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Grundschule: 2.100 Kinder mit Förderbedarf
Politik 10.04.2019

Grundschule: 2.100 Kinder mit Förderbedarf

2.100 Grundschüler erhalten eine spezifische Förderung, in der Klasse oder in einer Fördergruppe.

Grundschule: 2.100 Kinder mit Förderbedarf

2.100 Grundschüler erhalten eine spezifische Förderung, in der Klasse oder in einer Fördergruppe.
Foto: Shutterstock
Politik 10.04.2019

Grundschule: 2.100 Kinder mit Förderbedarf

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
2.100 Kinder mit spezifischen Bedürfnissen erhalten in der Schule eine spezielle Förderung. Das teilt der Bildungsminister in seiner Antwort auf eine parlamentarische Frage mit.

Kinder mit Lernstörungen, sozial auffälligem Verhalten oder anderen Problemen brauchen in der Schule spezielle Hilfe. Um diese Hilfe sicherzustellen, wurden die ESEB (Equipes de soutien des élèves à besoins éducatifs particuliers ou spécifiques) und die IEBS (Instituteurs spécialisés dans la scolarisation des élèves à besoins éducatifs particuliers ou spécifiques) geschaffen. 


Gerangel unter Kindern ist nichts Ungewöhnliches. Doch die extremen Gewaltfälle nehmen Aussagen von Eltern und Lehrkräften zufolge zu.
Wenn Kinder aus der Spur geraten
Es gibt Kinder, die sind derart aus der Spur geraten, dass sie nicht mehr im regulären Schulsystem betreut werden können. Für sie werden Intensiv-Therapiezentren geschaffen.

Derzeit erhalten 1.085 Kinder eine spezifische ESEB-Förderung während des Unterrichts, 1.023 Kinder sind in einer Fördergruppe (Atelier de soutien) eingeschrieben. Das teilte Bildungsminister Claude Meisch (DP) in seiner Antwort auf eine parlamentarische Frage der beiden CSV-Abgeordneten Françoise Hetto-Gaasch und Léon Gloden mit. 

Momentan arbeiten 81 IEBS in den Grundschulen, davon 60 in Vollzeit. Das Ministerium ist dabei, 25 weitere für die kommende Rentrée zu rekrutieren. Bis 2020 sollen es 150 spezialisierte Lehrer sein. Obwohl das Land 157 Grundschulen zählt, reichen Bildungsminister Claude Meisch zufolge 150 IEBS, da manche von ihnen in zwei Schulen tätig sind. 

Die Fachkräfte der ESEB werden hinzugezogen, wenn die Förderung durch den IEBS nicht ausreicht. Die ESEB muss ihre Diagnose zum Förderbedarf innerhalb von vier Wochen vorlegen. Daraufhin erstellt der Inklusionsausschuss einen individualisierten Förderplan. Die Intervention der ESEB erfordert die Einwilligung der Eltern. Sind die Eltern nicht mit den Fördermaßnahmen einverstanden, können sie sich an den Minister wenden. Er reicht den Förderplan an Experten zur Überprüfung weiter. Diese können dann entweder den Förderplan bestätigen oder aber eine Alternative vorschlagen.

Homeschooling 

Ferner informierte Claude Meisch die Abgeordneten, dass 113 Kinder im Grundschulalter zu Hause unterrichtet werden. 2017/18 waren es 110 Kinder. Insbesondere drei Gründe würden Eltern dazu veranlassen, ihre Kinder zu Hause zu unterrichten: temporäre Auslandsaufenthalte der Kinder aus medizinischen Gründen, temporäre Aufenthalte der Familien in Luxemburg aus beruflichen Gründen sowie die Überzeugung, dass das Homeschooling die beste Lösung für ihre Kinder sei.   


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