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Heiko Maas: Grenzöffnung ist „wichtiges Zeichen“
Politik 7 16.05.2020 Aus unserem online-Archiv

Heiko Maas: Grenzöffnung ist „wichtiges Zeichen“

Jean Asselborn mit Heiko Maas auf der Grenzbrücke in Schengen.

Heiko Maas: Grenzöffnung ist „wichtiges Zeichen“

Jean Asselborn mit Heiko Maas auf der Grenzbrücke in Schengen.
Foto: Claude Piscitelli
Politik 7 16.05.2020 Aus unserem online-Archiv

Heiko Maas: Grenzöffnung ist „wichtiges Zeichen“

Nach der Empörung folgt die Versöhnung: Jean Asselborn und Heiko Maas trafen sich am Samstagmorgen auf der Grenzbrücke in Schengen.

(dpa) - Bundesaußenminister Heiko Maas hat die Öffnung der Grenze zu Luxemburg als „wichtiges Zeichen“ für eine schrittweise Normalisierung des Reiseverkehrs in Europa gewürdigt. „Europa lebt davon, dass es ein Europa ohne Grenzen ist“, sagte er am Samstag bei einem Besuch an der Grenze auf der Moselbrücke zwischen dem deutschen Perl und dem luxemburgischen Schengen. Dort traf er den luxemburgischen Außenminister Jean Asselborn.

Die Öffnung der Grenze zu Luxemburg markiert den Beginn der schrittweisen Aufhebung der Kontrollen, die im März zur Eindämmung der Corona-Pandemie an den Übergängen zu den Nachbarländern eingeführt wurden. Zwei Monate lang waren mehr als ein Dutzend Übergänge an der deutsch-luxemburgischen Grenze gesperrt gewesen - der Verkehr war über überwachte Übergänge gelenkt worden.



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Die Bürgerinnen und Bürger würden ein Europa mit Grenzen nicht mehr verstehen, betonte Maas. Ziel seie es, „dass am Schluss Europa wieder das ist, was es mal war“. 

Eine Einschätzung, wie lange es bis zu einer kompletten Öffnung des sogenannten Schengen-Raums ohne Grenzkontrollen dauern könnte, wollte er nicht abgeben. Das weitere Vorgehen hänge von den Fortschritten bei der Pandemiebekämpfung ab. „Sollten sich die Dinge verschlechtern, wird man möglicherweise wieder zurückrudern müssen.“

Wir zeigen heute, dass Schengen vom Virus nicht besiegt wurde, dass Schengen wieder zum Leben erwacht

Jean Asselborn

Asselborn machte deutlich, dass er die Schließung der Grenze zwischen Deutschland und Luxemburg von vorneherein für falsch gehalten habe. „Das war nicht gut“, sagte er und verwies auf die 200.000 Grenzgänger zwischen Luxemburg und Deutschland. „Das hat hier sehr, sehr viel Unmut provoziert.“ Er betonte aber auch, dass man jetzt nach vorne schauen müsse. „Das ist jetzt vorüber, es hat keinen Sinn mehr, viele Worte darüber zu verlieren“, sagte er. „Wir zeigen heute, dass Schengen vom Virus nicht besiegt wurde, dass Schengen wieder zum Leben erwacht.“


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