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Inflation: mögliche Entlastung im zweiten Halbjahr
Politik 2 Min. 30.05.2022
Finanz- und Haushaltskommission

Inflation: mögliche Entlastung im zweiten Halbjahr

Der Statec rechnet erst 2023 mit einer Entlastung und somit einer Umkehrung der Tendenz der Preissteigerung durch eine Inflationsrate von 2,8 Prozent.
Finanz- und Haushaltskommission

Inflation: mögliche Entlastung im zweiten Halbjahr

Der Statec rechnet erst 2023 mit einer Entlastung und somit einer Umkehrung der Tendenz der Preissteigerung durch eine Inflationsrate von 2,8 Prozent.
Foto: dpa
Politik 2 Min. 30.05.2022
Finanz- und Haushaltskommission

Inflation: mögliche Entlastung im zweiten Halbjahr

Florian JAVEL
Florian JAVEL
Der Statec informiert nun monatlich die Finanzkommission über die Entwicklung der aktuellen Inflationsrate.

„Ich wünschte, wir müssten nicht wiederholt dieses Thema aufgreifen und feststellen, dass basierend auf den neuesten Inflationsprognosen keine Entlastung in Sicht ist. Inflation schafft ein ganz anderes und unberechenbares wirtschaftliches Umfeld“, beteuert André Bauler (DP), als er auf Nachfrage des „Luxemburger Wort“ die in der Finanzkommission von Statec-Direktor Serge Allegrezza vorgestellten Inflationsprognosen kommentiert. 

Für das Jahr 2022 erwarte man als Zentralszenario eine Gesamtinflation von 5,8 Prozent, wobei der aktuelle Wert im Mai dieses Jahres bei sieben Prozent liegt. Die Gründe dafür seien mannigfaltig, dennoch bekannt, so Bauler: Sowohl Covid- und kriegsbedingter Druck auf die Energie- und Lebensmittelpreise, als auch ein Lockdown in der Millionenstadt Shanghai und die aufgrund von zwei Indextranchen gestiegenen Gehälter seien die Hauptdeterminanten der Inflation.

Solange der Krieg in der Ukraine mit Unsicherheit verbunden bleibt und wir nicht wissen, was morgen sein wird, kann es keine Umkehrung der aktuellen Tendenz geben. Die Preissteigerung scheint momentan unumgänglich zu sein“, bekräftigt Bauler. 


Trotz höherer Inflation werden die Steuerkredite nicht nach oben angepasst, hieß es am Freitag aus der Spezialkommission Tripartite.
Zusätzliche Index-Tranchen am 1. April 2024 fällig
Im Gesetz zur Ausführung der Maßnahmen aus dem Tripartite-Abkommen soll präzisiert werden, dass alle zusätzlichen Index-Tranchen am 1. April 2024 ausbezahlt werden.

Besorgniserregend sei zudem der Rückgang des Wirtschaftswachstums. Eine Anpassung der Prognosen, welche vor einigen Monaten noch ein Wachstum von 3,5 Prozent vorhersagten, deuten nur noch auf 2,5 Prozent Wachstum in diesem Jahr hin. „Wir haben es hier nicht direkt mit einer starken Rezession zu tun, aber bei der jetzigen Inflationsrate sind die wirtschaftlichen Akteure viel vorsichtiger geworden“, so Baulers Erklärung.

Ifo-Institut identifiziert erste Anzeichen

Der Statec rechnet erst 2023 mit einer Entlastung und somit einer Umkehrung der Tendenz der Preissteigerung durch eine Inflationsrate von 2,8 Prozent. Bauler steht dieser Aussage skeptisch gegenüber: „Das Abflauen der Inflation ist abhängig vom Winter und einem möglichen Ölembargo. Die Frage nach den Energiepreisen dominiert zurzeit und solange die Unsicherheit des Krieges bleibt, können wir unseren Entscheidungsprozess nicht nach bloßen Hypothesen richten.“ Was den DP-Abgeordneten für das zweite Halbjahr dennoch positiv stimmt, stammt nicht vom Statec. 

Die Frage nach den Energiepreisen dominiert zurzeit und solange die Unsicherheit des Krieges bleibt, können wir unseren Entscheidungsprozess nicht nach bloßen Hypothesen richten.

André Bauler, DP

Das Münchner Institute for Economic Research (Ifo) hat erste Zeichen für das Abflauen der Inflation in Deutschland identifiziert. Grund dafür sei die Feststellung, dass im Mai erstmals seit Monaten der Anteil der Firmen gesunken sei, welche ihre Preise in den kommenden drei Monaten erhöhen wollen. In der zweiten Jahreshälfte könnte die Inflation in Deutschland somit von sieben auf sechs Prozent fallen. 


ARCHIV - 15.02.2019, Baden-Württemberg, Stuttgart: ILLUSTRATION - Ein Einkaufswagen wird durch einen Supermarkt geschoben (Aufnahme mit langer Belichtungszeit). Familien mit niedrigem Einkommen leiden nach einer Analyse des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) am stärksten unter der Inflation. (Zu dpa «Erzeugerpreise steigen sprunghaft - Inflation trifft Ärmere stärker») Foto: Fabian Sommer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Regierung reicht Indextranchen weiter an die nächste, sagt CSV
CSV verlangt in Tripartite-Spezialkommission Präzisierung von der Regierung, wie mit den ausfallenden Indextranchen verfahren werden soll.

Immer mehr Betriebe wollen ihren Konsumenten die Preissteigerungen weitergeben. Da die Wirtschaft dennoch vom Wettbewerb lebt, kann keiner bestätigen, ob das auch anhalten oder für Luxemburg gelten wird“, erklärt Bauler. 

 Monatliche Prognosen sind bereits öffentlich zugänglich   

Dass die Finanzkommission weiterhin ein Auge auf die monatliche Inflationsrate werfen wird, dafür hat die CSV gesorgt, welche im Rahmen der Tripartite-Spezialkommission beantragt hat, dass der Statec, der seit Februar monatlich die Inflationsentwicklung festhält, auch jeden Monat die Finanzkommission auf dem Laufenden hält. 

Auf die Frage, wie sinnvoll ein solches Unterfangen sei, kommentierte Bauler, der Statec würde die monatliche Inflationsrate bereits verfolgen und die Zahlen seien für alle jederzeit zugänglich. Die Finanzkommission monatlich darüber zu informieren, so wie von Gilles Roth und der CSV beantragt, sei somit keine Notwendigkeit. „Er (Gilles Roth) hat es sicherlich gut gemeint, hat aber bestimmt selber bemerkt, dass sich monatlich nicht fundamental viel an den Inflationsprognosen ändert. Wir brauchen uns nicht jeden Monat darüber zu unterhalten“, so Bauler. 

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