Individualbesteuerung: "Es geht nicht darum, Geld einzusparen"
(ks/BB) - Nachdem DP-Politiker Eugène Berger im Gespräch mit dem "Luxemburger Wort" die Einführung der individuellen Besteuerung für Ehepaare ins Spiel gebracht hat, treten seine Partei- und Koalitionskollegen auf die Bremse.
"Die Individualsteuer ist für unsere Partei eine Möglichkeit. Ich persönlich kann mir vorstellen, dass - wenn es darauf hinausläuft - die Ehepartner selbst entscheiden können, ob sie einzeln oder gemeinsam veranlagt werden wollen", erklärte DP-Generalsekretär Gilles Baum am Freitag. Es gebe verschiedene Vorschläge zur Steuerreform. Nun gelte es, einen Konsens zwischen den drei Koalitionspartnern zu finden.
Den gleichen Ton schlug Yves Cruchten, Generalsekretär der LSAP, nach einem Treffen der Finanzkommission an: "Wir sind noch am Anfang der Gespräche." Festgelegt sei noch nichts. "Bei der Steuerreform geht es nicht darum, Geld einzusparen oder in großen Maßen zu verteilen. Sinn der Reform muss es vielmehr sein, Gerechtigkeit herzustellen."
"Chaotische Kommunikationspolitik"
Die CSV nutzte die Debatte rund um die Individualsteuer, um Kritik an der Regierung zu üben. Die Kommunikationspolitik der Mehrheit bezeichnete Fraktionschef Claude Wiseler als "chaotisch". Die Individualbesteuerung könne eine Option sein: "Dann muss man allerdings gut aufpassen, dass Familien nicht bestraft werden." Es sei "inakzeptabel", wenn Familien mit einem Verdiener mehr zahlen müssten.
Bei der Einzelveranlagung werden die Einkommen der Ehepartner nicht zusammengerechnet, um einen Steuersatz zu ermitteln. Vielmehr wird jedes Gehalt einzeln betrachtet. Die gemeinsame Veranlagung, die derzeit bei Verheirateten in Luxemburg angewandt wird, fällt vorteilhaft für Paare aus, deren Einkommensunterschiede hoch sind.