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Impfwillige können sich auf Warteliste eintragen
Politik 1 5 Min. 21.04.2021 Aus unserem online-Archiv

Impfwillige können sich auf Warteliste eintragen

Nach drei Wochen Pause trat Gesundheitsministerin Paulette Lenert erstmals wieder vor die Presse, zusammen mit Premier Xavier Bettel.

Impfwillige können sich auf Warteliste eintragen

Nach drei Wochen Pause trat Gesundheitsministerin Paulette Lenert erstmals wieder vor die Presse, zusammen mit Premier Xavier Bettel.
Foto: Guy Jallay
Politik 1 5 Min. 21.04.2021 Aus unserem online-Archiv

Impfwillige können sich auf Warteliste eintragen

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Die Regierung hat eine Internetseite freigeschaltet, auf der Impfwillige zwischen 30 und 54 Jahren sich auf eine Warteliste für den Impfstoff AstraZeneca eintragen können.

Die Infektionszahlen in Luxemburg sind hoch, aber stabil. „Es ist uns gelungen, die Stabilität zu halten“, sagte Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) am Mittwoch bei der ersten gemeinsamen Pressekonferenz mit Premierminister Xavier Bettel (DP) nach ihrer dreiwöchigen Ruhepause. Diese Woche verzeichnete Luxemburg eine Inzidenz von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, ähnlich wie in der Woche davor.


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Wegen der Impfungen ist die Inzidenz bei den über 75-Jährigen mit 106 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner recht niedrig. Auch bei den 60- bis 75-Jährigen ist ein positiver Trend zu beobachten. In dieser Altersgruppe ist die Rate innerhalb einer Woche um 17 Prozent gesunken. „Wir sehen ganz klar, dass der Impfschutz einsetzt“, so Lenert. Das Durchschnittsalter der Neuinfizierten ist auf 36,7 Jahre gesunken.

Auch in den Krankenhäusern ist der Trend spürbar. Die Zahl der älteren Menschen, die mit einer Corona-Erkrankung stationär behandelt werden müssen, geht zurück. Weniger erfreulich: Anders als zu Beginn der Pandemie steigt die Zahl jüngerer Menschen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen. Lenert führte dies auf die neuen Varianten zurück, „die aggressiver zu sein scheinen als das, was wir vorher kannten“. Das Durchschnittsalter der Corona-Patienten in den Krankenhäusern ist innerhalb einer Woche von 61 auf 57 Jahre gesunken.

Sehen Sie hier die Aussage des Premierministers zu den freiwilligen Impfungen:

Das Verhältnis zwischen normaler stationärer Behandlung und Intensivpatienten hat sich verändert. Vorher mussten etwa 25 Prozent der Patienten auf die Intensivstation verlegt werden. Nun liegt dieser Anteil bei einem Drittel. Man müsse abwarten, ob es sich um ein Zufallsergebnis handle oder sich dieses Verhältnis weiter bestätige, meinte Lenert.

In den vergangenen zwei Wochen gaben die Abwasseranalysen Anlass zu Hoffnung. Die Zeichen standen auf Entspannung, was möglicherweise auf die Tatsache zurückzuführen sei, dass viele Bürger während der Osterferien außer Landes waren, so Lenert. Ein Indiz für diese These lieferte am Mittwoch das „Luxembourg Institute of Science and Technology“. Nachdem die Werte zwei Wochen lang in Folge leicht zurückgegangen waren, liegen sie nun wieder auf dem Niveau von Anfang April, und das landesweit in allen Kläranlagen, heißt es im jüngsten Bericht des LIST, der am Mittwoch veröffentlicht wurde.


(FILES) In this file photo medical worker Robert Gilbertson loads a syringe with the Moderna Covid-19 vaccine to be administered by nurses at a vaccination site at Kedren Community Health Center, in South Central Los Angeles, California on February 16, 2021. - The United States will hit President Joe Biden's target of administering 200 million doses of coronavirus vaccines within his first 100 days in office by the end of this week, the White House said on April 21, 2021. Biden will make a speech later in which he will "note that the United States will reach over 200 million shots this week," a White House official said on condition of anonymity. (Photo by Apu GOMES / AFP)
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In den Alten- und Pflegeheimen hat sich die Lage offenbar entspannt. Vergangene Woche seien zwei Heimbewohner und acht Pflegekräfte positiv getestet worden, sagte Lenert. Entspannung auch bei den Todesfällen. In Luxemburg liegt die normale Sterblichkeitsrate bei 80 Personen pro Woche. Diesem Niveau nähere man sich langsam wieder an, sagte die Gesundheitsministerin.      

Nebenwirkungen werden veröffentlicht

Luxemburg veröffentlicht nun auch in wöchentlichen Berichten Statistiken zu den Nebenwirkungen. Laut Paulette Lenert wurden Stand Mittwoch insgesamt 1.125 Personen (ein Prozent) mit mindestens einer Nebenwirkung registriert. In 996 Fällen (89 Prozent) handelte es sich um leichte Nebenwirkungen. In 129 Fällen handelte es sich um etwas schwerwiegendere Nebenwirkungen. 116 von ihnen wurden als arbeitsunfähig eingestuft. 

In 13 Fällen mussten die geimpften Personen im Krankenhaus behandelt werden. In drei Fällen bestand Lebensgefahr, drei Personen sind gestorben. Dabei handelte es sich um zwei Männer und eine Frau im Alter zwischen 75 und 94 Jahren. Eine Person starb infolge einer Thrombose. Ob und inwiefern ein Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Tod besteht, wird derzeit noch untersucht. Insgesamt wurden bei sieben Personen nach der Impfung Thrombosen diagnostiziert, sechs von ihnen hatten einen leichten Verlauf.

Am häufigsten sind Nebenwirkungen bei Biontech/Pfizer. Allerdings handle es sich in den meisten Fällen um leichte Nebenwirkungen, so Lenert. Im Falle dieses Impfstoffs traten bei zehn von 1.000 Geimpften Nebenwirkungen auf. Bei Moderna waren es zwei von 1.000 und bei AstraZeneca (Vaxzevria) ebenfalls zwei von 1.000. 

Wie geht es nach dem 15. Mai weiter?

„Wir sind noch nicht mit einem Fuß draußen. Wir sind noch mitten in der kritischen Phase“, sagte Lenert. Ihre Botschaft: Trotz Entspannung und stabiler Zahlen ist es noch zu früh, sich gehen zu lassen. Noch sind die Impfungen nicht weit genug fortgeschritten. „Wir brauchen noch etwas Geduld und Vorsicht in den kommenden Wochen.“ Allerdings plane man bereits weitere Öffnungsschritte, räumte sie ein. 

Premierminister Xavier Bettel (DP) war da etwas zurückhaltender und meinte, es sei noch zu früh, um sagen zu können, was in drei Wochen ist. Auch die Entwicklung der brasilianischen Variante, die vergangene Woche 1,1 Prozent der Sequenzierungen ausmachte, müsse man im Auge behalten. 

Auf der Internetseite www.impfen.lu können sich Impfwillige im Alter zwischen 30 und 54 Jahren für eine Impfung mit AstraZeneca melden. Das Motto: First come, first served. Es gibt keine Prioritätenliste. Unabhängig von dieser Möglichkeit, einen Impftermin zu vereinbaren, werden weiter die normalen Einladungen verschickt.

Aus der Phase 5 (55 bis 64 Jahre) haben 26.000 Personen eine Impfeinladung erhalten. Die restlichen 13.000 Personen werden Bettel zufolge bis Mitte nächster Woche eingeladen, sodass Phase 5 Ende nächster Woche abgeschlossen sein wird und die ersten Termine für die freiwilligen Impfungen mit AstraZeneca vereinbart werden können.

In den vergangenen Tagen wurden kaum mehr als 1.000 Impfdosen pro Tag verabreicht. Das habe damit zu tun, dass vergangene Woche keine neuen Lieferungen eingetroffen seien, sagte Bettel. Anfang der Woche sei eine neue Lieferung von Pfizer eingetroffen, sodass in den kommenden Tagen weit mehr Dosen verimpft werden könnten. 

Verfahren zur Verimpfung von Restdosen

Die Regierung bringt ein Online-Verfahren auf den Weg, um Restdosen, die abends übrig sind, zu verspritzen. Ein solches Verfahren sei bislang nicht nötig gewesen, weil kaum Dosen nicht verimpft wurden, sagte Bettel. Im April waren es lediglich fünf von insgesamt 94.815 Dosen. Für die kommenden Wochen erwarte man mehr Impfstoff und somit eine höhere Impffrequenz und man wolle nicht riskieren, „dass aus den fünf, zehn oder 15 Dosen werden, die nicht verimpft werden“. Kommende Woche sollen weitere Details dazu folgen. 

Bis Ende Juni will Pfizer 290.160 Dosen liefern, Moderna hat bis Ende Juni 43.200 Dosen zugesagt. AstraZeneca und Johnson haben bis Ende April 18.100 beziehungsweise 2.400 Dosen zugesagt. 

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