Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Hotspot? Keine Ahnung!
Politik 12.11.2015 Aus unserem online-Archiv
Politmonitor/Flüchtlingspolitik

Hotspot? Keine Ahnung!

Willkommenskultur: 56 Prozent befürworten ein Containerdorf in ihrer Gemeinde.
Politmonitor/Flüchtlingspolitik

Hotspot? Keine Ahnung!

Willkommenskultur: 56 Prozent befürworten ein Containerdorf in ihrer Gemeinde.
GUY JALLAY
Politik 12.11.2015 Aus unserem online-Archiv
Politmonitor/Flüchtlingspolitik

Hotspot? Keine Ahnung!

Willkommenskultur, Schengen, Dublin, Hotspot: Immer wiederkehrende Begriffe im Umgang mit der Flüchtlingsthematik. Wofür diese Begriffe stehen, erschließt sich indes noch lange nicht jedem.

(mas) - Ist Schengen längst ein Markenzeichen der Europäischen Union und der Inbegriff für offene Grenzen, den 88 Prozent der Bürger laut Politmonitor kennen, so können die Menschen in Luxemburg weitaus weniger mit einem "Hotspot" anfangen.

52 Prozent der Befragten geben an, mit diesem Begriff, mit dem in der europäischen Flüchtlingspolitik die Registrierungs- und Verteilungsstellen für Flüchtlinge bezeichnet werden, nichts anfangen zu können. Sogar 55 Prozent der Bürger (Luxemburger und Ausländer) sagen, dass sie den Gebrauch von "Dublin" in der Asyl- und Flüchtlingspolitik nicht einordnen können.

Verbesserungswürdig erscheint auch die Kommunikationspolitik der Regierung. Mit 48 Prozent meint nicht einmal die Hälfte der Befragten, dass die Informationspolitik von Blau-Rot-Grün in Ordnung ist. 29 Prozent vertreten die Ansicht, Information und Kommunikation sind "eher nicht" in Ordnung und 14 Prozent behaupten, diese seien "überhaupt nicht" in Ordnung.

Dafür sind aber 60 Prozent der befragten Bürger der Meinung, dass Luxemburg genug für die Flüchtlinge tut; nach Einschätzung von jedem Fünften macht das Land sogar zu viel. Dabei gehen 51 Prozent der Befragten davon aus, dass es sich um Kriegsflüchtlinge handelt und 19 Prozent meinen, es sind Wirtschaftsflüchtlinge. Jeder fünfte Befragte sagt, dass er nicht zwischen Kriegs- und Wirtschaftsflüchtling unterscheiden kann.

Mit 47 Prozent zeigt sich knapp die Hälfte der Befragten einverstanden, dass Luxemburg in den kommenden Monaten weitere Flüchtlinge aufnehmen soll; 56 Prozent sind ihrerseits einverstanden, wenn ein Containerdorf für Flüchtlinge in ihrer Gemeinde entstehen würde (18 Prozent "ganz einverstanden" und 38 Prozent "eher einverstanden").

Zwischen dem 29. Oktober und dem 5. November 2015 befragte TNS-Ilres im Auftrag von Luxemburger Wort und RTL 1020 Bürger über 18 Jahre.

Weitere Artikel:

EU-Milliarden für Afrika

Sechs Monate EU-Flüchtlingskrise


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Asselborn reagiert auf Schmit-Äußerungen
Beim Thema Flüchtlingspolitik dürfe man nicht die Dinge durcheinander werfen und müsse seine Worte mit Bedacht wählen, sagt Jean Asselborn. Im Interview mit dem "Luxemburger Wort" reagiert der Außenminister auf Äußerungen seines Partei- und Kabinettskollegen Nicolas Schmit.
"Ich brauche hier keine Lektionen": Außenminister Jean Asselborn verteidigt sich und seine Position in der europäischen Flüchtlingspolitik.
Die Umsetzung der Hotspots, in denen die EU Flüchtlinge registrieren will, verläuft schleppend. Aus Luxemburg stehen neun Beamte bereit und warten auf ihren Einsatz.
Allein in Griechenland kommen jede Woche 12.000 Flüchtlinge an.
Es gibt derzeit allen Grund dazu, stolz darauf zu sein, in diesem Land zu leben bzw. Luxemburger zu sein. Man kann uns nicht vorwerfen, uns aus der gebotenen menschlichen Verantwortung stehlen zu wollen.
Ob die große Völkerwanderung des 4. und 5. Jahrhunderts die Folge oder vielmehr die Ursache des Zerfalls des Weströmischen Reiches war, ist unter Historikern umstritten.
28 Flüchtlinge aus Syrien hatten im April Schutz in Luxemburg gefunden. Bald könnte Luxemburg rund 30 weitere Personen aufnehmen, sagte Außenminister Jean Asselborn am Donnerstag nach dem EU-Ratstreffen über die Flüchtlingspolitik.
Mehr als 10 Millionen Syrier haben seit Beginn des Bürgerkriegs ihr Land verlassen oder sind Binnenvertriebene.