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Impfaktion im HRS: Lenert will weiter vertrauen
Politik 2 Min. 11.03.2021 Aus unserem online-Archiv

Impfaktion im HRS: Lenert will weiter vertrauen

Paulette Lenert geht bei der Pressekonferenz über das Large Scale Testing auch auf die diversen Geschichten rund um die Hôpitaux Robert Schuman ein.

Impfaktion im HRS: Lenert will weiter vertrauen

Paulette Lenert geht bei der Pressekonferenz über das Large Scale Testing auch auf die diversen Geschichten rund um die Hôpitaux Robert Schuman ein.
Foto: Guy Jallay
Politik 2 Min. 11.03.2021 Aus unserem online-Archiv

Impfaktion im HRS: Lenert will weiter vertrauen

Annette WELSCH
Annette WELSCH
Gesundheitsministerin Paulette Lenert lehnt Kontrollen der Impfkampagnen in den Spitälern ab. Die Hôpitaux Robert Schuman stellten in einem Audit fünf Verstöße fest und reagieren auf Pressemeldungen.

Nachdem laut „Wort“-Informationen am Mittwochabend die Hôpitaux Robert Schuman (HRS) bei einer kurzfristig einberufenen Verwaltungsratssitzung beschlossen, sich von ihrem Generaldirektor Dr. Claude Schummer zu trennen und die Ärztevereinigung AMMD meldete, die HRS hätten Impfdosen bestellt, bezog der Verwaltungsrat der HRS S.A. am Donnerstag in einer Pressemitteilung Stellung.


Der Verwaltungsratspräsident der Hôpitaux Robert Schuman, Jean-Louis Schiltz, am Donnerstag bei der Pressekonferenz.
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Nach "Wort"-Informationen soll Generaldirektor Claude Schummer als Sündenbock herhalten, dass sich drei Verwaltungsratsmitglieder der Hopitaux Robert Schuman vorzeitig impfen ließen.

Danach sei Schummer nicht beurlaubt, sondern seit Montag „im Einvernehmen mit den HRS-Verantwortlichen nicht auf seinem Arbeitsplatz“ und das stehe nicht in Zusammenhang mit der Impfung von drei Verwaltungsmitgliedern. „Die HRS stellen auch klar, dass sie keine parallelen Impfkampagnen organisieren“, heißt es zur Meldung, mehr als 100.000 Impfdosen bestellt zu haben. Ein klares Dementi sieht allerdings anders aus.   

Nur bei fünf Personen Unregelmäßigkeiten

Ansonsten vermeldet der Verwaltungsrat, dass die Impfquote bei der internen Impfkampagne bei gut 75 Prozent lag und über 2.500 Personen geimpft wurden.  Ein interner Auditbericht zur Impfkampagne habe derweil ergeben, dass bei fünf Impfungen Unregelmäßigkeiten aufgetreten sind, was weniger als 0,2 Prozent der Geimpften ausmache

„Dieser Bericht wird umgehend an das Gesundheitsministerium weitergeleitet und den Justizbehörden zugestellt“, heißt es in dem Schreiben. Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) sagte gestern, dass sie sich auf die Krankenhäuser verlasse und selber keine Kontrollen durchführen werde.

„Wir haben einen Vertrag mit den Spitälern über die Impfkampagne, der festlegt, dass die Krankenhäuser kontrollieren“, betonte sie. „Wir sind es den Leuten schuldig, dass alles mit rechten Dingen zugeht, aber wo mit Menschen gearbeitet wird, können auch Fehler geschehen.“ Sollten Zweifel an der Selbstkontrolle aufkommen, könne man die Staatsanwaltschaft einschalten.

Es geht nicht anders, als im Vertrauen mit den Akteuren zusammenzuarbeiten.

Die Regierung verlasse sich aber auf die Krankenhäuser. „Es geht nicht anders, als im Vertrauen mit den Akteuren zusammenzuarbeiten.“ Man probiere zu verstehen, wenn etwas falsch gelaufen ist.  Und als es zu einer anderen Lesart der Verträge kam, habe man diese präzisiert und Zusätze gemacht, erklärte sie zu den „Interpretationsdivergenzen“ über die Impfung von Verwaltungsräten. 

Interesse an der Impfstoffbestellung


Lokales, Coronavirus, Covid-19, Hopitaux Robert Schuman, HRS, Foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
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Der Sache mit der Bestellung von Impfstoffen gehe man nach und sei interessiert daran, mehr zu erfahren, sagte sie. „Jeder Impfstoff zählt im Moment und wenn man auf legalem Weg herankommt umso besser“, so Lenerts Feststellung.  Aber eigentlich seien die Vertriebswege klar definiert und es werde nur an Staaten verkauft. Bislang wisse sie nur von einem Dementi des HRS-Verwaltungsrats. 

Was das Projekt eines medizinischen Zentrums der Fondation HRS in Junglinster anbelangt, so liege ihr noch kein Antrag für ein konkretes und fertig ausgearbeitetes Projekt vor. „Es ist eine Unterredung vorgesehen - ich gebe den Projektpartnern die Chance zu erklären, was ihnen vorschwebt“, sagte sie und bezeichnete es als „unglücklich“, etwas vorzulegen, bevor am Gesondheetsdësch darüber geredet wurde. 

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