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Impfaktion im HRS: Schiltz opfert Schummer
Politik 2 Min. 11.03.2021 Aus unserem online-Archiv

Impfaktion im HRS: Schiltz opfert Schummer

Der Verwaltungsratspräsident der Hôpitaux Robert Schuman, Jean-Louis Schiltz, hat Generaldirektor Claude Schummer bereits nach Hause geschickt.

Impfaktion im HRS: Schiltz opfert Schummer

Der Verwaltungsratspräsident der Hôpitaux Robert Schuman, Jean-Louis Schiltz, hat Generaldirektor Claude Schummer bereits nach Hause geschickt.
Foto: Alain Piron
Politik 2 Min. 11.03.2021 Aus unserem online-Archiv

Impfaktion im HRS: Schiltz opfert Schummer

Nach "Wort"-Informationen soll Generaldirektor Claude Schummer als Sündenbock herhalten, dass sich drei Verwaltungsratsmitglieder der Hopitaux Robert Schuman vorzeitig impfen ließen.

(wel/TJ) - Am Mittwoch gegen Abend meldete sich die Ärztevereinigung AMMD in einer Pressemitteilung zu Wort und begrüßt, dass die Hôpitaux Robert Schuman (HRS) Schritte unternommen haben, zusätzliche Impfdosen zu organisieren.  „Wort“-Informationen nach soll es sich um mindestens 100.000 Vakzine der Firma Pfizer handeln


Lokales, Hôpital Kirchberg, COVID-19 Impfungen für das Personal, Foto: Anouk Antony/Luxemburger Wort
Kritik an den Hôpitaux Robert Schuman wächst
Der Verwaltungsrat der Hôpitaux Robert Schuman wurde prioritär geimpft. Die Kritik wächst, auch seitens der Politik. Die Kliniken wollen nun in einer eilends einberufenen Pressekonferenz am Donnerstagmorgen Stellung zu den Vorwürfen beziehen.

Die Ärzte wundern sich nun, warum HRS-Verwaltungsratspräsident Jean-Louis Schiltz nichts von dieser lobenswerten Initiative verlauten ließ, als er am 25. Februar in einer Pressekonferenz die Impfaktion rechtfertigte, wegen der er und seine zwei Vize-Präsidenten ins Kreuzfeuer geraten waren. 

Denn dass Mangel an ausreichend Impfdosen im Land herrscht ist klar: Bekanntlich bekommt Luxemburg 0,14 Prozent der Vakzine, die die EU-Kommission eingekauft hat - entsprechend der Einwohnerzahl, die im Land lebt. Allerdings sei es evident, dass sich jede Mühe gemacht werden muss, die Grenzgänger mit zu impfen, die in Krankenhäusern und Pflegeheimen beschäftigt sind. 

Dass Jean-Louis Schiltz öffentlich nichts davon verlauten ließ, liegt nach Informationen, die dem „Wort“ vorliegen daran, dass von der HRS-Aktion außer Jean-Louis Schiltz niemand im Verwaltungsrat etwas wusste

Schummer bereits beurlaubt

Am Mittwochabend sollte in einer Sitzung des HRS-Verwaltungsrats darüber informiert werden, wobei Schiltz die Sache so darstellen möchte, dass Generaldirektor Claude Schummer sowohl die drei Verwaltungsratsmitglieder zum Impfen drängte als auch Vakzine kaufte, mit denen dann wohl weitere Einnahmen erzielt werden sollten

Schummer bekam jedenfalls bereits nahegelegt, er bräuchte nicht mehr in seinem Büro zu erscheinen. Er soll als Sündenbock herhalten, um Druck von Schiltz und dem HRS-Verwaltungsrat zu nehmen. Vom Kauf der Vakzine wusste er jedenfalls nichts und er hatte auch nicht zum Impfen aufgerufen.

Der Pressesprecher der HRS dementierte am Mittwochabend formell: „Il n'y a pas d'initiative/démarche privée des HRS d'organiser des doses supplémentaires de vaccin“, hieß es in einer SMS.

Paul Junck zurückhaltend

Der Präsident der Spitalsvereinigung FHL, Paul Junck wollte am Donnerstagmorgen die Ereignisse nicht kommentieren. Er verfolge die Geschehnisse in der HRS-Gruppe via Presseberichte, so der Mann, der sich als FHL-Präsident nicht in der Rolle des Kommentators von internen Angelegenheiten eines Krankenhauses sieht. Sollten 100.000 Dosen Imfstoff von der HRS-Gruppe eingekauft worden sein, so entspreche dies nicht der allgemeinen Vereinbarung, dass die Vakzine über die EU-Kommission zentral beschafft werden sollen. 

Auf die verfrühte Impfung einiger Verwaltungsratsmitglieder angesprochen, meinte Junck, es habe einen „Vertrag“ mit dem Gesundheitsministerium betreffend die Strategie gegeben, natürlich gebe es immer verschiedene Lesarten eines solchen Textes. Mit Verweis auf die laufende Untersuchung wolle er sich auch hierzu nicht weiter äußern, so Junck auf Radio RTL.

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