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Handwerkskammer will Meisterbrief reformieren
Politik 30.09.2015 Aus unserem online-Archiv
Gütesiegel für die Betriebsgründung

Handwerkskammer will Meisterbrief reformieren

Gezielter ausgerichtet: Die Handwerkskammer plant, Kurse für den Meisterbrief zusammenzulegen.
Gütesiegel für die Betriebsgründung

Handwerkskammer will Meisterbrief reformieren

Gezielter ausgerichtet: Die Handwerkskammer plant, Kurse für den Meisterbrief zusammenzulegen.
Shutterstock
Politik 30.09.2015 Aus unserem online-Archiv
Gütesiegel für die Betriebsgründung

Handwerkskammer will Meisterbrief reformieren

Die Chambre des métiers will die Kurse für den Meistertitel im Handwerk neu ausrichten. Das bestehende Ausbildungsangebot für 35 Berufe soll in einem Dutzend übergreifenden Bereichen zusammengeführt werden.

(BB) - Das Handwerk fürchtet um seinen Gütesiegel: Der Meisterbrief, der als Maßstab für die Betriebsgründung gilt und Handwerkern ermöglicht, selbst Lehrlinge auszubilden, wird immer weniger in Anspruch genommen. Für lediglich die Hälfte der 6.000 Handwerksunternehmen liegt ein Meistertitel vor. Berücksichtigt man die jüngsten Niederlassungen so haben ein Drittel der Unternehmer die Prüfung abgelegt.

Junge sowie ausländische Betriebschefs weisen zunehmend alternative Ausbildungswege auf. Die Kurse für den Meisterbrief verlieren an Attraktivität. Das zeigen auch die Teilnehmerzahlen. Anfang der 90er-Jahren waren es 1.289 Kandidaten, im Jahr 2014/2015 nahmen noch 756 Personen an den Studiengängen teil.

Das Ausbildungsangebot ist im Vergleich zur Nachfrage hingegen sehr umfassend. Für 35 verschiedene Berufe werden praxisorientierte Kurse angeboten. Doch nur wenige sind gut belegt. 

Großes Angebot wird nicht genug genutzt

"Wir stellen fest, dass sich das Interesse für einen Meisterbrief auf ein halbes Dutzend Berufsbereiche wie Frisör oder Installateur konzentriert. Die anderen Ausbildungsangebote werden weniger in Anspruch genommen. So fehlt es zum Teil an der kritischen Masse, damit Kurse rentabel sind", erklärt Paul Krier, Direktor der Ausbildungsabteilung der Handwerkskammer.

Den Meisterbrief wollen die Handwerksvertreter nicht aufgeben. Weiter so geht es allerdings auch nicht. Die Berufskammer, welche die Kurse und Examen abhält, will das Angebot demnach "umstrukturieren", so dass die Nachfrage wieder steigt und eine einheitliche Qualität sichergestellt werden kann. 

Ein Dutzend berufsübergreifende Kernbereiche

Angedacht ist, die 35 Ausbildungsmöglichkeiten in rund zwölf Kernbereichen zusammenzuführen. "Anstatt getrennte Kurse für Bäcker, Konditoren und Feinkosthersteller anzubieten, könnte das technische Wissen berufsübergreifend im Lebensmittelsektor vermittelt werden", erklärt Tom Wirion, Generaldirektor der Handwerkskammer, die Reformgedanken an einem praktischen Beispiel.

Weiterbildungskurse für gezielte Kompetenzen sollen das Angebot vervollständigen.

Fürs erste will die Handwerkskammer ein einjähriges Pilotprojekt starten. Auf Basis der gesammelten Erfahrungen will man sich anschließend mit dem Bildungsministerium über mögliche Gesetzesänderungen beraten.


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