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"Ich bin nicht zufrieden mit den Gemeinden"
Politik 22.04.2015 Aus unserem online-Archiv
Flüchtlingswelle

"Ich bin nicht zufrieden mit den Gemeinden"

Am liebsten keine Quoten für Flüchtlinge: Familienministerin Corinne Cahen
Flüchtlingswelle

"Ich bin nicht zufrieden mit den Gemeinden"

Am liebsten keine Quoten für Flüchtlinge: Familienministerin Corinne Cahen
Guy Jallay
Politik 22.04.2015 Aus unserem online-Archiv
Flüchtlingswelle

"Ich bin nicht zufrieden mit den Gemeinden"

Familienministerin Corinne Cahen spricht im Wort-Interview über Quoten und Unterbringungsschwierigkeiten für Flüchtlinge. Bisher hat sich nur eine Gemeinde freiwillig gemeldet, die Flüchtlinge aufnehmen will.

(jag) - Wie bereitwillig sind die Gemeinden wirklich, wenn es darum geht, Flüchtlinge  aufzunehmen? Familienministerin Corinne Cahen hatte sich am Montag noch per Twitter darüber beklagt, dass zwar viele Gemeindeväter die Problematik erkannt hätten. Wenn es ans Eingemachte ginge, würde aber ein Rückzieher gemacht. Bisher habe sich denn auch nur eine einzige Gemeinde bei ihr gemeldet.

"Das Problem ist nicht neu", so Familienministerin Corinne Cahen, "wichtiger als die verschiedenen Informationsversammlungen scheint mir aber der direkte Kontakt mit den Bürgermeistern zu sein. Die Versammlungen waren gut besucht und es gab auch konstruktive Diskussionen. Eine Tatsache ist sicher, dass die Asylsuchenden sehr ungleichmäßig über das Land verteilt sind, dies wegen der bestehenden Einrichtungen zum Beispiel in Weilerbach und Bauschleiden."


Dies wird sich auch in Zukunft nur unwesentlich ändern, so die Ministerin. Gebraucht werden auch in Zukunft neue Einrichtungen für Gruppen von 40 bis 60 Personen. Nur so kann auch sichergestellt werden, dass diese oft traumatisierten Menschen sinnvoll betreut werden können. Dies gilt für Asylsuchende, welche die Prozedur zur Anerkennung angefragt haben.

Anders sieht es bei den syrischen Familien aus, die jetzt ins Land kommen und die Papiere bei sich haben. Hier werden kleinere Appartements benötigt. Diese Personen sollen nicht gemeinsam untergebracht werden. Hier geht auch der Aufruf des Ministeriums an die Gemeinden, Baugelände für solche Einrichtungen freizustellen.

"Ich bin bisher allerdings nicht zufrieden mit der Reaktion der Gemeinden. Allerdings muss ich sagen, dass Social Media in diesem Kontext unterschätzt wird. Gerade über diesen Weg haben sich in den letzten Tagen verschiedene Bürgermeister gemeldet. Es ist aber klar, dass eine Quotenregelung, wie sie im Gespräch war, nicht der richtige Weg ist. Wir wollen den weicheren Weg gehen und den Kontakt mit den Gemeinden suchen. Konkrete Projekte in diesem Sinne entstehen zur Zeit in Bartringen und Mersch", sagte die Ministerin.