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Staat subventioniert Bau von über 3.100 Wohnungen
Politik 2 Min. 20.05.2021
Henri Kox berichtet

Staat subventioniert Bau von über 3.100 Wohnungen

TC,Wohnungsbau,Logement.hier:Kirchberg.Foto: Gerry Huberty/Luxemburger Wort
Henri Kox berichtet

Staat subventioniert Bau von über 3.100 Wohnungen

TC,Wohnungsbau,Logement.hier:Kirchberg.Foto: Gerry Huberty/Luxemburger Wort
Foto: Gerry Huberty
Politik 2 Min. 20.05.2021
Henri Kox berichtet

Staat subventioniert Bau von über 3.100 Wohnungen

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Wohnungsbauminister Henri Kox stellte am Donnerstag den ersten Bericht zum "Fonds spécial de soutien au développement du logement" vor.

Der Staat will bezahlbaren Wohnraum in öffentlicher Hand schaffen und hat sich ein paar Instrumente gegeben, um die Ziele zu erreichen. Das ist auch dringend nötig – in nur einem Jahr sind die Immobilienpreise um über 16 Prozent gestiegen. Bei den öffentlichen Bauträgern stapeln sich die Anträge, weil immer mehr Menschen sich keine Wohnung auf dem privaten Immobilienmarkt leisten können. 


Der Staat hat mit den verschiedenen Bauträgern Konventionen für den Bau von 3.900 Wohnungen unterzeichnet. Bis 2024 sollen Konventionen für weitere 3.800 Wohnungen dazu kommen.
Staat subventioniert Bau von 3.900 Wohnungen
Der Staat kofinanziert seit Jahrzehnten den Bau von Wohnungen. Doch wer baut wie viel und in welchem Zeitrahmen? Der Wohnungsbauminister hat dazu am Freitag Zahlen vorgestellt.

Ein Instrument, das helfen soll, den Wohnungsbau voranzutreiben, ist der „Fonds spécial de soutien au développement du logement“. Er wurde geschaffen zwecks einer besseren Übersicht und Transparenz der staatlich subventionierten Wohnungsbauprojekte. Am Donnerstag stellte Wohnungsbauminister Henri Kox (Déi Gréng) den ersten Bericht zum Spezialfonds vor und klärte die Öffentlichkeit über den Stand der Dinge auf. 

Ende 2020 waren im Spezialfonds 300 Wohnungsbauprojekte in 59 Gemeinden mit insgesamt 3.125 Wohnungen aufgelistet. Das sind 838 Einheiten mehr als zu Beginn des Jahres. Etwas mehr als die Hälfte (1.657) sind Mietwohnungen, 47 Prozent sind Verkaufswohnungen (mit Erbpacht). Der Staat subventioniert diese Projekte mit 514 Millionen Euro. Das macht rund 165.000 Euro pro Wohnung.  Von den 514 Millionen Euro wurden vergangenes Jahr 96 Millionen an die Bauträger gezahlt. 

Die Subventionierung läuft über eine Konvention zwischen dem Bauträger und dem Staat. Ein neu geschaffenes Gremium – die „Commission d'analyse critique des aides à la pierre“ (CAAP) – prüft die Projekte und erteilt die Zusage. 

Die Société des habitations à bon marché (SNHBM) und der Fonds du logement (FDL) bauen zusammengenommen 70 Prozent der Wohnungen – die SNHBM 1.232 Einheiten (40 Prozent) und der FDL 899 (29 Prozent). Die Gemeinden übernehmen 23 Prozent der Einheiten, wobei viele auf die SNHBM oder den FDL zurückgreifen. Auch Vereinigungen und Stiftungen sind am Start (8,4 Prozent), aber nur ein privater Bauträger. 

Blick in die Zukunft 

Die Zahl der konventionierten Wohnungsbauprojekte soll in den kommenden Jahren weiter steigen. Laut Henri Kox werden „in naher Zukunft“ 17 Großprojekte dazu kommen, von denen einige ein Finanzierungsgesetz brauchen, weil die staatliche Förderung mehr als 40 Millionen Euro beträgt. Bis 2025 rechnet der Wohnungsbauminister mit weiteren 8.200 Wohnungen, die vom Staat subventioniert werden. 

Um sie zu finanzieren, werden die in der mehrjährigen Haushaltsplanung veranschlagten Summen nicht reichen, sagte Kox. Er wird Finanzminister Pierre Gramegna (DP) um zusätzliche Gelder bitten müssen. 

Der Spezialfonds ist auch für den Ankauf von Baugrundstücken zuständig, um eine nationale Baulandreserve anzulegen. Diese Transaktionen laufen über ein „Comité d'acquisition“. Die auf diese Weise erworbenen Grundstücke haben eine Gesamtfläche von knapp 13 Hektar und befinden sich in neun Gemeinden. Ein Teil der Flächen befindet sich bereits im Bauperimeter. 28 Millionen Euro hat der Staat dafür auf den Tisch gelegt. Rund 400 Wohnungen sollen hier entstehen

Ein anderes Instrument, das für mehr bezahlbaren Wohnraum sorgen soll, ist der Pacte logement 2.0. Ein neuer Artikel (Artikel 29bis) im Gesetz zum „Aménagement communal“ führt dazu, dass bei neuen Bauprojekten ab fünf Einheiten zwischen zehn und 30 Prozent der Flächen für erschwinglichen Wohnraum reserviert sein und an die öffentliche Hand abgetreten werden müssen.

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