der Forschung quer durch die Welt mithält.“ 

Ein weiteres Thema bei der Pressekonferenz war die Halbzeitbilanz der Konventionen zwischen Staat und Forschungsinstituten, die aktuell von 2018 bis 2021 laufen. In Bezug auf die Universität Luxemburg war es die Neuigkeit, dass deren Bibliothek auf Belval künftig länger geöffnet und auch am Wochenende für Interessierte zugänglich sein soll. Zudem wird ein Bachelorstudiengang für Musikpädagogik eingerichtet. 



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