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Impfungen am CHdN: Mögliche Unregelmäßigkeiten zur Anzeige gebracht
Politik 01.03.2021

Impfungen am CHdN: Mögliche Unregelmäßigkeiten zur Anzeige gebracht

Mögliche vorzeitige Impfungen am CHdN sollen geprüft werden.

Impfungen am CHdN: Mögliche Unregelmäßigkeiten zur Anzeige gebracht

Mögliche vorzeitige Impfungen am CHdN sollen geprüft werden.
Foto: LW-Archiv
Politik 01.03.2021

Impfungen am CHdN: Mögliche Unregelmäßigkeiten zur Anzeige gebracht

Nach Unregelmäßigkeiten in den Hôpitaux Robert Schuman werden nun auch mögliche Fälle von Impfdrängelei am Centre Hospitalier du Nord geprüft.

(SC) - Am Freitag kam der Verwaltungsrat des Centre Hospitalier du Nord (CHdN) in Ettelbrück in einer außerordentlichen Sitzung zusammen, um die „Folgen möglicher Unregelmäßigkeiten“ der Krankenhaus-internen Impfkampagne zu besprechen. Das teilte das CHdN am Montag mit. Um sicherzugehen, dass die möglichen Vorfälle unabhängig und objektiv untersucht werden können, habe der Verwaltungsrat einstimmig beschlossen, bei der Staatsanwaltschaft eine Anzeige gegen Unbekannt abzulegen.


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Des Weiteren werde man neue Maßnahmen treffen, um zukünftige Unregelmäßigkeiten bei der Impfkampagne vorzubeugen und die strikte Umsetzung der Richtlinien des Gesundheitsamtes zu gewährleisten, so das Krankenhaus. Der Verwaltungsrat habe den Generaldirektor des CHdN,  Prof Dr. Hans-Joachim Schubert, außerdem damit beauftragt, die Überwachung der Verabreichung der Impfstoffe zu verstärken. Die Ergebnisse der Untersuchung würden der Öffentlichkeit ohne Verzögerung mitgeteilt, versicherte das Krankenhaus am Freitag. Wie Radio 100,7 am Wochenende meldete, habe das CHdN dem Gesundheitsministerium sechs Fälle gemeldet, in denen die Nutzung von Restdosen möglicherweise unrechtmäßig abgelaufen sei.

Seitdem aus der Krankenhausgruppe Hôpitaux Robert Schuman bekannt wurde, dass sich im Januar drei Mitglieder des Verwaltungsrates vorzeitig gegen das Corona-Virus impfen ließen, sorgt das Thema Impfdrängelei in Luxemburg für Aufsehen. Auch aus anderen Krankenhäusern hieß es, Grauzonen seien möglicherweise für vorgezogene Impfungen genutzt worden. Wie dem Radio 100,7 bestätigt wurde, seien im Centre Hospitalier du Nord und im Escher CHEM-Krankenhaus im Januar Ärzte im Ruhestand geimpft worden.


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In einigen Fällen sollen auch Familienmitglieder von Krankenhausangestellten von vorgezogenen Impfungen profitiert haben. Diese „Gerüchte“ würden derzeit von den jeweiligen Krankenhäusern untersucht werden, erklärte Gesundheitsministerin Paulette Lenert am Wochenende im 100,7-Interview. Details nannte die Ministerin zu diesem Zeitpunkt noch nicht - sie deutete allerdings darauf hin, dass juristische Konsequenzen nicht ausgeschlossen seien, sollten sich einige der Vorwürfe bewahrheiten. 

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