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HRS trennen sich offiziell von Dr. Claude Schummer
Politik 06.04.2021

HRS trennen sich offiziell von Dr. Claude Schummer

Die Gründe, warum Dr. Claude Schummer geht, wurden nie kommuniziert.

HRS trennen sich offiziell von Dr. Claude Schummer

Die Gründe, warum Dr. Claude Schummer geht, wurden nie kommuniziert.
Foto: Lex Kleren
Politik 06.04.2021

HRS trennen sich offiziell von Dr. Claude Schummer

Annette WELSCH
Annette WELSCH
Die Hôpitaux Robert Schuman schreiben den Posten des Generaldirektors nun aus. Verwaltungsratspräsident Jean-Louis Schiltz ist nicht im Auswahlkomitee.

Am Dienstag wurde offiziell bestätigt, was lange unkommentiert im Raum stand: Die Hôpitaux Robert Schuman (HRS) teilen mit, dass sie und Generaldirektor Dr. Claude Schummer sich entschieden haben, getrennte Wege zu gehen. Der Nachfolger oder die Nachfolgerin soll über eine nationale und internationale Ausschreibung gesucht werden. 


Der Verwaltungsratspräsident der Hôpitaux Robert Schuman, Jean-Louis Schiltz, am Donnerstag bei der Pressekonferenz.
Impfaktion im HRS: Schiltz opfert Schummer
Nach "Wort"-Informationen soll Generaldirektor Claude Schummer als Sündenbock herhalten, dass sich drei Verwaltungsratsmitglieder der Hopitaux Robert Schuman vorzeitig impfen ließen.

Dabei handele es sich um einen offenen Prozess, der vom Verwaltungsrat der HRS S.A. initiiert wurde und von einer internen Kommission geleitet wird. Dem Selektionskomitee gehören die Verwaltungsräte Claude Seywert, Michel Wurth, Marie-Josée Jacobs und Dr. Robert Steinmetzer an. Es soll aber auch internationale Expertise einbezogen werden und sich mit dem Conseil médical sowie der Personaldelegation abgestimmt werden. 

Gründe für Beurlaubung nie bekannt gemacht

Bis zur Nominierung des neuen Generaldirektors wird wie bislang die Direktion kollegial von der HRS-Direktion unter der Leitung von Finanz- und Verwaltungsdirektor Sandra Thein geführt. Dr. Claude Schummer ist bekanntlich schon seit dem 8. März beurlaubt, wobei die Gründe dafür nie  kommuniziert wurden. Der Allgemeinmediziner übernahm die Generaldirektion am ersten Januar 2017. 

Sein „Congé extraordinaire“ steht im Zusammenhang mit einer von den HRS geplanten Impfaktion, für die Impfdosen besorgt werden sollten. Schummer macht geltend, dass Verwaltungsratspräsident Jean-Louis Schiltz nicht nur darüber informiert war, sondern sich auch aktiv selber um Vakzine bemüht haben soll. Die HRS streiten jede Beteiligung ab.

Umstrittener Führungsstil

Die HRS S.A. ist die Betreibergesellschaft der Spitäler Kirchberg, Zitha Klinik, Bohler und Sainte Marie in Esch/Alzette, die der Fondation HRS gehören. Die Verwaltungsräte beider Organisationen werden vom Präsidenten Jean-Louis Schiltz und den beiden Vize-Präsidenten Michel Wurth und Claude Seywert geleitet. Alle drei waren in die Kritik geraten, weil sie frühzeitig geimpft wurden. 


Lokales, Coronavirus, Covid-19, Hopitaux Robert Schuman, HRS, Foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
Hôpitaux Robert Schuman: "Mobbing auf höchster Ebene"
Zu den Missständen wird am Montag das Collège médical offiziell eingeschaltet – alle Vorwürfe des anonymen Briefes werden bestätigt. Die Ärzteschaft will sich wehren.

Der Führungsstil in den HRS war zuletzt in die Schlagzeilen geraten, als durch einen anonymen Brief Vorwürfe von Diffamationen, Drohungen und Mobbing laut wurden, die sich vor allem gegen den medizinischen Direktor Dr. Gregor Baertz richten. Der Vertraute von Schiltz sollte dem Vernehmen nach ohne Ausschreibung als Nachfolger von Schummer zum Generaldirektor ernannt werden. Schiltz gehört nun dem Selektionskomitee offiziell nicht an. 

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