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Im Schlauchboot nach Dubai? Meisch verteidigt Schülerreise
Politik 03.12.2019

Im Schlauchboot nach Dubai? Meisch verteidigt Schülerreise

Der Luxemburger Pavillon für die Expo 2020 in Dubai wird gerade fertiggestellt.

Im Schlauchboot nach Dubai? Meisch verteidigt Schülerreise

Der Luxemburger Pavillon für die Expo 2020 in Dubai wird gerade fertiggestellt.
Foto: METAFORM architects
Politik 03.12.2019

Im Schlauchboot nach Dubai? Meisch verteidigt Schülerreise

Jörg TSCHÜRTZ
Jörg TSCHÜRTZ
Das Bildungsministerium steht in der Kritik: Trotz Klimakrise will das Ressort 100 Schülern eine Flugreise zur Weltausstellung in Dubai ermöglichen.

Der Mouvement Ecologique und Déi Gréng kritisieren einen Wettbewerb an Luxemburger Sekundarschulen, bei dem es Flugreisen zur Weltausstellung nach Dubai zu gewinnen gibt. "Während die Regierung einen Energie- und Klimaplan erstellt, fördert das Bildungsministerium gerade den Flugverkehr. Inwiefern ist es vertretbar, wenn das Bildungsministerium 100 SchülerInnen in ein Land einlädt, in dem Menschenrechte mit Füßen getreten werden?", heißt es in einem Kommuniqué des Mouvement Ecologique.

Tatsächlich können 100 Schüler der 3e-Klassen im "Enseignement secondaire" nächstes Jahr im Rahmen eines Kreativwettbewerbs eine Reise zur Expo nach Dubai gewinnen. Organisator des Wettbewerbs ist das Bildungsministerium. Teilnehmer sollen sich dabei mit den Themen nachhaltige Entwicklung und Menschenrechte auseinandersetzen.


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Die Abgeordneten von Déi Gréng, Djuna Bernard und Josée Lorschée, sehen die Flugreise ebenfalls kritisch. Sie richteten am Dienstag eine parlamentarische Frage an Bildungsminister Claude Meisch (DP).

Angesichts der "ehrgeizigen Ziele der Regierung in Bezug auf nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz" sei es womöglich angemessener, den Studenten kostenlose Bahnreisen an einen kulturellen Ort in näherer Umgebung statt einen Langstreckenflug nach Dubai zu ermöglichen, schreiben Lorsché und Bernard. Die Situation der Menschenrechte in den Vereinigten Arabischen Emiraten bezeichnen die beiden Gréng-Politikerinnen als "beunruhigend". Auch Vertreter von Déi Lénk und CSV kritisierten die Schülerreise. 

"Das geht nicht mit dem Schlauchboot"

Bildungsminister Meisch will jedoch an dem Projekt festhalten, wie er am Dienstag in der Chamber betonte. Im Mittelpunkt stünde die Völkerverständigung: Die funktioniere eben nur, wenn man Menschen in anderen Länder besuche und es einen kritischen Austausch gebe. "Das geht nicht zu Fuß, das geht nicht mit dem Schlauchboot, da muss man manchmal auch das Flugzeug nehmen, wie das in der Vergangenheit auch der Fall war." Die Regierung unterstütze die Weltausstellung 2020 in Dubai und den Luxemburger Pavillon, so Meisch. 

Flugzeuge gelten laut Experten als klimaschädlichstes Fortbewegungsmittel. Das Fliegen ist insbesondere Vertretern der "Fridays for Future"- Bewegung, die vor allem Schüler mobilisiert, ein Dorn im Auge. 


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