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"Ich habe die erste Chance vermasselt"
Politik 27.01.2016 Aus unserem online-Archiv
Francine Closener

"Ich habe die erste Chance vermasselt"

Staatssekretärin Francine Closener: "Ich habe viel dazugelernt"
Francine Closener

"Ich habe die erste Chance vermasselt"

Staatssekretärin Francine Closener: "Ich habe viel dazugelernt"
Foto: Chris Karaba
Politik 27.01.2016 Aus unserem online-Archiv
Francine Closener

"Ich habe die erste Chance vermasselt"

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Mit einer Nation-Branding-Strategie will Francine Closener Luxemburg im Ausland zu neuem Glanz verhelfen. Doch die angeschlagene Staatssekretärin kämpft selbst gegen ein Imageproblem an.

(ml) - Noch immer wird Luxemburg im Ausland oft als Steueroase verschrien. Die LuxLeaks-Affäre zog für das Großherzogtum einen zusätzlichen Imageschaden nach sich. Mit einer aufwendigen Kampagne, die sich in mehreren Phasen über fünf Jahre erstreckt, versucht die luxemburgische Regierung nun das Ansehen des Landes nach außen hin aufzubessern. Allein für die Jahre 2014 bis 2016 wird eine Kriegskasse von bis zu zwei Millionen Euro geöffnet.

Im Großen Theater am Rond Point Schuman findet am Mittwochabend um 18.30 Uhr eine öffentliche Konferenz mit einer anschließenden Diskussionsrunde zum Thema Nation Branding statt. Auch Francine Closener, die Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, wird daran teilnehmen. Der typische Luxemburger habe einen "gesunden Menschenverstand" und sei bodenständig, heißt es auf der Webseite Nation Branding.lu. Dynamik, Verlässlichkeit und Offenheit werden als die Grundstärken Luxemburgs bezeichnet.

"Luxemburg ist ein offenes Land"

Obwohl sich 80 Prozent der Wähler beim Referendum im vergangenen Jahr gegen die Einführung des Ausländerwahlrechts aussprachen, sei Luxemburg ein offenes Land, sagte Closener im Interview mit dem Sender 100,7. Zahlreiche Länder würden Luxemburg für seine Mehrsprachigkeit und die Integration von Ausländern bewundern. Außerdem hätten andere Länder vermutlich nicht den Mut aufgebracht, das Volk via Referendum zum Ausländerwahlrecht zu befragen.

Um das eigene Image von Francine Closener ist es nach wie vor nicht gut bestellt. Seit Amtsantritt belegen die schlechten Umfragewerte, dass die LSAP-Politikerin zu den unbeliebtesten Regierungsmitgliedern gehört. Offensichtlich haben die Wähler ihr noch immer nicht die Dienstwagen-Affäre verziehen.

"Die Chance, die ich hatte, einen ersten guten Eindruck zu hinterlassen, habe ich mir vermasselt", räumt die ehemalige RTL-Journalistin ein. Die Rückschläge hätten sie jedoch angespornt, ihre Sache umso besser zu machen. Sie habe sowohl beruflich wie auch politisch und privat viel dazu gelernt - auch in Bezug auf richtige und falsche Freundschaften.



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