Heute vor 70 Jahren

Rückkehr aus dem Gefangenenlager Tambow

Das Leid der Kriegsgefangenen in Tambow. Eine Zeichnung des elsässischen Zwangsrekrutierten A. Thiam.
Das Leid der Kriegsgefangenen in Tambow. Eine Zeichnung des elsässischen Zwangsrekrutierten A. Thiam.

(vb) – Heute vor 70 Jahren sind 500 Luxemburger Zwangsrekrutierte aus dem russischen Kriegsgefangenenlager Tambow heimgekehrt. Dort waren im Zweiten Weltkrieg rund 1000 junge Luxemburger Männer interniert, die für die deutsche Wehrmacht kämpfen mussten.

Zwischen 1943 und 1945 gerieten 1900 Luxemburger Zwangsrekrutierte in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Sie trugen die Uniform der Wehrmacht und waren somit für die Russen nicht von Deutschen zu unterscheiden. Etwa 1000 von ihnen wurden ins Gefangenenlager Nr. 188 verlegt – nach Tambow. 165 überlebten die Haft nicht. Sie fanden ihre letzte Ruhe auf dem internationalen Friedhof im benachbarten Rada. 38 Luxemburger verstarben im Krankenhaus von Kirsanow, 50 weitere kamen beim Rückweg in die Heimat ums Leben. An sie erinnert ein Gedenkstein, den Luxemburger Politiker gemeinsam mit den ehemaligen Tambower Häftlingen sowie mit den Vertretern der Region Tambow 2012 eingeweiht hatten.

Freudig empfangen wurden die 500 Zwangsrekrutierten, die am 5. November 1945 mit dem Zug am Luxemburger Bahnhof eintrafen. Sie waren dem Hunger, der Kälte und unwürdigen Haftbedingungen entkommen.

Lesen Sie hierzu auch das Gespräch mit Gaston Junck, dem Präsidenten der „Amicale des anciens de Tambow“ zum 70 Jahrestag der Zwangsrekrutierung (Artikel vom 30.08.2012)