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Informations- und Kommunikationstechnologien: Informatiker dringend gesucht
Politik 2 Min. 15.03.2016 Aus unserem online-Archiv

Informations- und Kommunikationstechnologien: Informatiker dringend gesucht

Die berufliche Orientierung soll gezielt auf den ITC-Bereich ausgerichtet werden, so die Minister Meisch und Schmit sowie der Direktor der Fedil, René Winkin.

Informations- und Kommunikationstechnologien: Informatiker dringend gesucht

Die berufliche Orientierung soll gezielt auf den ITC-Bereich ausgerichtet werden, so die Minister Meisch und Schmit sowie der Direktor der Fedil, René Winkin.
Chris Karaba
Politik 2 Min. 15.03.2016 Aus unserem online-Archiv

Informations- und Kommunikationstechnologien: Informatiker dringend gesucht

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Die Luxemburger Wirtschaft braucht in Zukunft viele Mitarbeiter im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien. Doch die Zahl der Experten ist begrenzt, die Betriebe suchen Hände ringend nach qualifizierten Mitarbeitern.

(DS) - "Wir nehmen jeden, den wir kriegen können", meinte Nico Binsfeld. Damit bringt der  Direktor des "House of training" der Handelskammer und der ABBL die Misere auf den Punkt. Es gibt in Luxemburg, wie in ganz Europa, nicht genügend Spezialisten im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien. Dabei ist die ITC-Sparte der am stärksten wachsende Wirtschaftssektor. Nicht nur für den Finanzsektor sind die Informatiker von enormer Bedeutung.

Welches Potenzial der ITC-Bereich für den Arbeitsmarkt bietet, verdeutlicht eine Studie, die vom Industriellenverband Fedil, von der Confédération de Commerce, von der Bankenvereinigung ABBL und ICTLuxemourg durchgeführt wurde. In den nächsten beiden Jahren wollen die 148 Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, 532 Mitarbeiter im ITC-Bereich einstellen. Zu 65 Prozent handelt es sich dabei um neue Jobs. In 35 Prozent der Fälle sollen Mitarbeiter, die den Betrieb verlassen, ersetzt werden. Die 148 Unternehmen beschäftigen aktuell insgesamt 38.579 Mitarbeiter.

Hochqualifizierte Mitarbeiter

Die meisten neuen Jobs richten sich an hochqualifizierte Experten. Ein Ausbildungsniveau Bac + 2 ist eigentlich die unterste Stufe. 51,7 Prozent der Arbeitsplätze, die die Unternehmen neu schaffen wollen, richten sich hingegen an Hochschulabsolventen mit einem Master-Diplom oder einem Doktorat.

Und weil der Arbeitsmarkt nicht genügend ITC-Spezialisten hergibt und weil die Luxemburger Wirtschaft in harter Konkurrenz zum Ausland steht, soll nun die berufliche Orientierung verbessert werden und die Jugendlich ganz gezielt auf die Informations- und Kommunikationstechnologien aufmerksam gemacht werden.

Die Minister Claude Meisch und Nicolas Schmit sind sich nämlich sicher, dass Luxemburg die Herausforderung der Zukunft nicht schaffen wird, wenn der Wirtschaft nicht genügend ICT-Spezialisten zur Verfügung stehen. Beschäftigungsminister Nicolas Schmit schätzt den Bedarf in den nächsten vier bis fünf Jahren auf etwa 2.000 Mitarbeiter. Europaweit fehlen bis zu 900.000 ICT-Fachkräfte. 

Der digitale Alltag

Bildungsminister Meisch will daher auch in den Schulen konsequent auf die Digitalisierung setzen: "Das Digitale muss zum Alltag werden", so Meisch am Dienstag bei der Vorstellung der Studie.

Wie die Arbeitgeber hoffen auch die beiden Minister, dass über den Weg der Fortbildung auch solche Mitarbeiter für den ITC-Bereich gewonnen werden können, die keine abgeschlossene oder spezifische Ausbildung vorweisen können. Wenn sich die Kandidaten richtig für den Informations- und Kommunikationstechnologien begeistern, könne man durch Fortbildung und konsequente Weiterbildung sehr viel erreichen.



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