Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Gute und sichere Fahrt
Politik 2 Min. 28.04.2016 Aus unserem online-Archiv
Transportgewerkschaft FCPT-Syprolux

Gute und sichere Fahrt

In Clerf soll der Fahrkartenschalter zum Jahresende geschlossen werden. "Für uns ist das nicht hinnehmbar", wehrt sich die Gewerkschaft FCPT-Syprolux.
Transportgewerkschaft FCPT-Syprolux

Gute und sichere Fahrt

In Clerf soll der Fahrkartenschalter zum Jahresende geschlossen werden. "Für uns ist das nicht hinnehmbar", wehrt sich die Gewerkschaft FCPT-Syprolux.
Foto: Guy Jallay
Politik 2 Min. 28.04.2016 Aus unserem online-Archiv
Transportgewerkschaft FCPT-Syprolux

Gute und sichere Fahrt

Bérengère BEFFORT
Bérengère BEFFORT
Zum Tag der Arbeit drängt der FCPT-Syprolux weiterhin auf die Schaffung einer Polizeieinheit im öffentlichen Nahverkehr. In Sachen Sicherheitsgefühl und guter Service bereiten der Gewerkschaft auch die Schließung von Fahrkartenschaltern Sorgen.

(BB) - "Eine Empfangsstelle mit gut geschultem Personal in den Bahnhöfen, ein sicheres Umfeld, eine persönliche Beratung von CFL-Mitarbeitern -  all das trägt zum guten Kundenservice bei", sagt Syprolux-Präsidentin Mylène Wagner. Zum Tag der Arbeit stellt die Gewerkschaft allerdings fest: Zurzeit gerät Vieles aus der Bahn. Zum Teil weil mutige politische Entscheidungen in Sicherheitsfragen ausbleiben würden, und zum Teil weil die CFL-Direktion mit einer neuen Verkaufspolitik den direkten Dienst am Kunden zurückstelle.

Am Beispiel des Bahnhofs in Clerf erklärt die Gewerkschaft, wie Renditeüberlegungen viel zu kurz greifen. "Die CFL-Direktion schaut lediglich auf die Ertragsrate beim Ticketverkauf. In Clerf soll der Fahrkartenschalter so zum Jahresende geschlossen werden. Für uns ist das nicht hinnehmbar, denn gute Dienstleistungen für die Kunden sind weit mehr als reine Verkaufszahlen", betont Mylène Wagner.

Präsenz vor Ort

Gute Qualität sei demnach nicht von einer Anwesenheit der Mitarbeiter vor Ort zu trennen, betonen die Vorsitzenden der Transportgewerkschaft FCPT-Syprolux.

Apropos Präsenz: Auch in Sachen Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr bleibe die Situation besorgniserregend. Die Übergriffe auf Agenten würden auf hohem Niveau stagnieren. "Obschon es Kameras gibt und Kontrollen durchgeführt werden, wurden letztes Jahr mehr als 200 Gewalttätigkeiten gegenüber dem Fahr- und  Begleitpersonal verzeichnet", schildert Mylène Wagner. Der Schweregrad der aggressiven Vorfälle nehme auch zu. Von direkten Drohungen waren voriges Jahr 70 Mitarbeiter betroffen.

Zur Sicherheit aller Reisenden

So drängt die Transportgewerkschaft auf die Schaffung einer spezialisierten Polizeieinheit im öffentlichen Nahverkehr. Das soll zum besser Schutz sowie einem erhöhten Sicherheitsgefühl beitragen. Die Mitglieder dieser Einheit sollen eine Ausbildung als Polizist absolvieren und anschließend eigens für den Bereich des öffentlichen Transports geschult werden.

Nachdem Nachhaltigkeitsminister François Bausch, der für den Transportbereich zuständig ist, das Thema aufgegriffen hat, müsse nun der Minister für innere Sicherheit Etienne Schneider Tatsachen schaffen, erklärt der FCPT-Syprolux. Eine Antwort von Etienne Schneider lasse allerdings immer noch auf sich warten.

"Die CFL haben voriges Jahr mehr als 20 Millionen Menschen befördert. An der kritischen Masse dürfte die Frage also nicht scheitern", stichelt die Syprolux-Vorsitzende.

Mit kritischem Blick verfolgt die christliche Transportgewerkschaft auch die Umsetzung großer Mobilitätsprojekte. Der Ausbau der Bahnstrecke von Bettemburg sowie die neue Bahnhaltestelle Arrêt Pont-Rouge auf Kirchberg würden den Personenverkehr verbessern. Fraglich sei aber, ob die in Aussicht gestellten Zeitgewinne für die Fahrgäste einzuhalten sind.

Zu Spitzenstunden sei der Betrieb am hauptstädtischen Bahnhof jetzt schon überlastet. Für Züge auch dem Süden des Landes könnte sich die Situation noch verschärfen, gibt FCPT-Präsident Paul Gries demnach zu bedenken und appelliert demnach an eine sorgfältige Koordination beim Ausbau des Nahverkehrs.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Les travaux de construction du nouveau tram ainsi que sur le nouvel arrêt «Pfaffenthal- Kirchberg» se termineront simultanément, afin d'offrir un service optimal aux utilisateurs. C'est ce qu'a annoncé François Bausch ce mardi, en réponse à une question parlementaire.
Les travaux vus depuis la Côte d'Eich. Le funiculaire sera opérationnel en décembre 2017.
Zwei Monate nach dem Zugunglück in Bad Aibling
Zwei Monate sind es her, seit im bayerischen Bad Aibling zwei Personenzüge auf eingleisiger Strecke frontal kollidierten. Auch in Luxemburg sind von 275 Kilometern Streckennetz 121 Kilometer eingleisig - riskioreicher sind sie laut CFL per se aber nicht.
Stellwierk CFL le 21.03.2016 Photo Christophe Olinger
Der neue Fahrplan für die Zugverbindungen nach Frankreich tritt am 3. April in Kraft: Ab Juli verkehrt ein TGV ab Luxemburg via Straßburg nach Marseille.
Wichtigste Änderung ist der Taktverkehr zwischen Nancy und Luxemburg.
Sicherheit im öffentlichen Verkehr
Seit Jahren fordern Gewerkschaften die Einführung einer Polizeieinheit für den öffentlichen Verkehr. Trotz zunehmender Straftaten könnte dieser Plan jetzt der Polizeireform zum Opfer fallen.
Sicherheitsbeamte der CFL übernehmen derzeit einen Großteil der Wach- und Schutzaufgaben im Bahnverkehr. Bei Straftaten sind ihre Handlungsmöglichkeiten jedoch sehr begrenzt.
Nach mehreren gewaltsamen Übergriffen auf das Personal im öffentlichen Transport soll nun eine spezielle Polizeieinheit für mehr Sicherheit sorgen. Luxemburg steht dem Ausland in dieser Hinsicht noch um einiges nach.
Eine neue Polizeieinheit soll den öffentlichen Transport sicherer machen.